Vaihingen/Calw (evg). Wie es bei den Faustballerinnen des TV Vaihingen weitergeht, ist ungewiss. Gleich zwei Spielerinnen werden den Verein verlassen. Am Wochenende gab es allerdings nur Grund zum Jubeln. Der TVV zitterte zwar bis zum Schluss, steigt nun allerdings in die höchste deutsche Spielklasse auf.
Ein Sieg und eine Niederlage waren das Resultat der Vaihingerinnen bei den Aufstiegsspielen. Die Niederlage gab’s zuerst und sie fiel deutlich aus. Der TVV verlor die ersten drei Sätze schnell. Auf allen Positionen spielte Vaihingen unsicher und insbesondere im Angriff war die Fehlerquote deutlich zu hoch. Aufstiegsfavorit Calw spielte dagegen routiniert und sicher. Im zweiten Satz wechselte Trainer Marco Lochmahr Stefanie Späth aus, dafür kam Nadine Rothmaier ins Spiel. Dadurch stabilisierte sich die Abwehr, aber Hauptangreiferin Eva Zimmermann hatte weiterhin Probleme. Im dritten Satz kam Natalie Lochmahr für Eva Grözinger. Lochmahr wechselte als reine Defensivkraft nach vorne rechts. Den Rückschlag übernahm Sandra Harsch aus der Abwehr heraus. „Calw war in diesem Spiel einfach besser. Mir ist es im Angriff nicht gelungen, Druck aufzubauen“, sagt Angreiferin Eva Zimmermann.
Das zweite Spiel war von langen Ballwechseln geprägt
Direkt nach der Niederlage mussten die Vaihingerinnen gegen Aschaffenburg ran. Die ersten beiden Sätze gingen an den TVV. Doch dann wechselte Aschaffenburg Hauptangreiferin Katja Gade gegen Nadine Ziesing. Im dritten Satz führte Aschaffenburg mit 9:7, der TVV konnte bei 10:10 noch ausgleichen, musste den Satz dann aber doch mit 14:12 abgeben. Ähnlich wie dieser Satz war auch der darauf folgende von langen Ballwechseln geprägt, bei denen beide Mannschaften hauptsächlich von den Fehlern des Gegners profitierten. Diese Ballwechsel kosteten insbesondere Hauptangreiferin Eva Zimmermann viel Kraft. Daher wechselte sie phasenweise auf die Zweitschlagposition und Sandra Harsch kam für die Rückschläge.
Auch den vierten Satz verlor Vaihingen. Im fünften erspielte sich der TVV jedoch schnell eine Vorsprung. Bei 6:2 wurden die Seiten gewechselt. Am Ende hieß es 11:6 für Vaihingen. Der Aufstieg war jedoch noch nicht besiegelt, denn falls Aschaffenburg im letzten Spiel gegen Calw gewinnen würde, wären alle Teams punktgleich und das Satzverhältnis würde entscheiden. Vaihingen würde dabei am schlechtesten abschneiden.
Es blieb spannend. Calw gewann einen Satz und verlor einen. Insgesamt war die Leistung der Calwerinnen lange nicht mehr so gut wie gegen Vaihingen. „Calw war durch den deutlichen 3:0-Sieg gegen uns schon durch. Es sah aus, als sei es ihnen schwer gefallen, die Anspannung zu halten“, erzählt Vaihingens Nadine Rothmaier. Von den Zuschauerrängen aus musste Vaihingen mitansehen, wie Aschaffenburg auch Satz drei gewann. Satz vier ging wieder an Calw, aber auch im fünften Satz kämpfte Aschaffenburg weiter und Calws Stefanie Dannecker blieb im Rückschlag ungewohnt wirkungslos. 10:10 – Auch der letzte Satz ging in die Verlängerung. Beide Mannschaften schafften es nicht, ihre Spielbälle zu nutzen. Erst beim 14:12 war das Spiel für Calw entschieden.
Mit dem Aufstieg verabschiedet sich die langjährige Hauptangreiferin Eva Zimmermann aus der Mannschaft, da sie nach Düsseldorf zieht. „Der Abgang von Eva reißt bei uns im Schlag eine riesige Lücke. Wir haben praktisch keinen adäquaten Ersatz für sie“, sagt Trainer Marco Lochmahr. Trotzdem wollte die Mannschaft aufsteigen. „Wer in einem Jahr den Erstligaangriff übernimmt, ist noch offen. Das lassen wir auf uns zukommen. In einem Jahr kann viel passieren“, sagt Spielführerin Corinne Hunger. In der nächsten Saison wird zudem Eva Grözinger wegen eines Auslandsaufenthaltes pausieren. Das Gesicht der Mannschaft wird sich dadurch deutlich verändern.
