Donnerstag, 24. Mai 2012

Taekwondo – der weite Weg zum Dan


Taekwondo – der weite Weg zum Dan
Schwarzgurt-Prüfung in Sersheim krönt die einjährige Vorbereitung – Können in Kampf und Selbstverteidigung gezeigt

Sersheim (rkü) – „Taekwondo heißt, den Weg zu machen“, tröstet der Sersheimer Taekwondo-Lehrer Hasan Arslan all jene, die bei der Prüfung für den Schwarzgurt nicht erfolgreich waren. Nur acht von 14 Teilnehmern haben am Samstag die begehrte Auszeichnung erhalten.

Mucksmäuschenstill ist es in der Sersheimer Halle, als die 14 Prüflinge vor den kritischen Augen der Kampfrichter bestehen müssen. Einige sind erst zwölf Jahre alt – da sind die Eltern oft aufgeregter als die Teilnehmer der Prüfung. „Die Bewirtung im Foyer betreuen die Eltern“, erklärt Hasan Arslan. „Das beruhigt.“ Er selbst hat ein wachsames Auge auf seine Schüler. Einer davon kann an der Prüfung nicht teilnehmen, weil er sich wenige Tage zuvor am Knie verletzt hat. Für Sarah Aust, Laura Hildebrand und Konstantin Schmidt geht es dagegen zur Sache.

Ungefähr sechs Stunden dauern die Prüfungen, bei denen die Schüler umfassende Kenntnisse des Taekwondo zeigen müssen. „Tae und Kwon lernen sich recht schnell“, meint Arslan. Die zwei Worte stehen für die Fuß- und Handtechniken des Sports. „Erst viel später eröffnet sich das Verständnis für Do, was soviel bedeutet wie den Weg oder die Kunst, Körper und Geist zusammenzuführen.“ Wer an der Dan-Prüfung teilnehmen will, muss mehrere Jahre Erfahrung mitbringen. Die Farbe des Gurts wechselt dabei von weiß über gelb, grün und blau bis hin zu rot. Dabei gibt es auch alle Mischformen. Die letzte Stufe vor dem Dan, dem Schwarzgurt, ist rot-schwarz. Manche Teilnehmer der Dan-Prüfung in Sersheim tragen schon den Schwarzgurt.
Für sie geht es darum, den zweiten oder dritten Dan zu erwerben. Insgesamt gibt es neun Stufen. Die Sersheimer Sportler tragen rot-schwarz und haben den ersten Dan als Ziel.
„Mehr als ein Jahr Vorbereitungszeit braucht man dafür, wenn man den ersten Dan will“, weiß Arslan. „Drei bis fünf Trainingseinheiten in der Woche sind nötig. Außerdem ist sechs Wochen vor der Prüfung ein Vorbereitungslehrgang Pflicht.“ Damals seien etwa 30 Kandidaten in Sersheim gewesen, erinnert sich der Trainer. Einigen sei nahe gelegt worden, mit der Prüfung bis zum nächsten Termin im Frühsommer zu warten. Dann will sich auch Hasan Arslan den Kampfrichtern stellen. Er ist Träger des zweiten Dan und strebt den dritten an. Trainiert wird er unter anderem von Ralf Ufrecht und Peter Fischer. Beide kommen aus Mühlacker und tragen selbst den fünften Dan. Dass beide auch in Sersheim im dreiköpfigen Kampfgericht sitzen, ist Zufall. „Das wird vom Verband ITF eingesetzt und auch ich als Veranstalter weiß erst kurz vor Prüfungsbeginn, wer sie abnimmt“, erklärt Arslan.

Zu den Inhalten gehören völlig unterschiedliche Übungen aus allen Bereichen des Taekwondo. Die Kampfsportart stammt aus Korea und ist seit dem Jahr 2000 olympisch. So genannte Tuls, vorgegebene Bewegungsabläufe, müssen akkurat beherrscht werden. Selbstverteidigung und Partnerübungen sind ebenfalls Bestandteile der Prüfungen. Bei den Kämpfen ist es den Teilnehmern freigestellt, wie umfangreich die Schutzausrüstung ist, die sie tragen. Hasan Arslan geht auf Nummer sicher: „Meine Schüler tragen alle einen Helm.“ Beim Bruchtest entscheidet das Alter der Teilnehmer über die Art der Ausführung. Wer jünger als 15 Jahre ist, muss sein Können an der so genannten Pratze zeigen. Das ist ein Polster, das von anderen Sportlern festgehalten wird. Im Gegensatz zum Bruchtest mit Holzbrettern kommt es bei Fehlschlägen nicht zu schmerzhaften Unfällen.

Von Arslans Schützlingen (Sportschule Hwa-Rang) bestanden Laura Hildebrand und Konstantin Schmidt die Prüfung mit guten Leistungen. Von der Sportschule Scheiber in Sersheim bestand Mihajela Nosic ebenfalls die Prüfung zum ersten Dan.


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