Donnerstag, 24. Mai 2012

Der VfB hat im Derby die Nase vorn


Fußball Bezirkspokal
Roßwags Robin Gittinger (rechts) enteilt Mathias Lichtl. Foto: Vöhringer

Roßwag (jsv) – Der VfB Vaihingen ist mit einem Sieg in die Saison 2008/2009 gestartet. Der Bezirksligist setzte sich gestern mit 1:0 (1:0) in der ersten Runde des Bezirkspokals beim A-Ligisten FV Roßwag durch. Dabei musste die Mannschaft von Trainer Goran Musura am Ende aber noch mächtig Zittern.
In den Schlussminuten entwickelte sich im Derby in Roßwag noch ein richtiger Pokalfight. Der heimische FVR warf alles nach vorne, die Gäste aus Vaihingen setzten alles daran ihren knappen 1:0-Vorsprung über die Zeit zu retten. Roßwags Kapitän Andreas Haller verfehlte den Ball in der 90. Minute nur knapp, Sekunden später drosch Manuel Gayer das Leder von halbrechts aus fünf Metern Zentimeter übers Gäste-Tor. Doch damit nicht genug. Die Platzherren drängten weiter nach vorne.
92. Minute: Erneut versucht es Gayer, doch seinen Schuss kann VfB-Torwart Christian Richter zur Ecke lenken. Auf der anderen Seite schaut FVR-Keeper Salvatore Ricardo zu seinem Trainer Matthias Steinbach. „Trainer, wie lange noch?“, fragt er. Dann hält ihn nichts mehr und er rennt über den ganzen Platz. Kurz darauf kommt die Ecke herein. Der Ball fliegt in den Vaihinger Strafraum und gelangt zu Haller. Er köpft – allerdings ein bisschen zu unplatziert; Pfosten. Und auch der zweite Versuch von Michael Hoppe geht nicht über die Linie. Die Bemühungen der Roßwager bleiben unbelohnt, wenig später ist die Partie aus.
„Wir wollten das Unentschieden so lange wie möglich halten“, sagte Roßwags Trainer Matthias Steinbach hinterher. Dies gelang seiner Truppe nicht. Und genau deswegen war er auch nicht ganz zufrieden mit der Leistung seines Teams. Vor allem mit der ersten Hälfte nicht. Ansonsten habe er seinen Spielern nur eines vorzuwerfen, nämlich die vielen „Abspiel- und Stockfehler. Die haben sich durchs ganze Spiel gezogen.“ Auch Goran Musura fand Haare in der Suppe. „In der zweiten Hälfte haben wir viel zu viele lange Bälle gespielt und zu überhastet agiert“, so der VfB-Trainer, der schon zu Beginn der Partie einen herben Rückschlag hinnehmen musste.
Nach fünf Minuten verletzte sich VfB-Abwehrspieler Paulo Sousa bei einem Pressschlag mit Uli Weißeise. Daraufhin humpelte er über den Platz, ehe er in der neunten Minute schließlich ausgewechselt wurde. „Wie schwer die Verletzung wirklich ist, weiß ich erst morgen, wenn ich aufstehe“, so Sousa. Seine Mannschaft hatte bis dahin aber längst das Kommando übernommen.
Zwar agierte der VfB zunächst noch verhalten. Er war aber dennoch spielbestimmend gegen die eher defensiven Gastgeber. „Wir wollten hinten erst einmal gut stehen“, sagte Steinbach zum Abwehrverhalten seiner Elf. Diese griff die Vaihinger nämlich erst kurz vor der Mittellinie an, wodurch die Gäste ihr Kombinationsspiel aufziehen konnten. „Das kam uns entgegen“, so Musura. Und nach und nach näherte sich seine Mannschaft auch dem FVR-Gehäuse. Petrit Elezaj schoss zunächst aus 20 Metern noch vorbei, Flamur Gjinovci machte es nach 18 Zeigerumdrehungen besser. Ivica Coric hatte ihm den Ball zugespielt, aus 20 Metern hielt Gjnovci dann drauf – 1:0. Fürs 2:0 der Gäste hätte Bruno Blimundo sorgen können, doch seinen Schuss aus zehn Metern in der 35. Minute lenkte Ricardo zur Ecke.
Auch Roßwag erspielte sich einige Chancen im ersten Durchgang. Die beste davon, eine hundertprozentige, vergab Marcel Seyb Sekunden vor der Pause. Nach einem Pass von Haller machte er im Strafraum eigentlich alles richtig. Er spielte Richter gekonnt aus und brauchte das Leder nur einzuschieben. Doch Seyb schoss zum Entsetzen der meisten der 150 Zuschauer am leeren Tor vorbei.
Nach dem Seitenwechsel machten die Hausherren mehr fürs Spiel. Sie wirkten nun engagierter und gingen auch aggressiver zur Sache. Allerdings gingen sie auch zu leichtfertig mit ihren Chancen um. In der 59. Minute hatte Michel Kowalski per 18-Meter-Freistoß die Gelegenheit auszugleichen. Er schoss jedoch weit übers Tor. Der VfB spielte nach der Halbzeit bei weitem nicht mehr so gut. Trotzdem kam er zu Entlastungsangriffen. Einer davon hätte in der 73. Minute beinahe zur Vorentscheidung gesorgt. Der starke Mathias Lichtl kam über rechts und wollte den Ball in den 16er flanken. Doch diese Flanke wäre beinahe im Tor gelandet, ging allerdings an die Latte. Es folgte die erfolglose Drangphase der Roßwager.

FV Roßwag: Ricardo – Boochs (86. Mörgenthaler), Menge, Seyb (77. Yildiz), Burkhardt, Gittinger (71. Ruf), Weißeise (63. Hoppe), Haller, Kowalski, Hoffmann, Gayer.
VfB Vaihingen: Richter – Anastasiou, Golka, Lindauer, Sousa (9. Ilhan), Kunz (64. Klempin), Blimundo, Lichtl, Gjinovci, Coric, Elezaj (71. Gatzionis).


Seitenanfang