Erste Niederlage für Großglattbach
Vaihingen (ev) – Jede Serie hat einmal ein Ende, auch die Erfolgsserie des TSV Großglattbach in der Fußball-Kreisliga B5. Elf Spiele lang war die Mannschaft ungeschlagen. Gestern hat der Tabellenzweite Iptingen die Elf von Spielertrainer Güngör Topal mit 3:0 besiegt.
Erster gegen Zweiter, Plattenderby – das Spiel Großglattbach gegen Iptingen lieferte gleich zwei gute Gründe, sich die Partie anzuschauen. So sahen es wohl auch die rund 300 Zuschauer, die ihren Mannschaften zujubelten.
Es war kein schlechtes Spiel, das die zwei Spitzenmannschaften der Kreisliga B5 zeigten, allerdings waren Torchancen in der gesamten ersten Halbzeit Mangelware. Die Gäste erarbeiteten sich ein leichtes Übergewicht. Bei den Großglattbachern, bei denen Torjäger Bülent Dönmez wegen einer Knöchelverletzung ausfiel, fehlte der absolute Wille. „Einige nahmen das Spiel wohl zu leicht“, bestätigte auch Großglattbachs Spielertrainer Güngör Topal nach 90 Minuten. Er spielte dabei auf die Tabellensituation an. Wenn Großglattbach das Nachholspiel gegen den Tabellenvorletzten Hohenhaslach gewinnt, ist die Mannschaft trotz der Niederlage wieder vor Iptingen.
Topal lebte seiner Mannschaft vor, was er wollte, lief von links nach rechts und von vorne nach hinten. Wenn er sich in den Angriff einschaltete, wurde es meist gefährlich. Bei vielen anderen in der Großglattbacher Mannschaft fehlte dagegen die Bewegungsfreude, weshalb oft auch die Anspielstationen fehlten.
Iptingen dagegen zeigte mehr Biss, spielte die Angriffe schön heraus. Nicht selten hatte man das Gefühl, dass die Spielzüge einstudiert waren. Trotzdem fiel der Iptinger Führungstreffer in der 22. Minute aus dem Nichts heraus. Nach einer Flanke von Steffen Glauner stand Julian Schreder in der Mitte bereit und köpfte ein.
Nach der Pause wurde das Spiel etwas besser, vor allem die Szenen im Strafraum häuften sich. Gleich nach Wiederanpfiff hatten die Gäste eine gute Möglichkeit und nur wenige Minuten später scheiterte Großglattbachs Andreas Geiger.
Auch die Zuschauer dankten es, dass das Spiel nun unterhaltsam war und feuerten ihre Teams lautstark an. Großglattbach hatte nun etwas mehr vom Spiel, aber Iptingen blieb über Konter äußerst gefährlich. Nach einer Chance von Philipp Rank ging es postwendend in die andere Richtung. Eftal Cebeci lief, verfolgt von Christian Gläser, alleine auf den herausstürmenden Torhüter Heiko Schäfer zu. Cebeci versuchte es mit einem Lupfer, Gläser klärte aber. So ging es hin und her. Die Großglattbacher erarbeiteten sich einige Möglichkeiten, doch teilweise standen die Hausherren zu tief. Insgesamt war der zweite Durchgang ausgeglichen.
Trainer Güngör Topal hatte seine Mannschaft in der Zwischenzeit umgestellt. Nun ging es Mann gegen Mann: „Ich wollte, dass wir das 1:1 machen“, erklärte er. In den letzten fünf Minuten ließen die Iptinger allerdings keinen Zweifel mehr an ihrem Sieg. Benjamin Rapp machte mit dem 2:0 eine Minute vor Schluss alles klar. Während sich Großglattbachs Urgestein Uwe Prohaska lauthals ärgerte: „Das war einen Katastrophe. Die sind nicht mal mitgelaufen“, löste sich bei den Iptingern der Druck. Der Jubel war groß.
Das 3:0 folgte in der Nachspielzeit nach einer schönen Eckballvariante. Marc Nowotny trat die Ecke, Manuel Rivoir ließ geschickt durch, Markus Drexler wartete im Hinterhalt und erzielte den Treffer zum 3:0-Endstand.
Iptingens Trainer Wolfgang Schenkel war die Freude anzusehen. Jetzt ist sein Team wieder dran, hat fürs Erste sogar die Tabellenführung in der Kreisliga B5 übernommen. „Wir waren in der ersten Halbzeit besser. Nach dem Tor musste Großglattbach kommen, aber wir haben kämpferisch dagegen gehalten“, zieht er sein Fazit. Dass das Spielerische da etwas zu kurz kam, störte ihn nicht weiter. „Auf den Plätzen muss man in dieser Jahreszeit kämpferische Qualitäten aufweisen“, sagte Schenkel.
Güngör Topal wirkte dagegen äußerst geknickt. „Insgesamt geht der Sieg in Ordnung. Im Torabschluss hatten wir allerdings Pech“, meinte er. Wie er mit der Niederlage umgehen will, weiß er nicht. Immerhin war es auch die erste seit er in Großglattbach ist. Dann fand er aber auch etwas Gutes an der Niederlage: „Vielleicht war es gar nicht so schlecht, dass wir verloren haben. Jetzt wissen wir auf jeden Fall, wie es ist, zu verlieren.“
TSV Großglattbach: Heiko Schäfer – Krauth, Gläser, Schöttle (70. Bögelsack), Migulla, Prohaska, Brian Gerhart (46. Zander), Geiger, Topal, Kohler (63.Dudt), Rank.
SV Iptingen: Ulm – Keller, Andreas Gerhard, Matthias Gille (55. Stefan Gerhard), Dertinger, Benjamin Rapp, Cebeci (85. Nowotny), Glauner, Schreder, Michael Knödl, Heiko Knödl (75. Drexler).
