VfB-Trainer: „Viel Respekt vor den Fußballfrauen“
Vaihingen (rkü) – Die Frauenfußballmannschaften aus Nussdorf und Großglattbach haben in der Vorrunde viele Enttäuschungen erlebt, die Vaihinger Spielerinnen stehen überraschend gut da. Eines ist allen gemeinsam: Sie sind zuversichtlich, nach der Winterpause zu Erfolgserlebnissen zu kommen.
TSV Nussdorf
Der TSV Nussdorf hat eineinhalb Jahre nach dem Abstieg aus der Landesliga große Probleme, in der Regionenliga zu bestehen. Nach der Hinrunde steht das Team auf dem letzten Tabellenplatz. Acht Niederlagen stehen nur zwei Siege gegenüber. Abteilungsleiterin und Torfrau Miriam Pflüger sagt dennoch: „Die Motivation ist groß.“ Die Mannschaft sei auf dem richtigen Weg. „Wir werden spielerisch besser und die Ergebnisse werden knapper.“ Immerhin verbuchte der TSV Nussdorf kurz nach einem Trainerwechsel zwei Siege. Ende Oktober hatte Joachim Gutekunst sein Engagement in Nussdorf beendet, als Nachfolger trat Meik Fechner an. Ob der Großglattbacher längere Zeit beim TSV bleibt, sei noch nicht geklärt. „Er verlangt eine hohe Trainingsbeteiligung“, sagt Pflüger. Das Interesse bei den Spielerinnen sei derzeit vorhanden. „Wir sind nur 13 oder 14, aber von denen sind zehn im Training.“ Als große Schwäche der Mannschaft nennt die Abteilungsleiterin den Torabschluss. „Bis zum Sechzehner spielen wir super, aber dann können wir den Ball nicht im Tor unterbringen.“ Im defensiven Bereich habe das Team dagegen große Fortschritte gemacht. „Wir stehen sicherer und kompakter und wir werden nicht mehr überrannt.“ Es habe sich bewährt, vom System mit Dreier- und Viererketten wieder auf Libero umzustellen.
VfB Vaihingen
Beim VfB Vaihingen herrscht eitel Sonnenschein – zumindest, was den Frauenfußball angeht. Das neu aufgestellte Team unter der Regie von Trainer Martin Käpplinger steht auf Rang sechs der Bezirksliga. „Eigentlich wollten wir Schritt für Schritt vorwärts kommen. Jetzt haben wir eben große Schritte gemacht“, lacht Käpplinger. „In der Rückrunde geht es vor allem darum, die gute Platzierung zu halten.“ Damit das gelingt, soll die Mannschaft über die Winterpause in Fußballtaktik geschult werden. „Wenn ein Angriff gestartet wird, sollte auch klar sein, wie er weitergeführt werden könnte. Fußball wird mit dem Kopf gespielt“, betont der Vaihinger Trainer. Die Software für entsprechende Schulungen habe er bereits besorgt. In praktischen Übungen will er das Erlernte bei der Mannschaft festigen. Im defensiven Mittelfeld und der Vierer-Abwehrkette laufe die Abstimmung auch jetzt schon immer besser. Die hohe Trainingsbeteiligung freut den Trainer: Von 27 Spielerinnen, die der relativ große Kader des VfB Vaihingen umfasst, seien im Schnitt 18 dabei. „Ich habe größten Respekt, jede einzelne Spielerin setzt sich voll ein. Und Cornelia Kordas als Co-Trainerin hält mir obendrein den Rücken frei.“
TSV Großglattbach
Die Frauenfußballmannschaft des TSV Großglattbach hat kräftig Lehrgeld zahlen müssen. Gleich die ersten zwei Spiele absolvierte das neu gegründete Team gegen die Spitzenmannschaften der Bezirksliga. Statt nach den 0:18- und 0:21-Niederlagen den Kopf in den Sand zu stecken, suchte sich das Team immer wieder neue Ziele. Das ist es, was der derzeitige Trainer Werner Zigan so schätzt. „Vor dem letzten Spiel der Vorrunde gegen den VfB Vaihingen hatten wir ein Torverhältnis von 3:91“, erinnert er sich. Dann habe die Torfrau Bettina Adam eindringlich an ihre Mannschaft appelliert, die Marke von 100 Gegentoren um keinen Preis zu erreichen. Das Spiel gegen Vaihingen endete 0:3, ein aus Sicht des Großglattbacher Trainers hervorragendes Ergebnis.
Wie lange Werner Zigan die Mannschaft noch trainiert, steht indes noch nicht fest. Er war in die Bresche gesprungen, nachdem der ursprüngliche Trainer Frank Schuhmacher Mitte November aus gesundheitlichen Gründen sein Amt abgegeben hatte. „Es war ausgemacht, dass ich die Mannschaft bis zum letzten Spiel vor der Winterpause trainiere“, sagt Zigan. „Jetzt haben wir uns darauf geeinigt, bis Montag (15. Dezember) noch jede Woche einmal zu trainieren. Wie es danach weitergeht, muss der Verein klären.“
Vorstellen kann sich Werner Zigan, der außerdem die Mädchenmannschaft des TSV Großglattbach trainiert, ein weiteres Engagement durchaus. „Ich komme sehr gut mit der Mannschaft zurecht“, bestätigt er. „Aber falls ich weitermachen sollte, wünsche ich mir einen Co-Trainer. Es wäre gut, wenn er üblicherweise beim Training dabei wäre und dann auch einspringen könnte, wenn ich mal krank sein sollte.“ Zuletzt seien etwa acht bis zehn der 17 Spielerinnen ins Training gekommen. „Eine Beteiligung von 13 oder 14 Spielerinnen hätte ich als Wunsch. Dann lohnt es sich auch, ein entsprechendes Training auszuarbeiten.“
