Spektakuläre Spielzüge mit 3:0-Sieg belohnt
Mühlacker (rkü) – Volleyballsport auf hohem Niveau zu bieten, aber auch selbst Spaß am Spiel zu haben, war der Anspruch der U18-Nationalspieler, die sich in Mühlacker ein Stelldichein gaben. Das Match vor rund 300 Zuschauern vereinte beides. Das deutsche Team war beim 3:0 gegen Frankreich deutlich überlegen.
Die Zuschauerkulisse war nicht ganz so groß, wie es die Ausrichter des Länderspiels erhofft hatten. Jürgen Held, Abteilungsleiter Volleyball beim TV Lienzingen, freute sich dennoch: „Wirtschaftlich kommen wir auf jeden Fall raus.“ Nur die Stimmung hätte in der Mühlacker Enztal-Sporthalle noch besser sein können. So wie bei den früheren Länderspielen, insbesondere der Damenmannschaft. In sportlicher Hinsicht wurden die Hoffnungen vieler deutscher Volleyballfans erfüllt. Das Nationalteam von Trainer Stewart Bernard hatte die Gäste gut im Griff. Kein Wunder, bei der großen Reichweite, die jeder der mindestens 1,90 Meter groß gewachsenen Jungs entwickelte. Lediglich bei der Sprungkraft hatten sich manche Beobachter etwas mehr erwartet.
Auf der Tribüne hatten sich vor allem Volleyballspieler aus der Region eingefunden, um den Nachwuchstalenten zuzuschauen und hin und wieder auch zuzujubeln. Der Musikverein Enzberg hatte lange vor dem Anpfiff die Nationalhymnen gespielt. Während der Begegnung versuchten die Musiker immer wieder, „La Ola“ in Bewegung zu bringen. Doch ganz so groß war die Begeisterung zunächst nicht, die Welle wollte sich nicht so recht fortpflanzen. Das Spiel selbst ging sehr schnell über die Bühne. Die Sätze endeten 25:14, 25:21 und 25:17. Knapp über eine Stunde wurde gespielt, dann war für die Mannschaften der Pflichtteil des Abends absolviert. Doch sie waren nicht nach Mühlacker gekommen, um gleich wieder weiterzufahren. Von rund zwei Stunden Spielzeit und einem relativ knappen Resultat ausgegangen, war so mancher überrascht, dass der Zauber so schnell vorüber sein sollte. Da zögerten die Mannschaften nicht lange und gaben ihren Fans noch einen Satz als Zugabe. Für sie selbst war es eine willkommene Trainingseinheit.
Gerade die französischen Volleyballer staunten: So eine schöne Halle in der doch recht überschaubaren Stadt Mühlacker? Das waren sie von daheim nicht gewöhnt. „Sporthallen in Frankreich haben meistens nur eine dünne Schicht auf einem Betonboden und ein einfaches Dach“, erklärte Jürgen Held. An solchen Maßstäben gemessen, ist auch die etwas in die Jahre gekommene Enztal-Sporthalle in Mühlacker eines Länderspiels durchaus würdig. Vielleicht wird auch der ein oder andere hiesige Sportler nachdenklich, der aufwendige Sporthallen als Selbstverständlichkeit ansieht? Den französischen Nationalspielern hat es gefallen. Den deutschen auch. Für Stimmung sorgten sie zwischendurch selbst: „Deutschland, Deutschland!“
Vorbildlich für die zahlreichen anwesenden Sportler waren die Junioren nicht nur, was die Spieltechnik und den Einsatz auf dem Feld angeht. Beide Mannschaften hatten einen großen Kader, etwa die Hälfte der Spieler standen neben dem Feld für ihre Einwechslung bereit. Sobald es eine Spielunterbrechung gab, trabte der gesamte Tross auf und ab, um sich warm zu halten. Auch die Helfer setzten sich in jeder Unterbrechung in Bewegung – einige Wischerinnen sorgten dafür, dass Schweiß sofort wieder vom Spielfeld beseitigt wurde, bevor Rutschgefahr auftrat.
