A-Junioren des VfB Stuttgart zu Gast in Illingen
Mit so vielen Zuschauern hätten wir nicht gerechnet“, sagte Jörg Rieger, der Sportliche Leiter des SV Illingen. 200 Eintrittskarten hatte man bei der Fußballabteilung des SVI für das Spiel gegen die A-Junioren des VfB Stuttgart angefertigt – und die waren schon vor Spielbeginn alle weg. Am Ende schauten sich rund 300 Zuschauer das Spiel zwischen den SVI-Herren und dem VfB-Nachwuchs an. Eine beachtliche Kulisse für einen regnerischen Mittwochabend. Eigentlich hätte man beim SVI lieber am Samstag (15. Dezember) gegen den VfB Stuttgart gekickt. Da absolvieren die VfB-A-Junioren allerdings ihr Bundesligaspiel bei 1860 München.
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Dass der Tabellenführer der A-Junioren-Bundesliga Süd/Südwest überhaupt in Illingen spielte, ist alles andere als selbstverständlich. Normalerweise testet der VfB-Nachwuchs zwar auch gegen Mannschaften aus dem Aktivenbereich, die sind dann jedoch in der Regel ein paar Ligen höher in der Landes- oder Verbandsliga angesiedelt. Die guten Kontakte von SVI-Coach Ferdinand Haupt, der einst bei den Stuttgarter Kickers als Jugendtrainer beschäftigt war, machten’s überhaupt erst möglich, dass es zu dem Freundschaftsspiel kam.
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Ferdinand Haupt selbst war vor dem Spiel noch beim Friseur gewesen. Er betonte jedoch, dass dies nichts mit der Partie gegen den VfB zu tun habe. In der Startformation der Stuttgarter stand in Steven Kröner ein Spieler, den Haupt vor einigen Jahren bei den Stuttgarter Kickers trainiert hatte.
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Die VfB-Delegation war am Mittwochabend früh angereist. Um 16.15 Uhr fuhren die Stuttgarter nach Illingen, wo sie gegen 17.10 Uhr eintrafen. Mit zwei Bussen und drei Pkw sind die Spieler in die Strom- berggemeinde gebracht worden. Nicht an Bord waren dabei jedoch die Juniorennationalspieler. Überhaupt standen in der Startformation zunächst die Reservisten, für die das Spiel gegen Illingen eine Möglichkeit sein sollte, um Spielpraxis zu sammeln.
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Um 18.30 Uhr hatten die Bambini sowie die F2-Junioren des SV Illingen ihren großen Auftritt. Sie durften vor dem Anpfiff gemeinsam mit den Hauptakteuren aufs Spielfeld einlaufen. Als dann die Namen der VfB-Spieler verlesen wurden, hörte manch ein Zuschauer genau hin. Vielleicht kickt ja der eine oder andere Spieler in ein paar Jahren im Profibereich.
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Illingens Torhüter Thomas Fritsch hatte vor allem ein Ziel: so wenig Gegentore wie möglich kassieren. Zwölf Minuten hielt Fritsch seinen Kasten sauber. Dann ging plötzlich das Licht aus. Was war passiert? Offensichtlich hatte es eine Sicherung rausgehauen. Vier der sechs Flutlichtmasten waren danach dunkel. Der Schiedsrichter Manuel Ade-Thurow (Sersheim) unterbrach die Partie, ließ dann aber sieben Minuten später weiterspielen, obwohl die Sichtverhältnisse stark eingeschränkt waren. Bei einem offiziellen Ligaspiel hätte Ade-Thurow wohl nicht so schnell weitergemacht. „Wenn aber so viele Zuschauer zu so einem Spiel kommen, dann sollte man schauen, dass es bald weitergeht“, so Ade-Thurow, der an der Seitenlinie von Kevin Reiner (SV Horrheim) und Emin Cam (TSV Kleinglattbach) assistiert wurde. Zwei Minuten nach der Zwangspause zappelte der Ball dann erstmals im Netz. Manuel Grampes hatte den VfB mit einem Kopfball in Führung gebracht.
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Praktisch im Gegenzug hatte Illingen die größte Chance. Oliver Rapp knallte den Ball an die Torumrandung. „Wenn der Ball reingeht, läuft das Spiel ganz anders“, tat Rapp nach dem Schlusspfiff kund. So waren’s dann aber die Stuttgarter, die durch Daniel Wahnsiedler und erneut Grampes bis zur Pause auf 3:0 erhöhten.
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Zwischendurch war das Licht kurz wieder an- und dann aber auch gleich wieder ausgegangen. Bis zum Beginn der zweiten Halbzeit hatte es aber eine eilends informierte Fachkraft geschafft, dass wieder alle sechs Flutlichtmasten Helligkeit spendeten. Im zweiten Durchgang gab’s vor allem auf Seiten der Illinger ein munteres Wechselspiel. Jeder durfte mal gegen den VfB ran, selbst auf der Torhüterposition kam’s zu einem Tausch (der junge Marco Blessing kam für Thomas Fritsch).
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Tore gab’s im zweiten Durchgang reichlich zu sehen. Stuttgarts Boris Vukcevic war bereits 50 Sekunden nach dem Wiederanpfiff erfolgreich; danach erhöhten Daniel Wahnsiedler, Benjamin Maas, Bence Varga und Shaban Ismail bis zum Schlusspfiff auf 8:0. Der Stadionsprecher sprach hinterher sogar von einem 9:0-Sieg; vermutlich hatte er eine der drei Aktionen, bei denen der Ball an die Torumrandung des SVI-Gehäuses ging, als Treffer interpretiert.
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Geld floss für den Auftritt der VfB-Junioren nach SVI-Angaben keines. Als „Honorar“ gab’s ein Essen nach Spielende. Das SVI-Buffet hielt unter anderem Schnitzel und Hähnchenschlegel für die Stuttgarter Spieler parat. Auf der Großbildleinwand lief dann noch das Champions-League-Spiel des VfB in Barcelona. Hinterher gab’s viel Lob für die Illinger. „Die Stuttgarter haben sich bedankt, ihnen hat’s offensichtlich bei uns sehr gut gefallen“, teilte Wolfgang Auer mit. Ein erneutes Spiel zwischen dem VfB-Nachwuchs und dem SV Illingen ist nicht ausgeschlossen.
Autor: Michael Bofinger
