„Ohne ehrenamtliche Helfer wären die Vereine am Ende“
Vaihingen (ev) – Fairplay und Ehrenamt werden nicht nur im Fußball gerne gefordert. Weil beispielhaftes Verhalten aber nicht immer zur Tagesordnung gehört, hat der Deutsche Fußballbund (DFB) zwei Aktionen ins Leben gerufen, um faires Auftreten und unbezahltes Engagement auszuzeichnen. Beim Ehrungsabend des Bezirks Enz-Murr wurden auch Sportler und Betreuer von den hiesigen Vereinen ausgezeichnet.
„Ohne die Ehrenamtlichen ginge in unseren Vereinen nichts“, sagte WFV-Vorstandsmitglied und DFB-Ehrenamtsbeauftragter Walter Mäck beim Ehrungsabend des Bezirks Enz-Murr in Bönnigheim. „Die Vereine sind das Herz des Sports. Sie sind Heimat. 95 Prozent der geleisteten Arbeiten sind ehrenamtlich“, führte Mäck weiter aus. Ohne diese freiwillige Arbeit wären die Vereine am Ende. Innerhalb eines Vierteljahres würde es ohne Ehrenamtliche keinen Spielbetrieb mehr geben. Kein gutes Szenario für das gesellschaftliche Leben. Damit es so weit nicht kommt, fördert der DFB das Ehrenamt. 13 Personen aus dem Bezirk Enz-Murr wurden im Rahmen der DFB-Ehrenamtsaktion und des DFB-Ehrenamtspreises ausgezeichnet.
Roland Eiberger vom TSV Ensingen zum Beispiel: Seit 1992 ist er Jugendleiter, seit 1989 Jugendtrainer. „Manchmal auch bei zwei Mannschaften gleichzeitig“, sagte Bezirksvorsitzender Hans-Jörg Arnold, der die Ehrung moderierte. Arbeitseinsätze, organisatorische Aufgaben – Eiberger sei immer vorne mit dabei.
Nicht groß anders ist es bei Willy Gerlacher (TSV Häfnerhaslach), der beim Ehrungsabend nicht anwesend war und bei Eckhardt Streckfuss (TSV Großglattbach). Gerlacher ist nicht nur in der Jugendabteilung aktiv, sondern auch Kassierer in Häfnerhaslach.
Streckfuss war nicht nur lange Zeit Torwart beim SV Sternenfels, er ist zudem noch Schiedsrichter und für die Einteilung zuständig. „Keine leichte Aufgabe“, weiß auch Arnold, vor allem weil sich Streckfuss auch um die Schiedsrichtergruppe Leonberg kümmert, deren kompletter Vorstand zurückgetreten ist. Sein Vereinskamerad Roland Werler bekam die Auszeichnung, weil er in einer Notsituation den Hausmeisterjob beim TSV übernommen hat und mittlerweile alle kleinen sowie großen Reparaturen selbst durchführt.
Ein Mann für die Wartung der Technik und Außenanlagen ist auch Carsten Götz vom FC Gündelbach. „Er hat sich über das normale Maß eingebracht“, lobte Arnold, denn nebenbei ist Götz auch noch Jugendtrainer. 2008 hat er rund 250 Arbeitsstunden für den FCG geleistet.
Herbert Rau, stellvertretender Abteilungsleiter des SV Illingen, steht eigentlich nicht gerne im Vordergrund und arbeitet lieber hinter den Kulissen. „Seine Tätigkeiten könnten ganze Seiten füllen“, lobten seine Vereinskameraden, als sie Rau für den Preis vorschlugen. Unter anderem unterstützt er den SVI bei Bauvorhaben, bewirtet Jugendturniere und vieles mehr.
DFB-Uhr, Urkunde und Mini-Ball gab es auch noch für Hans Erk (TSV Bönnigheim), Ralf Albrecht (Salamander Kornwestheim), Frauke Ernv (FC Marbach), Andrea Trautner (SpVgg 07 Ludwigsburg), Sonja Wenzel (SV Freudental) und Peter Seyb (SV Horrheim). „Peter Seyb ist ein Mensch, der alles für seinen Verein tut“, sagte Arnold. Er sei nicht nur Spielleiter, sondern räumt sonntagabends auf und nimmt bei Spielen auch die Fahne des Linienrichters mal selbst in die Hand.
„Sieger des DFB-Ehrenamtspreises“, Arnold machte es spannend ist das Ehepaar „Annemarie und Wolfgang Gutscher vom TSV Lomersheim.“ Als Gewinn gibt es für die beiden ein Dankeschön-Wochenende.
Weil aber nicht nur das Geschehen neben dem Sportplatz zählt, wurde auch das faire Verhalten einiger Sportler ausgezeichnet. Lob gab es unter anderem von Hans-Jörg Arnold: „Faires Verhalten wird immer seltener, gerade wenn es um etwas geht. Deshalb ist es lobenswert, wenn Spieler wegen des Fair-Play-Gedankens Nachteile für ihre Mannschaft in Kauf nehmen.“ Insgesamt wurden zehn Spieler, Trainer und Betreuer ausgezeichnet.
Die Lacher auf ihrer Seite hatte die Roßwagerin Jana Blessing (FV Löchgau). Ihre Mannschaft startete beim Stand von 0:0 einen aussichtsreichen Angriff. Jana Blessing kam zu Fall, der Schiedsrichter entschied auf Foul. „Ich bin doch nur über meine Füße gestolpert“, gab die Oberliga-Spielerin zu. Als ihr Trainer sich daraufhin lauthals beschwerte, wies sie ihn in die Schranken, was beim Publikum in Bönnigheim gut ankam, vor allem weil der Übungsleiter im Saal war.
Auch die beiden Roßwager Tobias Dieterle sowie Manuel Gayer und der Enzweihinger Hans-Ulrich Rähmer wurden ausgezeichnet. „Beim Spiel Ensingen II gegen Aurich sind direkt vor mir zwei Spieler zu Boden gegangen. Der Schiedsrichter wertete es als ein Foul von einem Ensinger“, erklärt Rähmer, der damals die Auricher trainierte. Bevor es eine Gelbe Karte gab, klärte Rähmer den Unparteiischen auf, „dass der junge Mann ausgerutscht ist und keine Absicht vorlag“. Die beiden Roßwager hatten sich jeweils um einen verletzten Spieler gekümmert, beides Mal in einem Relegationsspiel.
Die weiteren Geehrten waren: Gürkan Yildiz (TSV Höfingen), die D-Junioren aus Warmbronn, Carlos Gomez (DJK Ludwigsburg), Heiko Schmack (SGV Hochdorf), Christian Tschichwitz (SGV Murr) und Joachim Hecker (TSV Münchingen).
