Gehenbühl (ev) – Im Sommer war der FC Gehenbühl kurz davor, in die Bezirksliga aufzusteigen, doch dann verlor die Mannschaft in der Relegation gegen den FV Roßwag und blieb in der Fußball-Kreisliga A2. Seitdem gibt es vom FCG keine guten Nachrichten mehr – zumindest keine sportlichen.
Momentan steht der FC Gehenbühl auf dem letzten Platz in der Kreisliga A2. Wer hätte das vor einem halben Jahr gedacht? Damals stand die Mannschaft nämlich in der Relegation, hatte die Chance, in die Bezirksliga aufzusteigen. Das war am 13. Juni. Doch es war der Tag der Wende.
Gehenbühl traf damals auf Roßwag. Der FVR ging in Führung, aber Gehenbühl schaffte durch Luca Sica den Ausgleich. Doch in Halbzeit zwei schoss Roßwag zwei weitere Tore und sicherte sich das Weiterkommen in der Relegation (der FVR verlor dann aber das letzte Spiel gegen Pleidelsheim). Für den FC Gehenbühl war der Traum des Aufstiegs ausgeträumt und der Fahrstuhl fing an, sich abwärts zu bewegen.
Zehn Spieler verließen den Verein, darunter auch Leistungsträger. Von der Mannschaft, die im Relegationsspiel gegen Roßwag auf dem Platz stand, sind heute nur noch vier Spieler für die erste Gehenbühler Mannschaft im Einsatz: Torwart Jörg Gelbricht, Nicola Böhm, Raimundo Pereira und Boris Lindemann, der mittlerweile Spielführer ist. Denis Lupp ist auch noch da, aber momentan verletzt. Alle anderen spielen mittlerweile für einen anderen Verein, wegen Trainingsrückstand für die zweite Mannschaft oder sie haben die Kickschuhe ganz an den Nagel gehängt.
So auch der Torschütze des 1:1 im Relegationsspiel. Luca Sica hat aus beruflichen Gründen aufgehört. Sein Sturmkollege Francesco Vanella ist in die Schweiz gezogen. „Die beiden Abgänge tun uns schon weh“, sagt Gehenbühls Abteilungsleiter Jochen Stöckle.
Die vielen Abgänge konnte der FCG auf jeden Fall nicht kompensieren. „Wir waren ja an einigen Spielern dran, aber die wären nur gekommen, wenn wir aufgestiegen wären“, seufzt Stöckle. „Wenn wir aufgestiegen wären, hätten wir uns aber auf jeden Fall verstärken müssen. Aber eine Bezirksligamannschaft wäre sicherlich verlockender gewesen.“ Doch aus dem Aufstieg wurde ja bekanntlich nichts und nach dem Ausscheiden aus der Relegation war nicht mehr viel Zeit, zu handeln und um Spieler zu verpflichten. „Im Nachhinein wäre es sicherlich besser gewesen, wenn wir schon nach dem letzten Punktspiel gewusst hätten, in welcher Klasse wir spielen.“
Im Sommer wurden aber nicht nur Spieler, sondern auch der Trainer ausgetauscht. Das hätte aber nichts mit dem Nicht-Aufstieg zu tun gehabt, denn Michael Miek habe einfach eine andere Herausforderung gesucht. „Das wussten wir aber schon vor der Relegation. Wir haben uns nicht im Streit getrennt“, erklärt Stöckle.
Markus Witte hat die Truppe dann übernommen. Seine Aufgabe: etliche Perspektivspieler in die Mannschaft einzubauen und einen Neuaufbau durchzuführen.
Bisher eher ohne Erfolg, wobei sich Stöckle und Co-Trainer Oliver Hummel einig sind, dass es auch anders hätte laufen können. „Wir haben oft einfach nicht das Tor getroffen“, sagt zum Beispiel der Abteilungsleiter.
In der Rückrunde soll nun alles besser werden. „Unser großer Vorteil ist, dass wir wussten, dass es eine schwere Saison wird und dass wir darauf vorbereitet waren“, so Stöckle. Außerdem sei das Klima gut und trotz des letzten Tabellenplatzes mache das Arbeiten Spaß. „Einige Spiele waren schon sehr knapp, weshalb viele nicht verstehen, wieso wir so schlecht dastehen“, meldet sich Hummel zu Wort. Einige Male habe einfach die Cleverness und die Erfahrung gefehlt.
So kam es, dass Gehenbühl erst drei Punkte auf dem Konto hat, vier Punkte Rückstand auf den Vorletzten und sieben Zähler auf einen definitiv sicheren Platz. Hummel ist aber guter Dinge: „Ich glaube fest daran, dass wir in der Rückrunde die nötigen Punkte holen werden.“
Zeit wird es, denn sonst droht Gehenbühl entweder der Abstieg oder erneut ein Relegationsspiel – aber dieses Mal würde es um den Klassenerhalt gehen.
