Fitness überdeckt spielerische Defizite
Nussdorf (rkü). Von der Spieltechnik und dem Spielerischen insgesamt könne seine Mannschaft nicht mit den Spitzenteams der Fußball-Kreisliga A3 mithalten, sagt Nussdorfs Trainer Gerd Hausmann. Doch die körperliche Fitness und der kämpferische Einsatz seien so ausgeprägt, dass der Klassenerhalt ein realistisches Saisonziel sei.
„Die Staffel ist nach dem Abstieg der Vereine aus Besigheim und Vaihingen noch stärker geworden“, urteilt Gerd Hausmann über die Fußball-Kreisliga A3. „Auch nach hinten hin ist die Spielstärke sehr ausgeglichen.“ Bei vermutlich drei direkten Absteigern und einem Relegationsplatz bedeute dies für den TSV Nussdorf, dass er von Anfang an um den Klassenerhalt kämpfen müsse. Um in der Spitzengruppe der A3 mitzuspielen, habe seine Mannschaft zu viele Defizite, gibt der Trainer zu. Eines davon sei, dass man die gegnerischen Teams nicht so unter Druck setzen könne, wie es erforderlich sei, um ganz vorne dabei zu sein. Hausmann setzt darauf, dass seine Taktik der vergangenen Jahre wieder zum Erfolg führt: „Es ist viel wert, dass die Mannschaft fit ist und auch bei hohem Tempo mitgehen kann. Das hat sich jahrelang bewährt.“
Seine Saisonvorbereitung hat er entsprechend aufgebaut und ist mit dem Ergebnis auch recht zufrieden. Am Anfang der fünfwöchigen Vorbereitung mussten die Nussdorfer Spieler ein hohes Laufpensum absolvieren, danach konzentrierte sich Hausmann auf das Training von Spielzügen. Die Mannschaft ist konditionell fit. Doch in den Vorbereitungsspielen konnte sie ihn noch nicht so recht überzeugen. Zwar gewann sie gegen Markgröningen, Ensingen und Unterriexingen jeweils knapp, doch die Spiele waren durchwachsen. „Wir haben auf einige Urlauber verzichten müssen, darum haben andere Spieler auf für sie ungewohnten Positionen gespielt“, erläutert Hausmann. Nach kurzem Zögern ergänzt er, dass es noch einen zweiten Grund für die nicht ganz befriedigenden Leistungen gegeben habe: „Die Spiele wurden zu locker angegangen. Für viele war es wie im Training.“ Diese Einstellung müsse sich schnellstens ändern.
Wenn am Sonntag (23. August) die Mannschaft des TSV Nussdorf in Wiernsheim zum ersten Punktspiel aufläuft, hat sie ihr Gesicht auf mehreren Positionen verändert. Stefan Michael verließ den Verein in Richtung Kleinglattbach, Martin Grözinger übernahm das Amt des Trainers beim Ligakonkurrenten FV Roßwag. „Das sind große Verluste für uns“, unterstreicht Gerd Hausmann. Zahlenmäßig hat sich der dünne Kader des TSV Nussdorf allerdings leicht verstärkt – in Jens Dieterle, Erik Feucht, Manuel Rapp und Johannes Wizemann stoßen vier Spieler aus der eigenen Jugend zu den Aktiven.
Hausmann, dem die Tätigkeit als Trainer beim TSV Nussdorf viel Spaß macht, weiß um die Bedeutung der Jugendarbeit. „Wir müssen auf die Jugend setzen, denn auf die kann man sich verlassen.“ Mit anderen Worten: Wenn weder herausragende sportliche Erfolge noch Sponsoren eine Verlockung für erfahrene Spieler darstellen, sollte wenigstens der Nachwuchs an den Verein gebunden werden.
Zu den Favoriten für die Meisterschaft in der Kreisliga A3 zählt Hausmann die SpVgg Besigheim, den FV Roßwag und den FV Löchgau II. „Vielleicht auch noch Gemmrigheim – zumindest gegen uns haben die gut gespielt.“
