Donnerstag, 24. Mai 2012

Mit oder ohne Sandhausen in die Bundesliga




Marco Pischorn – vor Kurzem noch im Trikot des VfB Stuttgart, jetzt in Sandhausen. Foto: Baumann
Marco Pischorn – vor Kurzem noch im Trikot des VfB Stuttgart, jetzt in Sandhausen. Foto: Baumann

Sersheim/Sandhausen (dha). Den Durchbruch hatte er eigentlich schon geschafft. Vier Bundesligaeinsätze für den VfB Stuttgart in der Saison 2008/09 und den Profivertrag in der Tasche. Doch doppeltes Verletzungspech zerstörte fürs Erste alle Träume von Marco Pischorn aus Sersheim. Jetzt spielt er beim SV Sandhausen und will wieder in Richtung Bundesliga.

Als der SV Sandhausen seine Mannschaft vorstellt, strahlt der Mann mit der Nummer 24 übers ganze Gesicht. Marco Pischorn ist zufrieden. „Ich denke, dass der Wechsel ein guter Schritt für mich ist“, sagt der Innenverteidiger. Nach einigem Hin und Her hat es geklappt: Pischorns Wechsel vom VfB Stuttgart zum SV Sandhausen. Schon zum Ende der vorigen Saison bekundeten die Sandhäuser Offiziellen ihr Interesse. Neben dem SVS gab es noch weitere Interessenten, darunter auch mehrere Zweitligisten. „Es waren aber keine Riesenkracher dabei und ich war mit keinem der Angebote zufrieden“, sagt Pischorn. Einige Wochen machte sich der 24-Jährige seine Gedanken, allerdings ohne Kontakt zu Vereinen zu haben. Als Befreiungsschlag bezeichnet der Blondschopf dann den zweiten Anruf aus Sandhausen. Der SV unterbreitete ihm ein Angebot, das genau seinen Vorstellungen entsprach.

Der Eindruck, dass der Wechsel die richtige Entscheidung war, bestätigt sich bei den ersten Trainingseinheiten und Testspielen, wie Pischorn berichtet: „Ich bin super aufgenommen worden und kannte auch schon einige Spieler.“ Der aus Mühlhausen stammende Sebastian Fischer, der in seine zweite Spielzeit beim SVS geht, ging gleich auf den Neuzugang zu. „Er hat gefragt, ob ich nicht der aus Sersheim bin. Wir verstehen uns von Anfang an super“, berichtet der Innenverteidiger. Mit seinem neuen Team hat sich Pischorn große Ziele gesetzt: „Das Optimale wäre natürlich der Aufstieg, aber wir sollten erstmal schauen, unter die ersten fünf zu kommen. Dann ist der Abstand nach oben auch nicht mehr so groß. Wir haben eine relativ junge Mannschaft, aber der Verein hat viele Topleistungsträger von guten Teams geholt. Bis jetzt bin ich voll zufrieden.“ In dieser Mannschaft möchte sich Pischorn durchsetzen: „Mein Ziel ist es, erstmal Stammspieler zu werden. Dabei habe ich den Vorteil, dass der Trainer meine Stärken kennt.“ Doch es sollte möglichst noch höher gehen. „Wenn du einmal Bundesliga gespielt hast, willst du da auch wieder hin. Ich denke, dass ich das schon drauf hab und ob ich es mit oder ohne Sandhausen schaffe, wird man sehen.“ Hoffenheim hat es vorgemacht, wie man von der Dritten Liga ganz nach oben kommt.

Den Saisoneinstand bezeichnet der Sersheimer als optimal. Nach mehreren Testspielen, in denen er zum Teil sogar schon als Kapitän agierte und mehrere Tore schoss, ging es zum Drittliga-Auftakt zu Wacker Burghausen. Dort siegten die Hartwäldler souverän mit 4:1 und Pischorn spielte 90 Minuten durch. Wenn Sandhausen weiter so erfolgreich spielt, ist der Aufstieg in die zweite Bundesliga ein realistisches Ziel. Dort hätte Pischorn eigentlich schon in der vergangenen Saison gespielt. Doch der Wechsel zum Karlsruher SC scheiterte. Die Vorgeschichte: Im Oktober 2007 kam der Sersheimer im Spiel gegen Bayer Leverkusen zu seinem Bundesligadebüt. Dort wusste er zu überzeugen und kam zu drei weiteren Einsätzen. Der Sprung in die Bundesliga schien geglückt.

Doch zwei schwere, direkt aufeinanderfolgende Verletzungen machten dem jungen Profi einen Strich durch die Rechnung. Nach der Wiedergenesung kehrte er in die zweite Mannschaft zurück und knüpfte an seine guten Leistungen an.

Vor der vergangenen Saison äußerten mit dem FC Augsburg und dem KSC zwei Zweitligisten ihr Interesse. Während es von den Augsburgern nur eine Anfrage gab, waren sich Pischorn und der KSC eigentlich einig. Doch die beiden Vereine kamen bei der Ablösesumme nicht auf einen Nenner. Somit spielte Pischorn wieder in der Dritten Liga, wo er zunächst von Trainer Thomas Geyer zum Kapitän benannt wurde. In der Saison gab es dann eine kleine Meinungsverschiedenheit mit dem Trainer, Patrick Funk übernahm das Kapitänsamt. Am Ende ging man im Guten auseinander: Pischorn bezeichnet den VfB weiterhin als seinen Traumverein und schließt eine eventuelle Rückkehr nicht aus.




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