Den Ensinger Kickern fehlt die Konstanz
Ensingen (rkü). Der TSV Ensingen hat die sechswöchige Vorbereitung auf die Fußballsaison beinahe abgeschlossen. Trainer Achim Lehmann ist weitgehend zufrieden mit dem Verlauf. Dennoch sollte der ein oder andere Spieler dem Hobby Fußball ein wenig mehr Bedeutung zumessen, meint Lehmann.
„Natürlich spielt man bei uns in der Kreisliga B5 Fußball nur, um Spaß zu haben“, erklärt Achim Lehmann. Doch der Fußballtrainer des TSV Ensingen setzt hinzu: „Ich habe doch nur dann Spaß am Spiel, wenn ich meinem Gegenspieler in der 70. Minute noch davonlaufen kann und nicht die ganze Zeit hinterherlaufe.“ Neben der notwendigen Ausdauer gehöre auch ein gewisses Maß an Technik dazu, um Spiele so zu gestalten, dass man seine Freude daran haben könne. „Auch der Trainer und der Spielleiter haben nur dann ihren Spaß, wenn es sportlichen Erfolg gibt.“ Um keinen Preis will Lehmann mit der Ensinger Elf in die C-Klasse absteigen. Er befürchtet, dass in diesem Fall einige Leistungsträger dem Verein den Rücken kehren würden, was fatale Auswirkungen auf den Fußball in Ensingen hätte.
Momentan, in der Endphase der Vorbereitung, ist der Trainer aber recht zufrieden. „Es ist okay, wie die Jungs mitziehen.“ Wichtig sei, dass in der kommenden Saison mehr Konstanz im Spiel gezeigt werde als in der vergangenen. Sowohl Meister SV Iptingen als auch Vize TSV Großglattbach mussten beim TSV Ensingen Punkte lassen. Doch wenn an einem Wochenende Spitzenleistung gezeigt wurde, fiel die Mannschaft am nächsten in ein Leistungstief und holte gegen Absteiger SV Riet nur ein Unentschieden. „In der B5 geht es jedes Jahr eng zu. Wir müssen es endlich schaffen, gegen unsere Konkurrenten konsequent drei Punkte zu holen“, fordert Lehmann. Darum ist er auch mit dem Abschneiden in der Saison 2008/2009 nicht zufrieden. Sein Team wurde Elfter. „Hätten wir das letzte Spiel gegen Absteiger Hohenhaslach gewonnen, wären wir Siebter geworden.“
Wenn man den aktuellen Spielerkader betrachtet, hat sich der TSV Ensingen über den Sommer leicht verstärkt. Andreas Schock, bisher die Nummer zwei im Tor, verließ den Verein in Richtung Enzweihingen. Sehr zum Leidwesen von Trainer Lehmann. „Wenn unser Torwart Marvin Seizinger ausgefallen ist, war es immer beruhigend, in Schock eine gute Vertretung zu haben.“ Doch Schock habe in Ensingen nie den Weg an Seizinger vorbei geschafft und hoffe jetzt wohl andernorts auf einen Stammplatz. Güney Yildiz zieht es nach Roßwag, wo bereits sein Bruder spielt. Im Gegenzug stehen vier Neuzugänge auf der Kaderliste des TSV Ensingen. Lehmann freut sich über Michael Mahler (19), der nach einjähriger Verletzungspause vom SV Illingen kam und in dem er einen künftigen Stammspieler heranwachsen sieht. „Sein technisches Verständnis ist da, jetzt muss er noch in die Mannschaft finden.“ Marco Wald, den Rückkehrer Hakan Saygi von Türk Gücü Möglingen mitgebracht hat, „wird uns weiterhelfen“ meint Lehmann nach der Vorbereitung. Außerdem soll Patrick Urbani aus der Jugend zu den Aktiven aufrücken.
Dazu kommt, dass nach mehrwöchigem verletzungsbedingtem Ausfall Nico Kullmann wieder voll einsetzbar sei. Rexhe Elezaj werde der Mannschaft ebenfalls wieder zur Verfügung stehen, nachdem er sich zuletzt aus beruflichen Gründen hatte zurückhalten müssen. Einschränkungen durch Beruf, Studium und schulische Ausbildung sind für Achim Lehmann die großen Unbekannten beim Blick auf die kommende Saison. „Unser Kader ist so dünn, da können wir nicht viele Ausfälle verkraften. Aber natürlich gehen Schule und Beruf vor.“ Darum tut er sich auch schwer mit einer Prognose. Besser abzuschneiden als im Vorjahr ist das Minimalziel. Für Lehmann an sich überhaupt kein Problem – wenn die Mannschaft vollständig antreten kann und mitzieht.
