Donnerstag, 24. Mai 2012

Spiel des Tages


Spielbild von der Partie Iptingen gegen Oberriexingen.
Oberriexingen (am Ball: Streicher) hat erstmals in dieser Saison auswärts verloren.

Wiernsheim (mb) – Die Partie begann mit achtminütiger Verspätung. Der Grund: Schiedsrichter Roland Maier (Heilbronn) hatte eine äußerst abwechslungsreiche Anreise hinter sich. Auf dem Weg zum Spiel kreuzte eine Schafherde seinen Fahrtweg, dann wurde er geblitzt und als er schließlich in Iptingen ankam, fand er einen leeren Sportplatz vor. Der war nicht bespielbar und so musste sich Maier auf den Weg nach Wiernsheim machen, wo die Partie des SVI gegen Oberriexingen auf dem Kunstrasenplatz ausgetragen wurde. Es war das erste Mal, dass die Iptinger ein Heimspiel auf dem neuen Spielfeld austrugen. Umkleidemöglichkeiten gab’s in Wiernsheim keine, daher zogen sich die Spieler der Heim- und Gästemannschaft in Iptingen um. Der Schiedsrichter kleidete sich hingegen in Wiernsheim direkt vor Ort um – im Geräteschuppen. „Was die Umkleidemöglichkeiten betrifft, so müssen wir für die Zukunft sicher eine andere Lösung finden“, so Iptingens Trainer Wolfgang Schenkel.
Bei kühlen Temperaturen liefen die Gäste in gelb-schwarzen Trikots mit langen Ärmeln auf. Da die „lange Version“ der Iptinger gelb ist, spielten die Gastgeber in ihren kurzen grünen Hemden, wobei der eine oder andere Akteur ein langes Shirt drunter hatte oder mit Handschuhen spielte.
Die erste Aktion hatten die Oberriexinger, die diesmal ohne ihre talentierten A-Jugendlichen antraten, durch Dietz (9.). Doch dann legten die Iptinger los. Erst hatte Eftal Cebeci zwei Chancen (10., 11.), dann war es Marc Nowotny, der nach einer Vorarbeit von Philipp Lauser sein Glück versuchte (14.). Nach einer Viertelstunde war der Tabellenzweite der Führung ganz nah. Heiko Knödl passte den Ball zu Julian Schreder und der junge Stürmer setzte das Sportgerät an den Pfosten (16.). In Minute 21 kam der Ball nach einer Kombination über Steffen Glauner und Marco Keller zu Eftal Cebeci, doch auch diese Chance blieb ungenutzt. Nun begann es in Wiernsheim zu regnen. Und das Spiel verlief bis zum Seitenwechsel wie das Wetter; es tröpfelte so dahin.
Der zweite Durchgang begann mit einer Iptinger Großchance, die von Julian Schreder vergeben wurde. Recht unerwartet gingen die Oberriexinger dann nach 56 Minuten in Führung. Maximilian Dietz brachte von der rechten Seite eine Ecke herein, Defensivspieler Sebastian Schüle stieg hoch und köpfte den Ball über die Linie – 0:1. Doch es dauerte nicht lange, bis auch der Iptinger Anhang jubeln konnte. Nach 61 Minuten versuchten es die Gastgeber über die rechte Seite. Steffen Glauner passte zu Eftal Cebeci, der leitete klug zu Julian Schreder weiter. Tor. 1:1.
Der SV Iptingen legte nach. Während Cebeci (66.) und Nowotny mit einem Fernschuss (73.) nicht erfolgreich waren, lag der Ball nach 75 Minuten dann doch im Oberriexinger Netz. Vorbereitet hatte den Treffer Philipp Lauser, der den Ball von der linken Seite hereingebracht hatte; TSV-Keeper Markus Bayha flog zwar quer durch seinen Torraum und wehrte den Ball in der Luft liegend nach vorn ab, doch nahm Iptingens Steffen Glauner den Ball direkt ab und konnte mit einem wunderschönen Treffer für das 2:1 sorgen (75.). Die Oberriexinger reklamierten lautstark, dass dem Treffer ein Handspiel vorausgegangen sei. Iptingens Trainer Wolfgang Schenkel sagte dazu: „Ich habe die Szene nicht genau gesehen und kann daher nicht sagen, ob es Hand war oder nicht.“ Allerdings seien zwischen dieser Aktion und dem Treffer bestimmt 30 bis 40 Sekunden vergangen, so dass sie nicht entscheidend gewesen sei.
Oberriexingen war nach diesem Gegentreffer nicht mehr in der Lage, das Spiel noch zu wenden. „Wir haben nach der Führung nichts mehr investiert“, stellte Oberriexingens Torschütze Sebastian Schüle nach dem Schlusspfiff fest. Für Aufregung sorgte der TSV nur noch einmal nach 82 Minuten. Jochen Hüeber wurde eingewechselt, allerdings war nicht ganz klar, wer raus sollte. Maximilian Dietz, der mit den Kräften am Ende war, trotte schon in Richtung Seitenauslinie, doch wurde Adin Ribic ausgewechselt. Sogleich machte sich jedoch Axel Haverkamp warm, so dass Dietz drei Minuten später das Feld verlassen durfte.
Iptingens Coach Schenkel war hinterher froh über den knappen Sieg: „Gegen Oberriexingen tun wir uns immer schwer.“ Im Vorjahr kam sein Team zu Hause gegen Oberriexingen nicht über ein 1:1 hinaus.Vor einem Jahr spielte beim TSV noch Benjamin Langhans mit, der sich damals im Spiel gegen Iptingen schwer verletzte und mit dem Hubschrauber abtransportiert wurde. Gestern war Langhans, der mittlerweile in Brackenheim spielt, als Zuschauer vor Ort und musste mitansehen, wie seine bislang so auswärtsstarken ehemaligen Teamkameraden ihre erste Saisonniederlage in der Fremde kassierten.

SV Iptingen: Ulm – Benjamin Rapp, Andreas Gerhard, Lauser, Dertinger, Keller (63. Stephan Gerhard), Schreder, Glauner, Cebeci (86. Bach), Heiko Knödl, Nowotny.

 

TSV Oberriexingen: Markus Bayha – Thomas, Schüle, Triantafillidis, Andreas Heine, Dennis Bayha, Ribic (82. Hüeber), Dietz (85. Haverkamp), Streicher, Benjamin Zech, Kunz.


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