Traum von einer olympischen Medaille lebt
20/08 2010
Traum von einer olympischen Medaille lebt
Singapur/Kleinglattbach (nac). Felix Franz (LG Neckar-Enz) steht bei den Olympischen Jugendspielen in Singapur im Finale über 400 Meter Hürden. In seinem Vorlauf wurde der Kleinglattbacher Zweiter hinter Kumar Durgesh aus Indien. „Eine 52er Zeit ist schon schnell, auch wenn es etwas von seiner Bestzeit entfernt ist“, sagt Martin Grund, Trainer bei der LG Neckar-Enz.
Franz war als bester Europäer nach Singapur gereist. In diesem Jahr ist in seiner Altersklasse nur einer schneller gelaufen als er – Norge Sotomayor Lara aus Kuba. Und der Sechste der Jugend-Weltmeisterschaften von 2009 zeigte sich auch in Singapur im Vorlauf bereits in hervorragender Verfassung. In 51,74 Sekunden blieb er als einziger Starter unter 52 Sekunden. Die zweitschnellste Vorlaufzeit lief Durgesh (52,20 Sekunden) vor Oskari Moro aus Finnland (52,70 Sekunden) und Ali Alghamdi aus Saudi Arabien (52,89 Sekunden). Mit seinen 52,95 Sekunden ließ Franz im Vorlauf nur Enrique Gonzales aus Spanien (53,14 Sekunden) sowie die beiden schnellsten Drittplatzierten in ihren Vorläufen, William Mbevi Mutunga aus Kenia (53,08 Sekunden) und Raheen Williams aus Australien (53,11 Sekunden) hinter sich.
Im Finale am Montag (19.40 Uhr/Ortszeit) startet Franz allerdings auf der unbeliebten Außenbahn. „Bei seiner Statur ist das aber nicht so schlimm“, erklärt Grund. „Felix ist relativ groß. Schlimmer wäre es, wenn er innen laufen müsste, da er dann seine Schrittlänge noch mehr an die Distanz zwischen den Hürden anpassen müsste.“ Allerdings hat die Außenbahn einen großen Nachteil: Dem Läufer fehlt jegliche Orientierung, wie die Konkurrenten den Sprint angegangen sind. „Auch auf Bahn zwei oder drei können ziemlich gute Läufer starten. Wenn die schnell angehen, kann es als Starter auf der Außenbahn fast schon zu spät sein, wenn man sie dann in der letzten Kurve sieht“, sagt Grund.
Dass Franz aber mit solchen Situationen umgehen kann, hat er erst vor kurzem bei den deutschen Jugendmeisterschaften in Ulm bewiesen. Auch da lief der 17 Jahre alte Kleinglattbacher im Finale mit Bahn sechs relativ weit außen, gewann aber die Goldmedaille. Grund: „Wenn Felix gut drauf ist, kann er sein Tempo laufen und braucht niemanden, um sich zu orientieren. Außerdem ist er einer, der hintenraus noch zulegen kann.“
Immerhin hat Franz sein Minimalziel, den Einzug in den Endlauf, erreicht. Nun kann er nach Höherem streben. „Er rechnet sich jetzt bestimmt selbst aus, in den Medaillenkampf eingreifen zu können“, gibt sich Grund optimistisch.
Der erste Höhepunkt bei den Olympischen Jugendspielen war für Franz die Eröffnungsfeier in der Marina Bay. Die Marina Bay ist eine Bucht vor der Skyline von Singapur, in der sich ein riesiges Freilufttheater befindet. Die Bühne ist auf das Wasser hinausgebaut. Und rund 40 000 Menschen finden auf den Rängen Platz. Mit Bussen ging es aber zunächst für die Sportler vom Olympischen Dorf zur Formel-1-Rennstrecke. Dort stellten sich alle zum Einmarsch in das Theater auf. Jede Nation versammelte sich hinter einem Schild, auf dem der Name der jeweiligen Nation stand, und der Flagge. Die deutsche Fahne trug die Kunstspringerin Kieu Duong auf die Bühne. „Wer die Eröffnung bei den Olympischen Spielen in Peking 2008 gesehen hat, kann sich vorstellen, wie es bei uns war. Ich habe aber alles kleiner erwartet. Doch die Show war so gigantisch“, war Franz beeindruckt. Insgesamt rund 5000 Darsteller haben eine fulminante Show geboten. Zum Abschluss der rund dreistündigen Veranstaltung haben IOC-Präsident Jacques Rogge und der Präsident Singapurs, Sellapan Ramanathan, die Spiele für eröffnet erklärt.
Als Höhepunkt wurde im Leuchtturm der Marina Bay das Olympische Feuer entzündet. Die sieben Meter hohe Flamme wird wie bei den Spielen der Erwachsenen bis zur Schlusszeremonie brennen.
