Vaihingen (mb) – Für Daniel Kurfiss (TTF Gündelbach) gibt es nur einen überzeugenden Grund, das gängige Spielsystem in der Deutschen Tischtennis Liga (DTTL) zu ändern: eine erhöhte TV-Präsenz. Er sagt: „Nicht zuletzt Fernsehmacher, die sich für den Tischtennissport seit einiger Zeit einsetzen, wie Roman Bonnaire (Anm.: Sportchef des Saarländischen Rundfunks) und Benno Neumüller (Anm.: Chef der Medienfirma Contenthouse, welche zuletzt Übertragungen von Bundesligaspielen im DSF ermöglichte), bemängeln, dass Tischtennisspiele beim gegenwärtigen Austragungsmodus unkalkulierbar lange andauern, um sie live im Fernsehen zu übertragen.“ Selbst der einstige deutsche Spitzenspieler Jörg Roßkopf zeige Verständnis dafür, dass angesichts des gegenwärtigen Modus die TV-Präsenz dürftig sei.
Kurfiss: „Von daher scheint die Maßnahme richtig, dass die DTTL die Spieleranzahl auf drei begrenzen will.“ Für ihn gibt es aber noch einige Fragen, die sich in diesem Zusammenhang stellen: „Wird man dann zukünftig wirklich öfters Tischtennis live im TV bewundern? Halten die TV-Macher ihre Versprechungen, dann mehr vom schnellsten Ballsport der Welt zu zeigen? Und werden die Einschaltquoten stimmen, so dass sich die Übertragungen auch wirklich lohnen? Für alle Tischtennisinteressierte ist dies zu hoffen."
Für Matthias Grünenwald vom TSV Un- termberg steht ebenfalls die TV-Frage im Mittelpunkt: „„Sollte deswegen mehr Tischtennis im Fernsehen kommen, ist die Änderung sinnvoll.“ Er hätte jedoch mit den Änderungen so lange gewartet, bis ein unterschriftsreifer TV-Vertrag vorgelegen hätte und dieser auf Dreierteams basiert. Grünenwald hofft, dass es auch in Zukunft deutsche Spieler in der Bundesliga geben wird: „ Dies wird jetzt natürlich schwerer. Vielleicht hätte man verpflichtend festlegen müssen, dass ein Deutscher pro Team spielen muss.“
Valentin Holzberger (SV Horrheim) war vor kurzem beim Bundesligaspiel zwischen Frickenhausen und Düsseldorf in der Porsche-Arena. Er sagt: „Die Zuschauerresonanz und die mediale Präsens waren dem sportlichen Rahmen mehr als würdig. Trotz des klaren 6:1-Erfolgs der Gäste war ich restlos begeistert.“ Dem Beschluss des Hauptausschusses des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB), ab der Bundesliga-Saison 2008/09 nur mit Dreiermannschaften zu spielen, steht Holzberger eher skeptisch gegenüber: „Ich glaube nicht, dass das Interesse des Fernsehens dadurch zunehmen wird, was anscheinend der Hauptgrund dieser Entscheidung war.“ Und auch aus rein sportlicher Sicht hält er nicht viel von der Änderung: „Wo junge, hoffnungsvolle deutsche Talente bisher in verschiedenen Bundesligamannschaften im hinteren Paarkreuz zu Einsatz gekommen sind, wird die Chance nun möglicherweise verbaut, sich mich Spitzenspielern zu messen.“
Ähnlich skeptisch äußert sich Thomas Gutjahr vom TSV Kleinglattbach zu der Thematik. Er würde die Zahl der Spieler nicht verringern, sondern im Gegenteil von vier auf sechs erhöhen: „Das Spiel ginge dann länger, die Zuschauer würden mehr Unterhaltung haben.“ Sprich: Es würde mehr Spiele geben und somit auch die Spannung steigen. Gutjahrs Einwand: „Bei Dreierteams spielt ja einer gar kein Doppel, das finde ich langweilig.“
