Alexander Krieger fliegt heute zur Weltmeisterschaft der Rad-Junioren
Vaihingen (rkü). Es klingt recht selbstbewusst, was Alexander Krieger vor der Weltmeisterschaft sagt. „Ich würde schon gerne unter die ersten Zehn kommen.“ Bei einem Rennen, das die besten Nachwuchsradfahrer aus aller Welt vereint, klingt das nach einem sehr ehrgeizigen Ziel. Doch der 17-Jährige aus Vaihingen kennt internationale Wettbewerbe schon seit Jahren.
Treffpunkt der Junioren-Nationalmannschaft war auf heute 6 Uhr in Frankfurt ausgemacht, um von dort aus gemeinsam nach Moskau zu fliegen. Die Wettkämpfe sind zwar erst am Sonntag, doch zuvor soll sich die Mannschaft in der russischen Hauptstadt einleben. „Wenn wir schon mal dort sind, werden wir auch was von der Stadt anschauen, haben sie uns gesagt.“ Das klingt nicht so, als ob Alexander Krieger erwartet, viele Eindrücke aus Russland mitzunehmen. Das Hotel sei zwar zentral gelegen, doch es könne sein, dass man zu einem vernünftigen Trainingsgelände ziemlich weit fahren müsse.
Die Weltmeisterschaften finden auf der Olympiastrecke von 1980 statt. Zehn Runden zu jeweils 13,5 Kilometer sind zu bewältigen. „Die Strecke soll eine ziemliche Achterbahn sein“, sagt der Vaihinger Radsportler. „Da geht es ständig rauf und runter, heißt es. Dann wird das Feld in viele Gruppen auseinander reißen.“ Eine Taktik entscheide sich erst im Rennen, mutmaßt er. „Auf jeden Fall müssen wir als Mannschaft antreten, sonst haben wir keine Chance.“ Sein persönlicher Erfolg hänge aber auch von der Tagesform ab, gibt Alexander Krieger zu bedenken.
In den vergangenen Wochen hat er hart trainiert. Zeitweise war er mit der Nationalmannschaft bei einem Lehrgang, zwischendurch standen immer wieder Rennen auf dem Programm. Zum Glück stand in der Schule nicht mehr so viel Stoff auf dem Lehrplan. Zwei Schuljahre hat der 17-Jährige noch vor sich, in denen er Sport und Unterricht vereinbaren muss. Immerhin: „Das Zeugnis war ganz gut.“ In den Sommerferien stehen auch nach der WM Rennen in rascher Folge im Terminkalender. Vom 20. bis 23. August bei Freiburg, am 30. August die deutschen Bergmeisterschaften und Anfang September voraussichtlich noch ein Rennen in Italien. Regelmäßig holt Alexander Krieger vordere Plätze bei den Wettbewerben, nur mit dem Zeitfahren hat er so seine Probleme.
Als erfolgreicher Athlet muss er sich auch der Dopingproblematik stellen. Kaum eine Sportart ist in dieser Hinsicht so in den Blickpunkt geraten wie der Radsport. Darum werden Dopingkontrollen als etwas ganz normales empfunden – die wohl einzige Möglichkeit zu zeigen, dass man selbst nicht im Dopingsumpf steckt. Alexander Krieger war erst vor einer Woche dran. „Bei der Niedersachsen-Rundfahrt bin ich auf der ersten Etappe Zwölfter geworden. Danach bin ich zur Dopingkontrolle ausgelost worden.“ Üblicherweise werde der Sieger eines Rennens getestet, außerdem aus allen übrigen Teilnehmern ein weiterer Sportler zur Kontrolle ausgelost. Und der Befund? „Die melden sich nur, wenn etwas nicht in Ordnung ist, glaube ich.“ Bislang habe sich noch nie jemand gemeldet.
