Donnerstag, 24. Mai 2012

VKZ-Serie: Familienbande – Heute: Die Igels


Die Geschwister Igel
Julia (li.) und Melanie Igel widmen sich beide dem Spiel mit dem Federball. kor

Im Sport ist Julia Igel vielseitig einsetzbar. Sie stand im Handball-Tor, ehe sie sich vor zwei Jahren dem Faustball-Bundesligisten TV Bretten angeschlossen hat. Während sie hinter der Leine verteidigt, setzt Julia Igel am Netz auf Angriff. Mit dem SV Illingen spielt sie inzwischen in der Badminton-Verbandsliga. Zwei Klassen darunter spielt ihre ältere Schwester Melanie mit dem Federball.
Sport gehört zu den Dingen, die Melanie und Julia Igel verbinden. Sie greifen nicht nur beide zum Badminton-Schläger, sondern besuchen auch schon mal gemeinsam Spiele des Fußball-Bundesligisten VfB Stuttgart. Dennoch sind die Igel-Schwestern ganz unterschiedliche Typen.
Die 23 Jahre alte Melanie zählt eher zu den stillen Zeitgenossen. Ihr Reich befindet sich im Keller des elterlichen Hauses. „Dort habe ich meine Ruhe und kann abschalten“, sagt Melanie Igel. Alleine schon das kleine Piercing am rechten Nasenflügel lässt vermuten, dass die drei Jahre jüngere Julia ein eher extrovertierter Typ ist. „Sie redet auf jeden Fall mehr“, sagt denn auch Melanie Igel und fügt hinzu: „Bei ihr geht es meistens um Sport.“
Julia selbst gibt gerne Geld für ihre Badminton-Kleidung aus: „Auch sonst kaufe ich gerne Klamotten.“ Ein wenig öfter als die Schwester ist Julia Igel auch am Abend unterwegs. Wann immer sie sich zu Hause aufhält, ist dies offenbar auch im Keller nicht zu überhören. „Julia hört man immer“, sagt Melanie Igel. Dann übernimmt ihre Schwester das Wort und sagt lachend: „Melanie sagt manchmal, ich sei ein Trampel. Da mein Zimmer genau über ihrem liegt, hat sie wohl den Eindruck, dass ich ihr auf dem Kopf herumtrample.“
Doch Melanie, die als technische Konfektionärin Schutzanzüge anfertigt, schätzt nicht nur Ruhe in den eigenen vier Wänden, sondern hat es auch in Sachen Badminton lange sehr ruhig angehen lassen. Als sie vor eineinhalb Jahren zu den Federball-Freunden des SV Illingen zurückgekehrt ist, bereute sie allerdings, dass sie am Ende ihrer Zeit in der Jugend aufgehört hatte. „Badminton sei gut für die Fitness“, sagt Melanie Igel. Eine gute Figur abzugeben, ist auch ihrer 20 Jahre alten Schwester wichtig. „Ich kann nur schlecht verlieren“, erklärt Julia Igel: „Wenn ich – wie bei der Bezirksrangliste – gegen eine Spielerin in der Vorrunde gewinne, aber im Finale gegen sie verliere, dann ärgert mich das sehr.“
In gut zehn Jahren Badminton hat Julia Igel einige Pokale nach Hause gebracht und sich nebenbei die Anerkennung der älteren Schwester gesichert. „Julia ist schon die Bessere von uns beiden“, sagt Melanie Igel. Die Frage, ob sich das Kräfteverhältnis in der Vergangenheit auch schon anders dargestellt habe, lässt beide Schwestern verstummen. Dann erträgt ausgerechnet die ruhige Melanie die Stille nicht mehr und sagt an ihre Schwester gewandt: Bitte sag‘ ja.“
„An Ehrgeiz fehle es Melanie nicht“, erklärt Julia daraufhin. „Melanie ist eine Freizeitsportlerin, während Julia für den Sport lebt und auch in dieser Hinsicht sehr zielstrebig ist“, sagt Ingrid Igel, die Mutter der jungen Frauen. Julia Igel, die stets fleißig Turniere besucht und schon den einen oder anderen Erfolg verbuchen konnte, hat sich auch in der Verbandsliga gut eingelebt. Die 20-Jährige bestritt bisher fünf von sechs Einzeln und hat erst eines verloren. „Es gibt keine Übermannschaften“, sagte Julia Igel nach dem Aufstieg in die Verbandsliga und bekundete, dass sie einem Durchmarsch in die Württemberg-Liga nicht abgeneigt wäre. Dass es mit dem Aufstieg klappt, ist schon angesichts personeller Engpässe nicht wahrscheinlich, aber immerhin noch möglich. Als Tabellendritter liegt der SVI in Lauerstellung.
Zwei Klassen tiefer ziert der SVI II das Tabellenende. Am Wochenende bestritt Melanie Igel für die Mannschaft das erste Einzel, das sie nicht gewinnen konnte. Doppel und Mixed eingeschlossen musste die Freizeitsportlerin vier Niederlagen einstecken.
Gegen den TV Markgröningen II (3:5) hätte sie ihrer Mannschaft schon mit einem Sieg weiterhelfen können, beim 1:7 gegen Bezirksliga-Tabellenführer Markgröningen I stand aber nicht nur sie auf verlorenem Posten. Abgesehen von einem hart erkämpften Sieg konnten die sechs Vertreter von Illingen II nicht einen Satzgewinn verbuchen. Julia Igel hat indes auch die neu gemeldete dritte Mannschaft (Vorletzter der Kreisklasse) im Blick, denn dort hat sie eine interessante Bekanntschaft gemacht. (kor)


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