Donnerstag, 24. Mai 2012

Franz verpasst Bronzemedaille knapp




24/08 2010

Franz verpasst Bronzemedaille knapp

LA
Felix Franz sprintete bei den Olympischen Jugendspielen in Singapur über 400 Meter Hürden trotz einer Viruserkrankung auf Platz vier. Foto: Görlitz/Archiv

Kleinglattbach/Singapur (nac). Für Felix Franz ist kurzzeitig eine Welt zusammengebrochen. Sein großer Traum, eine olympische Medaille, ist geplatz. In 51,60 Sekunden belegte der Kleinglattbacher in Singapur über 400 Meter Hürden Platz vier hinter Norge Sotomayor Lara aus Kuba, Kumar Durgesh aus Indien und William Mbevi Mutunga aus Kenia.

Es waren nicht die Wettkämpfe des Felix Franz. Gerade als es darauf ankam, hatte er sich einen Virus eingefangen. Nach dem etwas schwächeren Vorlauf am Mittwoch (wir berichteten) wurde der 17-Jährige richtig krank. Er musste mit Fieber und Grippe zwei Tage das Bett hüten und hatte absolutes Sportverbot. Erst am gestrigen Morgen gab der Mannschaftsarzt des Deutschen Leichtathletik-Verbands (DLV) grünes Licht. Die Mission olympische Medaille konnte also doch noch starten.

Trotz seiner Schwächung durch die Viruserkrankung lief Franz ein couragiertes Rennen auf der unbeliebten Außenbahn. Nach 51,60 Sekunden stoppte die Uhr des Zeitnehmers für ihn. „Das war eine überragende Leistung bei strömendem Regen“, freute sich sein Heimtrainer Thomas Riegraf, mit dem Franz bei der LG Neckar-Enz trainiert. „Damit kam er fast an seine Zeit von Moskau ran.“ Bei den europäischen Ausscheidungswettkämpfen in der russischen Hauptstadt war Franz mit 51,07 Sekunden persönliche Bestleistung und deutschen B-Jugend-Rekord gelaufen. In Singapur reichte es dennoch nicht ganz. Der Kubaner Norge Sotomayor Lara bestätigte erneut, dass er der zurzeit weltbeste Nachwuchshürdensprinter ist. Er gewann die Goldmedaille in 50,69 Sekunden. Mit jeweils persönlichen Bestleistungen wurden Kumar Durgesh (Indien) in 50,81 Sekunden und William Mbevi Mutunga (Kenia) in 51,23 Sekunden Zweiter und Dritter. Auf den Plätzen fünf und sechs beendeten Enrique Gonzales aus Spanien (52,35 Sekunden) und Raheen Williams aus Australien (52,38 Sekunden/persönliche Bestzeit) das Rennen. Der Finne Oskari Moro wurde disqualifiziert. Ali Alghamdi aus Saudi Arabien war gar nicht erst angetreten.

Franz lief toll an. Die ersten Hürden überquerte er tadellos in einem 13er Rhythmus, war genauso schnell wie der spätere Sieger Sotomayor aus Kuba. An der sechsten Hürde passierte dem Kleinglattbacher aber ein kleiner Fehler. Er musste kurz kürzer treten und kam ein wenig aus dem Rhythmus. Danach lief es wieder gut. Aber an der achten Hürde hatte der Kenianer Mutanga etwas mehr Schwung und zog an Franz vorbei. Hier merkte man, das Franz etwas geschwächt war. Normalerweise hat der 17 Jahre alte Kleinglattbacher gerade auf der Zielgeraden seine Stärke. „Ich bin mir sicher, ohne Grippe und den kleinen Fehler wäre Felix hier unter 51 Sekunden gelaufen“, sagte Riegraf etwas enttäuscht. „Schade, aber so ist es im Sport nun mal. Dennoch hätte Felix eine Medaille verdient gehabt.“

Nach der harten Wettkampfsaison steht nun erst einmal Urlaub an. Franz wird sich vier Wochen Zeit für sich selbst nehmen. Dann beginnt wieder die Vorbereitung auf die U-20-Europameisterschaften, die im nächsten Jahr das Ziel des Nachwuchssprinters sind. Und durch die Wettkämpfe in Singapur scheint der Kleinglattbacher Blut geleckt zu haben. Sein langfristiges Ziel sind die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro in Brasilien im Jahr 2016.




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