Donnerstag, 24. Mai 2012

Familienbetrieb Iptingen – Drei Gilles mittendrin




Familienbetrieb Iptingen – Drei Gilles mittendrin
VKZ-Serie „Familienbande“ – Heute: Die Gilles

Gille M., Gille M., Gille M. – Wenn Wolfgang Schenkel die Aufstellung für die beiden Iptinger Fußballmannschaften bekannt gibt, kann das mitunter für den einen oder anderen unfreiwilligen Lacher sorgen. Denn ab und zu verzichtet der Trainer des SVI auf die vollständigen Vornamen. Marcel, Michael und Matthias Gille – seit dieser Saison tragen wieder alle drei das Iptinger Trikot.

Sie haben alle drei schwarze Haare, spielen beim SV Iptingen Fußball und wohnen gemeinsam mit ihren Eltern in Serres, einem Ortsteil von Wiernsheim. Das sind dann aber eigentlich auch schon alle Gemeinsamkeiten der drei Brüder. Marcel, mit 25 Jahren der Älteste, ist Industriemechaniker und besucht gerade nebenher die Meisterschule. „Marcel ist eher der Ruhigere von uns, aber wenn er mal laut wird, dann richtig“, sind sich seine jüngeren Geschwister einig.

Michael (22) ist der Organisierteste. „Er kann die Fäden ziehen“, sagt Marcel Gille. Er kann es nicht nur, er tut es auch. Michael Gille spielt nämlich nicht nur Fußball beim SVI, er ist zugleich auch Abteilungs- und Spielleiter. „Das ist ganz geschickt, da wir so daheim immer mit den aktuellsten Infos versorgt werden“, erklärt der 21-jährige Matthias. „Und ich kann beim Abendessen klären, wer beim Schaffen hilft“, ergänzt der Spielleiter, der sein Geld als IT-Systemkaufmann verdient. „Ich war immer der, der gerne Zeitung gelesen hat und auf die Nachrichten gewartet hat“, beschreibt sich der 22-Jährige selbst. „Wir anderen haben immer nur den Sportteil gelesen“, sagt Marcel Gille.

Matthias Gille studiert momentan Sport-, Gesundheits- und Fitnessmanagement in Karlsruhe. „Er ist der typische Student. Er macht, was ihm Spaß macht“, sagt Bruder Marcel. Außerdem sei er der Redseligste. „Er redet für drei“, so der Kommentar des großen Bruders.

Angefangen hat die Fußballkarriere des Trios beim SV Iptingen. In Serres gab es keinen Fußballverein und der SVI-Sportplatz ist nur rund 500 Meter vom Elternhaus der drei Brüder entfernt. Mit fünf Jahren haben sie angefangen. „Ich habe diesen Geburtstag so herbeigesehnt“, erzählt Matthias, denn während die beiden älteren bereits fleißig schossen, köpften und flankten, musste er zuschauen.

Er und Michael spielten in der Jugend oft in der gleichen Mannschaft. Ein gutes Duo in einem guten Team. Michael schoss in einen Jahr bei den F-Junioren rund 40 Tore. Etliche davon hatte sein Bruder vorbereitet. Übung hatten sie ja, denn oft gingen die drei Gilles nach der Schule gemeinsam auf den Bolzplatz zum Kicken.

Später wechselte Matthias Gille zum VfR Pforzheim, dann zum TSV Großglattbach, wo Bruder Marcel bereits regelmäßig dem runden Leder hinterherlief. Für die Eltern Doris und Ulli nicht immer leicht – denn nun stellte sich die Frage: Welchem ihrer Söhne sollen sie zuschauen? Sie haben eine Regelung gefunden. Entweder trennten sich die Gilles oder sie waren gemeinsam bei den Heimspielen.

Seit dieser Saison hat sich dieses Problem erledigt, denn Marcel und Matthias spielen wieder in Iptingen. Dort scheinen sich die Gilles wohlzufühlen, auch Vater Gille spielte dort schon in jungen Jahren. „Es ist ein richtiger Familienverein“, sagt Michael Gille. Nicht nur, dass fast alle Spieler bereits in der Jugend beim SVI waren, die Gilles sind nicht die einzigen im Verein, die den gleichen Nachnamen tragen. Drei Kicker tragen den Namen Gerhard, zwei heißen Rapp. „Das ist ein richtiger Familienbetrieb.“
Einerseits sei es schön, wenn alle in einem Verein spielen, anderseits sei es manchmal auch etwas seltsam. „Da kracht es auch mal“, geben die drei Brüder zu. Insgesamt machen sie aber wieder mehr gemeinsam, seit sie wieder in einem Verein spielen.

Dass alle Vornamen der Gille-Brüder mit M anfangen, ist laut Mutter Doris übrigens Zufall, aber ein Zufall, der beim SVI zum Dauerscherz geworden ist. Mittlerweile haben alle drei ihre Spitznamen. Marcel ist Knäcke, Michael ist Mixi und Matthias ist Spätzle. Und wenn Trainer Schenkel das vergessen hat, dann heißt es eben: Gille M., Gille M., Gille M..

Eva Wirth




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