Gündelbach (sv). Drei Punkte unter Dach und Fach gebracht haben die Gündelbacher beim gestrigen Mettertalderby. Die spielerische Dominanz Sersheims machten die Platzherren mit Kampf, Effizienz und hohem Gras wett.
„Wir haben drei Punkte. Fertig. Gut.“ Gündelbachs Spielertrainer Markus Posch war die Freude über den 3:2-Erfolg seiner Elf anzusehen. Trotz acht Ausfällen und einem lediglich zwölf Spieler umfassenden Kader fuhr der FCG einen Derbysieg in der Kreisliga A3 ein. Wie prekär die Personalsituation bei den Gündelbachern derzeit ist, verdeutlichte Posch an zwei Beispielen. Philipp Wimmer, 18 Jahre alt und eigentlich A-Junior, wurde ins kalte Wasser geworfen und spielte über die volle Distanz im Gündelbacher Mittelfeld. Angreifer Andreas Bahmer war erst zwei Stunden vor dem Anpfiff aus dem Urlaub zurückgekommen. Er war es auch, der nach drei Minuten per Freistoß für die erste Offensivaktion der Blau-Weißen sorgte.
Beide Teams setzten auf ihre Angriffsreihen, wobei Sersheim die zwingenderen Torchancen hatte. Zweimal trafen die Gäste, gestern übrigens mit ungewohnt neongrünen Trikots, das Gebälk, etliche Male ging der Ball neben das Tor oder in die Arme von FCG-Torhüter Benjamin Hirschle. Spielertrainer Björn Hammel haderte nach dem Spiel mit der Effektivität seiner Mannschaft: „Wir sind mit unseren Torchancen zu fahrlässig umgegangen.“
„Wenn sich das nicht rächt“, orakelten einige Sersheimer Fans und sollten Recht bekommen. 25 Minuten waren gespielt, als Gündelbachs Steffen Burger die Abwehr der Gäste überlistete und den Ball kraftvoll in den Winkel schoss – 1:0. Sieben Minuten vor dem ersten Treffer hatte die neu besetzte Sersheimer Innenverteidigung schon einmal schlecht ausgesehen. Alexander Schaaf und Hammel ließen Andreas Bahmer laufen, Keeper Daniel Faigle rettete in letzter Minute.
Dass die Sersheimer doch treffen können, bewies Serdar Caliskan nach einer halben Stunde. Zentral auf das Tor zulaufend, tanzte er Markus Oberrauch aus und nagelte den Ball förmlich zum 1:1-Ausgleich ins Netz.
Gerne hätten die Sersheimer fünf Zeigerumdrehungen später per Strafstoß ein weiteres Tor erzielt. Als Hakan Atalay im Strafraum von Hirschle zu Fall gebracht wurde, pfiff Schiedsrichter Yunus Tak aber nicht. Seine Entscheidung war wohl richtig, da der FCG-Keeper in dieser kniffligen Situation den Ball vor Atalay traf.
Ebenfalls für Aufregung beim VfR-Anhang sorgte das Geläuf in Gündelbach. Der Rasen des neuen Sportplatzes war ausgesprochen hoch. Sogar Gündelbachs Ortsvorsteher Thomas Fritzlar war das nicht gemähte Gras ein Dorn im Auge.
Der Abwehrfehler, der für die 2:1-Führung der Sersheimer kurz nach dem Seitenwechsel sorgte, gefiel Fritzlar wohl ebenso wenig. Michael Schmid erwischte Gündelbachs Daniel Autenrieth auf dem falschen Fuß und musste den Ball nur noch ins Tor schieben. Der VfR war besser aus der Kabine gekommen und machte das Spiel. Das Problem war weiterhin die Chancenverwertung.
Anders die Hausherren: Urlaubsrückkehrer Bahmer spitzelte Faigle den Ball aus der Hand und machte das 2:2. Sersheim ließ sich davon nicht beeindrucken und spielte weiter auf Sieg. Andreas Glaser köpfte zwanzig Minuten vor Schluss nur knapp am Tor vorbei.
So war es Philipp Aisenbrey, der den Gästen in Spielminute 75 das Genick brach. Ein Fernschuss, bei dem die VfR-Abwehr erneut nicht fehlerfrei aussah, bescherte den Gastgebern den Dreier. Eine letzte Chance für Sersheim hatte der eingewechselte Manuel Anshelm. Er tanzte nicht aus der Reihe – und vergab.
VfR-Trainer Hammel gab sich dennoch zuversichtlich: „Die Mannschaft hat das umgesetzt, was ich wollte.“ Gündelbachs Posch lobte die Moral seiner Elf: „So eine kämpferische Leistung habe ich selten gesehen.“
Tore: 1:0 Burger (25.), 1:1 Caliskan (30.), 1:2 Michael Schmid (47.), 2:2 Bahmer (65.), 3:2 Aisenbrey (75.).
Schiedsrichter: Yunus Tak (Ludwigsburg).
Zuschauer: 120.
Spieler des Tages: Andreas Bahmer (Gündelbach), ließ sich kurzfristig aufstellen und läutete die Aufholjagd der Hausherren ein.
FC Gündelbach: Hirschle – Rohloff, Autenrieth, Oberrauch, Gobbo, Posch, Aisenbrey (88. Jakupi), Burger, Wimmer, Zorn, Andreas Bahmer.
VfR Sersheim: Faigle – Aprigliano, Hammel, Schaaf, Staudenmaier (63. Anshelm), Stefan Schmid, Caliskan (75. Marbach), Seidel, Glaser, Michael Schmid, Atalay.
