Donnerstag, 24. Mai 2012

Fußball-Vorschau, Kreisliga A3


Haupt gibt die Richtung vor.
Der SVI ist wieder auf dem Weg, den Trainer Haupt vorgegeben hat. Foto: Bofinger

Illingen (ev) – Der Saisonstart der Illinger Fußballer ging in die Hose. Bis zum achten Spieltag stand die Elf von Trainer Ferdinand Haupt auf dem letzten Tabellenplatz. Jetzt ist die Mannschaft Siebter. Deshalb gibt’s auch eine Belohnung: ein Freundschaftsspiel gegen die A-Junioren des VfB Stuttgart.
Abstiegsangst hatte Ferdinand Haupt nie, auch nicht als seine Mannschaft in der Fußball-Kreisliga A3 auf dem letzten Platz stand. „Ich wusste, dass wir da nicht hingehören“, sagt der SVI-Trainer. Doch eine Frage quälte auch ihn: Wann findet seine Mannschaft zurück auf den richtigen Weg? Um den Prozess zu beschleunigen, setzte Haupt einige Hebel in Bewegung. Das Training wurde noch intensiver und zielgerichteter geführt. „Es waren ja oft nur Kleinigkeiten, deretwegen wir verloren haben“, so Haupt. Und dann habe es eine Weile gedauert, bis die Spieler mit der Eigenkritik angefangen hätten. „Am Anfang sind ja immer die anderen schuld.“
Das endgültige Umdenken fand im Spiel gegen Sersheim statt. Ab da hätten es die Spieler verstanden, dass man sich auch Kleinigkeiten erarbeiten muss. Seitdem wären auch wieder die Diskussionen verstummt, ob und inwieweit ballorientiertes Spiel und eine Viererkette in der Kreisliga sinnvoll sind. Und damit die Illinger weiter auf der Welle des Erfolgs mitschwimmen konnten, setzte Haupt noch einen drauf: „Vor vier Wochen, nachdem wir ein paar Erfolgserlebnisse hinter uns hatten, sagte ich, dass es möglich sei, dass wir ein Spiel gegen die A-Junioren des VfB Stuttgart bestreiten. Aber nur, wenn noch neun Punkte dazu kommen“, erzählt Haupt. Und dass der Übungsleiter hart bleiben würde, war klar. Denn eigentlich sollte das Spiel bereits in der Sommervorbereitung stattfinden. „Aber da war schon der Wurm drin. Als wir dann die ersten drei Spiele vergeigten, habe ich das Spiel gegen den VfB endgültig auf Eis gelegt“, erzählt Haupt.
Nun sind die neun Punkte beisammen, weswegen am nächsten Mittwoch (12. Dezember) um 18.30 Uhr die Partie gegen den Tabellenführer der A-Junioren-Bundesliga in Illingen stattfinden wird. Das Ganze ist ein schönes Schmankerl und Haupts Mannschaft kann sicherlich einiges lernen. „Zum Beispiel, dass man mit Ehrgeiz weit kommen kann. Man muss nur konsequent an seinen Schwächen arbeiten“, sagt Haupt. Trotzdem ist Haupt das Punktspiel gegen Roßwag wichtiger. Das Hinspiel gewann der FVR mit 3:2. „Mit einem Sieg könnten wir weiter Luft zwischen uns und den Relegationsplatz bringen und unserem neuen Saisonziel, einem gesicherten Mittelfeldplatz, ein Stück näher kommen“, sagt Ferdinand Haupt. Und dann geht es schon darum, die neue Saison zu planen. Vielleicht stoßen sogar schon zur Rückrunde neue Spieler zum SVI, dringend gesucht wird auf jeden Fall ein Stürmer, denn in der Liga hat der SV Illingen gemeinsam mit dem TSV Häfnerhaslach die wenigsten Tore geschossen (17).
Die Pause kommt Haupt gelegen: „Die Spieler können so ihre Wehwehchen auskurieren, den Kopf freibekommen, so dass sie frisch in die Vorbereitung starten.“ Danach wiederholen sich allerdings die Spiele, in denen der SVI schlecht ausgesehen hat. „Die Gegner wissen, dass wir nicht mehr so auftreten werden. Und eins ist auch klar – 0:4 werden wir gegen Kirchheim nicht mehr verlieren“, kündigt der SVI-Trainer an. Kirchheim ist am Sonntag zu Gast in Sersheim. Haupt glaubt, dass Kirchheim gewinnt: „Sersheim ist ausrechenbar. Kirchheim hat zwar das Hinspiel 0:4 verloren, aber die werden sich jetzt auf die beiden Sonnenbergs eingestellt haben.“
 Und wie gehen die anderen Spiele aus? Ein Unentschieden könnte es seiner Meinung nach in den Partien Bönnigheim gegen Großglattbach und Wiernsheim gegen Nussdorf geben. Einen Heimsieg könnte für den VfB Vaihingen herausspringen, der auf Sönmez Bietigheim trifft. Dem FV Löchgau II (zu Gast in Häfnerhaslach) und dem VfL Gemmrigheim (zu Gast in Hohenhaslach) traut er Auswärtssiege zu.
Das Tippen funktioniert, für andere Dinge hat sich Ferdinand Haupt Alternativlösungen einfallen lassen. Ein Hilfsmittel ist dabei unter anderem das Internet. Auf der SVI-Homepage veröffentlicht der Coach ab und an einige Worte. Unter anderem nach der 0:4-Pleite gegen Kirchheim und die Kritik fiel hart aus, aber genau das wollte der Illinger Übungsleiter. Mit seinen Einträgen wollte er Reaktionen aus den Spielern rauskitzeln – positiv wie negativ.
Aber ist so etwas nicht besser in einer Spielersitzung aufgehoben? „Da bekommen es die Spieler ja auch zu hören, aber es sind ja nicht immer alle anwesend und dann würde die Kritik verhallen“, erklärt Haupt. Dieses Forum gebe ihm eben die Möglichkeit, eine Brücke zu bauen, immerhin wohne er 53 Kilometer von Illingen entfernt, wodurch es nicht so leicht sei, am engmaschigen Vereinsleben teilzunehmen. Mal schauen, ob Haupt nach dem Roßwag-Spiel noch einmal in die Tastatur hauen wird.


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