Tabellenführung nur für kurze Zeit zurückgeholt
Bietigheim-Bissingen (js) – Wie gewonnen, so zerronnen. Mit einem glanzlosen 6:3-Heimsieg gegen die Dresdner Eislöwen hat Eishockey-Zweitligist Bietigheim-Bissingen die Tabellenführung kurzzeitig zurückerobert. Durch ein 0:1 beim Angstgegner REV Bremerhaven musste das Team von Christian Brittig die Spitzenposition umgehend wieder nach Bad Tölz zurückgeben.
„Wir haben momentan ein paar Probleme im Aufbau. Im Kopf sind wir teilweise etwas zu langsam. Im letzten Drittel haben wir das aber heute wieder besser gemacht“, hatte Brittig nach dem 6:3-Heimsieg gegen Dresden noch zu Protokoll gegeben. Und auch sonst hatte er eigentlich alles getan, um die Negativserie von zuletzt acht verlorenen Pflichtspielen in Bremerhaven zu beenden. Rechtzeitige Planung sorgte dafür, dass die Reisestrapazen durch einen Flug an die Nordseeküste gemindert wurden. „Irgendwann muss einfach jede Serie reißen“, zeigte sich Brittig dann auch vor der Partie zuversichtlich. Doch alle Tricks halfen nichts. Wieder einmal kehrten die Grün-Weißen mit leeren Händen aus dem Norden zurück.
Dabei hatte es im ersten Drittel noch ganz gut ausgesehen. Die Leistungssteigerung von Freitag war auch in dieser Begegnung zu erkennen. Die besseren der insgesamt recht spärlich gesäten Chancen waren eindeutig auf Bietigheimer Seite zu verbuchen. Zweimal standen Steelers alleine vor Alfie Michaud. Während jedoch Justin Kelly fast alles richtig machte, lange wartete, dann versuchte, die Scheibe in den linken oberen Winkel zu heben und dennoch an der hervorragenden Reaktion von Michaud scheiterte (12.), machte es Andrej Kaufmann dem Bremerhavener Schlussmann doch etwas zu leicht (18.).
Auch im Mitteldrittel hatte Bietigheim zunächst durch Kaufmann eine gute Chance in Überzahl. Doch als dieser vergab, wäre es wohl wegen mangelnder Klasse der Tormöglichkeiten bis zum Schluss beim 0:0 geblieben. Wäre – hätte Schiedsrichter Zsolt Heffler (Dinslaken) nicht einen äußerst umstrittenen Treffer für die Gastgeber gegeben. Sören Sturm profitierte dabei von der Vorarbeit von Nick Anderson, rutschte jedoch mitsamt der Scheibe, einem Mitspieler und einem Steelers-Verteidiger über die Torlinie und hob dabei das Tor aus seiner Verankerung. „In der DEL gibt es hier einen Videobeweis, in der zweiten Liga eben ein Tor“, war der lakonische Kommentar von Steelers-Pressesprecher Oliver Mayer. Denn trotz heftigster Proteste der Steelers entschied der Mann mit der Pfeife nach Rückfrage bei einem seiner Linienrichter auf Tor (37.). Obwohl noch mehr als 20 Minute zu spielen waren, fanden die Bietigheimer nicht mehr die passende Antwort.
Dank seiner hervorragenden Leistung hatte Martin Morczinietz bei seinem Debüt im Grün-Weißen-Trikot nur einmal hinter sich greifen müssen und den angeschlagenen Sinisa Martinovic würdig vertreten. Dennoch reichte es nicht einmal für einen Punkt.
Das sah am Freitag noch anderes aus. Obwohl Martinovic gleich dreimal hinter sich greifen musste, hatten die Steelers immer die passende Antwort parat. So, als die Dresdner die Bietigheimer Führung (Justin Kelly, 11.) recht schnell durch ein Powerplaytor von Jason Miller (13.) ausglichen. Greg Schmidt ließ den Sachsen nur 39 Sekunden Zeit, sich über den Ausgleich zu freuen.
Zu Beginn des zweiten Drittel baute Doug Andress die Führung aus (21.). Alles deutete auf einen lockeren Heimsieg für die Steelers hin. Doch Coach Christian Brittig war nur im letzten Drittel mit seinem Team zufrieden. Vitali Stähle (26.) und Roman Weilert (39.) nutzten jeweils einen der zahlreichen Fehler zum Ausgleich. Dennoch gingen die Gastgeber mit einer Führung in die Pause – nur 40 Sekunden nach dem 3:3 traf erneut Kelly zum 4:3.
Im letzten Drittel war die Begegnung eine klare Sache. „Wir haben versucht, ein gutes Spiel abzuliefern, mussten aber im Schlussdrittel mehr Druck machen und haben dadurch mehr Fehler gemacht“, analysierte Eislöwen-Coach Otto Keresztes. Die Steelers nutzten diese Fehler geschickt aus. Brent Walton tauchte zweimal alleine vor Keeper Michal Marik auf, scheiterte jedoch. Er hatte aber auch den Blick für seine Nebenleute. So durfte sich auch Alexander Serikow nach einer traumhaften Kombination über Walton und Kelly in die Torschützenliste eintragen (58.). 13 Sekunden vor dem Ende schloss schließlich Justin Kelly einen Konter zu seinem dritten Treffer ab.
