Donnerstag, 24. Mai 2012

Tropisches Klima als Herausforderung




Die Vaihinger Faustball-Nationalspieler blicken auf ihre Zeit bei den World Games in Taiwan zurück.
Die Vaihinger Faustball-Nationalspieler blicken auf ihre Zeit bei den World Games in Taiwan zurück.

Vaihingen (rkü). Die Vaihinger Faustballer sind längst von den World Games in Taiwan zurück. Sich an das Wetter in Deutschland zu gewöhnen, ging wesentlich schneller als mit den tropischen Rahmenbedingungen in Taiwan zurecht zu kommen. Mit etwas zeitlichem Abstand blicken die Mitglieder der Nationalmannschaft noch einmal zurück.

„Es war mörderisch“, sagt Michael Marx über seine ersten Eindrücke. „Schon das Warmmachen war extrem anstrengend“, ergänzt Andreas Rothmaier. Hitze und extreme Luftfeuchtigkeit ließen den Faustballsport, der in der Heimat ohne größere Probleme ausgeübt wird, in Taiwan zur übermäßigen körperlichen Kraftanstrengung werden. Seinen Eindruck aus dem ersten Training schildert Kolja Meyer: „Ich habe gedacht, das kann ja heiter werden. Schon vor Trainingsbeginn ist mir die Brühe nur so runtergelaufen.“ Mannschaft und Trainer haben aber schnell ein Mittel gefunden, gegen die Überanstrengung vorzugehen: „Wir haben das Warmmachen auf das Nötigste beschränkt.“ Außerdem seien die zu jeder Zeit vorhandenen Zuschauer als Balljungen eingespannt worden, wenn das runde Leder mal wieder zu weit ins Aus geschlagen wurde.

Bis zu einer Woche habe die Umgewöhnung gedauert, berichten die vier TVV-Faustballer, die mit der Nationalmannschaft in Kaohsiung waren. Dann hatten sie sich nicht nur an die extremen Klimaverhältnisse akklimatisiert. Auch Land und Leute lernten sie im Verlauf ihrer Reise etwas kennen, obwohl sie fast ausschließlich mit Faustballern zu tun hatten. „Die Leute sind so gastfreundlich, dass die meisten nur staunen können“, sagt Andreas Rothmaier. „Sie lassen so gut wie keine Hilfe von anderer Seite zu. Nur sprechen in Taiwan nicht viele Englisch. Und wenn, dann noch schlechter als wir.“ Wenn es um den Sport ging, konnten sich die Faustballer auch gut mit Händen und Füßen unterhalten, doch wie machten sie dem Taxifahrer klar, in welches Hotel er sie bringen sollte? „Wir haben uns dann einfach mit Visitenkarten vom Hotel beholfen“, erklärt Kolja Meyer. Er sei selbst überrascht gewesen, wie schnell er die Scheu davor verloren habe, sich auf Englisch zu verständigen. „Am Schluss ist es mir sogar passiert, dass mich Leute auf Deutsch angesprochen haben und ich versehentlich auf Englisch geantwortet habe.“

Was Krankheiten und Verletzungen angeht, wurde aus dem Vaihinger Quartett Marco Lochmahr am ärgsten gebeutelt. Er musste sogar eine Trainingspause einlegen. Die übrigen hatten mit kleineren Blessuren oder Entzündungen zu kämpfen. Kolja Meyer bringt es auf einen kurzen Nenner: „Bei mir hat es am Rücken beim Schwitzen recht stark gebrannt, aber es hat ansonsten nicht weiter gestört.“

Mit etwas Abstand betrachtet, ordnen die Vaihinger Nationalmannschaftsmitglieder die sportliche Leistung und das Abschneiden als Vierter ein. Andreas Rothmaier sagt: „Klar ist man enttäuscht, wenn man schon mit beiden Beinen im Finale steht und am Ende doch nur die goldene Ananas gewinnt.“ Kolja Meyer bedauert, dass die deutsche Mannschaft erstmals ohne Medaille von einem großen Turnier zurückgekehrt sei. „Wir haben gesehen, dass wir alle drei Mannschaften schlagen können, die am Ende vor uns waren.“ Auch Michael Marx meint: „Wir sind schon ganz nah dran an den Großen, aber leider ist nur der vierte Platz rausgekommen.“ Ein Ansporn für künftige Aufgaben in der Nationalmannschaft. Die Vaihinger freuen sich darauf, noch öfter im Deutschlandtrikot zu spielen.




Seitenanfang