Enzweihingen (ev) – 28 verschiedene Sportarten gibt es bei Olympia – Indiaca ist nicht dabei. Deshalb ist für die Federball-Athleten die Weltmeisterschaft das größte Ereignis, das sie in ihre Karriere erreichen können. Am Mittwoch beginnt die WM, mit dabei sind drei Spielerinnen des TSV Enz-weihingen.
Maria Bontrup, Inge Zimmermann und Sandra Wanitzek dürfen mit der deutschen Nationalmannschaft nach Luxemburg, genauer gesagt nach Ettelbrück. Dort finden von Mittwoch (20. August) bis Samstag (23. August) die Weltmeisterschaften im Indiaca statt.
Mit der deutschen Meisterschaft, die vor Kurzem in Vaihingen und Enzweihingen stattfand, ist eine solche Veranstaltung nicht zu vergleichen. Sechs Nationen kämpfen in sechs verschiedenen Klassen in einer riesigen Sporthalle um Medaillen. Fans jubeln den Mannschaften zu, die deutschen Anhänger wedeln mit schwarz-rot-goldenen Fahnen und kreischen, wenn ihr Team aufläuft...
Wenn die 24-jährige Sandra Wanitzek nur daran denkt, bekommt sie eine Gänsehaut. Es ist das erste Mal, dass sie nominiert worden ist. Bei einem von insgesamt vier Sichtungslehrgängen hat sie sich durchgesetzt und steht nun im
Kader in der offenen Klasse der Frauen, der zehn Spielerinnen umfasst.
Inge Zimmermann und Maria Bontrup sind dagegen schon alte Hasen. Sie haben vor vier Jahren schon einmal bei einer Weltmeisterschaft teilgenommen und wissen, was auf sie zukommt. Sie wurden bei den deutschen Meisterschaften 2007 ausgewählt, die deutschen Farben erneut zu vertreten.
Die Frauen sind amtierender Vizeweltmeister, die Damen 40+ Weltmeister. Ganz schlecht stehen die Chancen also nicht, am Ende wieder auf dem Treppchen zu stehen. Doch wie stark die Gegner der Deutschen tatsächlich sind, ist ungewiss, da es ein Aufeinandertreffen nur alle vier Jahre gibt. Die anderen Mannschaften sind: Estland, Japan, Luxemburg, Polen und die Schweiz, wobei Polen in der offenen Frauenklasse nicht antritt. Das Ziel ist trotzdem klar: „Wenn man die einmalige Möglichkeit hat, bei einem solchen Turnier dabei zu sein, dann will man auch aufs Treppchen“, sagt Wanitzek, worauf Zimmermann und Bontrup nur zustimmend nicken.
Eine Mannschaft umfasst zehn Spieler, auf dem Feld stehen aber nur fünf. Auch die Enzweihinger? Wanitzek zuckt mit den Schultern. „Unsere Trainerin hat sich das noch offen gelassen. Aber wir sind alle stark“, meint die Unterriexingerin. Entscheidend wird wohl sein, wie sich die Athleten in den letzten Trainingseinheiten präsentieren. Die 24-Jährige zählt in ihrer Mannschaft noch zu den jungen, wilden Spielerinnen. Um deren mangelnde Erfahrung zu kompensieren, sind aber auch ältere dabei. „Die Mischung passt.“
Inge Zimmermann ist sich auch sicher, dass die 1,84 Meter große Angreiferin Maria Bontrup spielen wird. „Sie ist so erfahren. Ich spiele nicht gerne gegen sie“, scherzt Zimmermann. Mit Bontrup bildet sie so etwas wie ein siamesisches Zwillingspärchen, denn Zimmermann ist Stellerin. Die sind gut eingespielt. „Das ist blindes Verständnis zwischen uns.“
Gemeinsam posieren die drei im Trainingsanzug der deutschen Nationalmannschaft für ein letztes Foto vor der WM. Die Damen 19+ haben für ihr schickes Dress einen Sponsor gefunden, die Damen 40+ haben es selbst bezahlt. Auch die Fahrt nach Luxemburg, die Unterkunft und die Verpflegung wird nicht vom Deutschen Turnerbund übernommen. Allein daran merkte man, dass letztendlich nur die bei der WM dabei sind, die einen unbändigen Willen haben. Genau das lieben die Drei am Nationalteam. Alle Spieler haben den nötigen Biss, um Großes zu erreichen und sich weiterzuentwickeln.
Während die Aktiven viel für Kondition und Athletik getan haben, geht es bei den Damen 40+ hauptsächlich um Spielsysteme. „Das Spiel ist viel variabler, als man es vom Vereinsindiaca kennt“, erklären Zimmermann und Bontrup.
Sandra Wanitzek fährt bereits am Samstag nach Luxemburg, Bontrup und Zimmermann folgen einen Tag später. Familie und Freunde werden die Drei während des Turniers begleiten und unterstützen. Jetzt müssen sie sich aber um die letzten Vorbereitungen kümmern. Inge Zimmermann möchte für ihre Fans noch ein paar schwarz-rot-goldene Fan-Artikel besorgen.
„Vielleicht gucke ich mir vorsichtshalber noch einmal den Text der Nationalhymne an“, meint Wanitzek. Man wisse ja nie. Heute in einer Woche stehen die Finals auf dem Programm.
Ach, übrigens: die WM 2012 findet in Deutschland statt. Wo? Noch können sich die Vereine bewerben.
