Donnerstag, 24. Mai 2012

Harmloser VfB verpatzt den Start


Fußball Bezirksliga
Vaihingens Mathias Lichtl (links) verfolgt 1:0-Torschütze David Mingolla. Foto: Vöhringer

Vaihingen (jsv) – Auf die Bezirksliga-Fußballer des VfB Vaihingen wartet eine schwere Runde. Dies wurde beim Saisonstart am Mittwoch in Freudental deutlich. Die Mannschaft von Trainer Goran Musura verlor mit 0:2 (0:2) und musste ordentlich Lehrgeld bezahlen.
Zu harmlos, so lässt sich die Leistung des VfB Vaihingen in Freudental kurz beschreiben. Vor allem das Spiel nach vorne bemängelte Trainer Musura. „Da war zu wenig Zug drin“, meint er. Es war insgesamt aber noch viel mehr als das, was dem VfB zum Saisonstart das Genick brach. Denn die Vaihinger wirkten in Freudental des öfteren nicht bei der Sache. Und sie besannen sich nicht auf ihre Tugenden, was Musura so allerdings nicht unterstreichen wollte. „Die Einstellung und der Einsatz haben gestimmt“, meinte er. Dennoch legte Freudental im ersten Durchgang mit 2:0 vor. Für die Musura-Truppe war dies am Mittwochabend eine zu hohe Hypothek. Denn auch der Sturmlauf zu Beginn des zweiten Durchgangs brachte nichts ein und verpuffte nach einer Viertelstunde.
Dabei fingen die Gäste gar nicht einmal so schlecht an. In den ersten zehn Minuten waren es die Vaihinger, die etwas mehr vom Spiel hatten. Doch dann drehte sich das Übergewicht schnell zugunsten der Hausherren. SVF-Routinier Marco Kubacki ließ in der elften Minute einen ersten Warnschuss los, mit dem VfB-Torwart Christian Richter allerdings keine allzu großen Probleme hatte. In der 13. Minute deutete sich dann erst einmal an, was sich im weiteren Verlauf der Partie noch ein ums andere Mal wiederholen sollte. Ungestört passte Freudentals Marc Arnold auf Manoel Pelz, der nahe des Strafraums völlig freistand. Sein 20-Meter-Schuss ging jedoch weit übers Gäste-Gehäuse. Drei Zeigerumdrehungen darauf leistete sich Vaihingens Spielmacher Ivica Coric im Mittelfeld einen Fehlpass. Freudentals Andreas Schwarz kam an den Ball, marschierte Richtung VfB-Tor, scheiterte aber ebenfalls an Richter. Und Coric? Der war zur Verwunderung seines Trainers einfach mit gesenktem Kopf stehen geblieben. „Er war angeschlagen ins Spiel gegangen und nicht ganz frei im Kopf“, so Musura. Ganz anders hingegen das insgesamt sehr junge Freudentaler Team um den 38 Jahre alten Kubacki. Es präsentierte sich im Gegensatz zum VfB, bei dem die Spieler teilweise ihr eigenes Süppchen zu kochen schienen, als Einheit.
Es lief einfach nicht viel zusammen bei den Gästen. Außerdem schafften sie es auf dem Freudentaler Kunstrasen in keinster Weise, ihr Kombinationsspiel aufzuziehen. „Es ging alles viel zu schnell. Meine Mannschaft muss sich erst noch an das Tempo in der Bezirksliga gewöhnen“, nahm Musura seine Spieler in Schutz. Die beste VfB-Chance im ersten Durchgang hatte Flamur Gjinovci, der nach einem Freistoß von Jan Golka aufs SVF-Tor köpfte (23.). Allerdings viel zu schwach, um Heim-Keeper Jens Lotze vor Probleme zu stellen. Wenig später war es dann soweit. Wieder offenbarten die Vaihinger Lücken in der Deckung – wieder stand ein Freudentaler mutterseelenallein frei. In diesem Fall war es David Mingolla, der kleinste Spieler auf dem Platz. David Reichel bediente ihm mit einer Flanke und Mingolla köpfte zum 1:0 ins lange Eck. Ehe die Gäste diesen Schock verdaut hatten, stand es auch schon 0:2 aus ihrer Sicht. Arnold bekam den Ball zugespielt und hielt aus 22 Metern zum 2:0 drauf.
Das große Aufbäumen der Gäste blieb aus. Stattdessen leisteten sie sich viel zu viele Fehlpässe im Mittelfeld und zeigten auch ungewöhnliche technische Mängel. Bezeichnend hierfür war eine Szene aus der 44. Minute: Unbedrängt köpfte Sascha Kunz auf der Höhe der Mittellinie einen Ball zum Gegner.
Nach dem Wechsel begannen die Gäste druckvoll. Gjinovci ließ einen ersten Warnschuss los (46), Mathias Lichtl tankte sich kurz darauf auf der rechten Seite durch und zog ab. Doch Lotze stand goldrichtig. Mit andauernder Spielzeit verzweifelten die Gäste aber zusehends. Nach einer Stunde war der Sturmlauf beendet. Eine Chance hatten die Vaihinger dann noch in der 70. Minute. Gjinovci köpfte aus acht Metern, doch erneut parierte Lotze.

SV Freudental: Lotze – Reichel, Mingolla, Schwarz (86. Lederer), Binary, Schoch, Arnold, Wittendorfer, Kubacki, Pelz (82. Spahn), Cannizzo (63. Etzel).
VfB Vaihingen: Richter – Ilhan, Golka (46. Müller), Lindsauer, Anastasiou, Kunz (75. Bielesch), Blimundo, Lichtl, Gjinovci, Coric (46. Laub), Elezaj.


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