Donnerstag, 24. Mai 2012

Neues D7-Spielfeld: Skepsis ist gewichen




Seit Saisonbeginn gibt es ein neues D7-Spielfeld.
Vor der Saison wurde im Jugendfußball einiges verändert – nun wird Bilanz gezogen. Foto: Archiv (Wirth)

Vaihingen (sv) – Seit September gelten für die Siebenermannschaften im D-Junioren-Bereich neue Spielfeldmaße. Vor der Saison wurden diese von vielen Seiten kritisiert. Nach einem halben Jahr Spielbetrieb bat die Vaihinger Kreiszeitung Trainer, Schiedsrichter und Verband, einmal Bilanz zu ziehen.

„Viel Arbeit für den Platzwart“, titelte die VKZ vor Saisonbeginn und spielte damit auf die neuen Spielfeldmaße an, die der Württembergische Fußball-Verband (WFV) zu Beginn der Saison definiert hatte. Besonders einschneidend waren dabei die Änderungen für die D7-Junioren, deren Spielfelder von maximal 70 mal 70 Meter auf 35 mal 55 Meter geschrumpft sind. Auch der Strafraum des D7-Feldes wurde umgestaltet – er umfasst seit September die gesamte Spielfeldbreite und reicht somit von einer Seitenauslinie zur anderen.

WFV-Mitarbeiter Oliver Deutscher berichtet, dass es nur am Saisonbeginn zu Unsicherheiten bei den betroffenen Vereinen gekommen sei. Er sagt: „Meist gab es nur dort Probleme, wo für D7-Mannschaften keine ausgebildeten Schiedsrichter eingeteilt wurden.“ Hier hätten Trainer, Eltern oder Zuschauer das Spiel geleitet, die über die neuen Regeln nicht Bescheid wussten.

Das hat auch Andreas Burger erlebt. Er trainiert die Nachwuchskicker des VfR Sersheim. Burger: „Bei einem unserer Auswärtsspiele ist kein ausgebildeter Schiedsrichter erschienen. Daraufhin hat ein Vereinsoffizieller die Spielleitung übernommen. Er hat später nach einem Foul an der Seitenauslinie, wenige Meter vor dem Tor, dann auf einen indirekten Freistoß entschieden, obwohl laut Regelwerk und WFV-Bestimmungen ein Elfmeter fällig gewesen wäre.“

Im Großen und Ganzen begrüßt Burger aber die neuen Bestimmungen. Anfangs sei es ihm zwar ein bisschen komisch vorgekommen, mittlerweile sei er – wie viele seiner Kollegen – der Meinung, dass die neuen Abmessungen besser seien als die alten. „Gerade für den Torwart hat sich das Spiel vereinfacht, da er nun den Ball auch an der Eckfahne oder an der Seitenauslinie in die Hand nehmen kann.“

Der VfR-Coach denkt nicht, dass den Kindern die Umstellung vom D7-Kleinspielfeld zu größeren Spielfeldern besonders schwer fallen wird, wenn sie zu den D9-Junioren oder den C-Junioren wechseln. Dies hatten einige Jugendtrainer befürchtet. Lediglich die Torhüter müssten sich bei einem Wechsel in diese Altersklassen aufgrund der 7,32 mal 2,44 Meter großen Tore umgewöhnen. Die Gehäuse im D7-Spielbetrieb sind nur 5 mal 2 Meter groß.

Für die Schiedsrichter, die zu Saisonbeginn noch skeptisch auf die neuen Spielfeldmaße reagiert haben, hat sich weniger geändert als zu Beginn befürchtet. Ein Unparteiischer, der in dieser Saison bereits ein D7-Spiel geleitet hat, berichtet: „Es war schon gewöhnungsbedürftig, dass der Torwart an der Seitenlinie den Ball mit der Hand abwehren darf. Sonst war es für mich ein Spiel wie jedes andere, auch wenn mir aufgefallen ist, dass gerade die Stürmer versucht haben, mit Weitschüssen zum Torerfolg zu kommen. Das hat wahrscheinlich etwas mit dem kleinen Feld und dem breiten Strafraum zu tun.“

Oliver Deutscher erwähnt außerdem, dass sich die neuen Felder in der Praxis einfacher markieren ließen als die alten: „Da der Strafraum über die gesamte Breite geht, reichen eine gerade Linie oder zwei Pylonen auf der Seitenauslinie aus. Das ist gerade bei Kunstrasenplätzen von Vorteil, die sich nicht mit Sportplatzfarbe markieren lassen.“ In der Summe seien die Rückmeldungen der Vereine, die eine Siebenermannschaft in dieser Altersklasse gemeldet haben, überwiegend positiv.

Der Verband setzt ohnehin auf die Neunermannschaften, in denen die D-Jugendlichen seit vorletzter Saison ebenfalls spielen dürfen. Deutscher: „Die Zahl der D7-Teams in Württemberg ist stark zurückgegangen. Die Siebenermannschaften stellen mittlerweile eigentlich nur noch eine der demografischen Situation geschuldete Notlösung dar. Durch sie soll sichergestellt werden, dass ein ortsbezogener Jugendspielbetrieb aufrechterhalten werden kann, wenn alle Stricke reißen.“




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