Donnerstag, 24. Mai 2012

Marbach: „Das wird eine ganz enge Kiste“


Fußball Kreisliga A 3
Auf Sersheim (rechts) wartet eine schwere Saison mit neuen Zielen. Foto: Simecek

Sersheim (jsv) – Der VfR Sersheim geht in seine zweite Saison in der Fußball Kreisliga A3. Als Aufsteiger landeten die VfRler vergangene Spielzeit auf Platz sechs – ein Rang, mit dem sich Trainer Thomas Marbach auch in der kommenden Runde anfreunden könnte.
Die Zielsetzung beim VfR Sersheim wurde im Vergleich zum Vorjahr korrigiert. Und zwar nach unten. Das sagt zumindest Trainer Thomas Marbach, der eine spannende und harte Saison prophezeit. „Letzte Runde wollten wir eigentlich gleich wieder aufsteigen“, verrät Marbach die interne Zielsetzung. Daraus wurde nichts. Und auch für die Ende August startende Saison rechnet der VfR-Trainer nicht mit einem Aufstieg. Zu hoch sei mittlerweile einfach die Dichte an guten Mannschaften in der Liga. „Dieses Jahr wird das für uns wieder nichts. Es wird auf jeden Fall eine ganz enge Kiste. Ich weiß nicht, wer bei diesem breiten Mittelfeld aufsteigen soll und wer runter muss“, sagt er. Die ein oder andere Mannschaft, die gar nicht damit rechne, werde am Ende sicher gegen den Abstieg spielen. Marbach: „Da wird es einige Überraschungen geben.“
Zehn Teams seien in etwa auf Augenhöhe und hätten ein ähnliches Potenzial, meint der Coach. Seine Truppe zählt er dazu. Als Meisterschaftsfavoriten sieht er dennoch Aufsteiger Hellas Bietigheim. Das griechische Team besiegte seine Truppe am Mittwoch mit 6:4 (2:1). „So wie sich Hellas gegen uns präsentiert hat, sind sie Favorit“, redet Marbach nicht lange um den heißen Brei. Man merke einfach, dass Hellas einige Spieler habe, die schon höherklassig gespielt haben. Als weitere Titelanwärter nennt er Bezirksliga-Absteiger Phönix Lomersheim und den FV Roßwag.
Wichtig sei vor allem, dass der VfR einen guten Start erwische, um nicht gleich in der Tabelle mit einem der hinteren Plätze vorlieb nehmen zu müssen. Vorsicht ist also angebracht. Zumal den Sersheimern da ja auch noch eine alte Sportweisheit zu schaffen machen könnte. Diese besagt, dass das zweite Jahr nach dem Aufstieg immer das schwerste ist. Sicher sei das eine Floskel, meint der Trainer, „aber da ist schon etwas dran. Ich hoffe jedenfalls nicht, dass das bei uns so wird.“
Der Sersheimer Spielerkader hat im Sommer ein neues Gesicht bekommen. Es gibt in Giuseppe Aleo, der zum FSV 08 Bissingen gewechselt ist, nur einen echten Abgang. Doch mit den Zwillingsbrüdern André und Nikolai Sonnenberg, Kurt Polat und Michael Kreischer werden vier weitere Spieler nicht mehr zur Verfügung stehen. Die beiden Brüder ziehen aus Studiengründen nach Freiburg. Polat und Kreischer werden in Köln Sport studieren. Für sie komme wohl höchstens einmal ein Einsatz im Reserve-Team in Frage.
Für Stürmer Nikolai Sonnenberg, der in den vergangenen zwei Spielzeiten 45 Tore schoss, steht der von den Kleinglattbacher A-Junioren gekommene Hakan Ataly bereit. Der 17-jährige Ataly ist ein eher kleiner Spieler, den Marbach behutsam aufbauen will. „Er ist ein großes Talent, braucht aber noch Zeit. Mit ihm rechne ich auf lange Sicht.“ Zumal er anfangs wohl mit der körperbetonten Spielweise in der A-Liga seine Probleme bekommen wird, so Marbach.
Der neue Torhüter, der André Sonnenberg ersetzen soll, heißt Björn Burkhardt. Er kam von FSV 08 Bissingen und spielte dort in der Bezirksliga, hatte aber auch sporadische Einsätze in der Verbandsliga. Auch auf ihn hält der VfR-Coach große Stücke. Das Gleiche gilt für Serdar Caliskan, der vom SV Göppingen gekommen ist und auch schon in der zweiten türkischen Liga gespielt hat. Dass Caliskan ein Gewinn ist, sehe man schon im Training, so sein neuer Coach. Die drei weiteren Zugänge sind Ismali Kusthrim und Volkan Kuru, die beide von den VfR-A-Junioren zur Ersten stoßen sowie Stefan Schmid aus Löchgau.
Im zweiten Jahr in der A-Liga gelte es für seine Truppe konstanter zu werden, meint Marbach. Im Vorjahr habe in der Vorrunde beinahe alles geklappt. Nach der Winterpause sei davon oftmals aber unverständlicherweise nicht mehr viel zu sehen gewesen. „In der Rückrunde waren wir schwach. Vor allem in der Abwehr. Die Viererkette hat überhaupt nicht mehr funktioniert, vor allem das Verschieben nicht“, spricht Marbach aus, woran es vorwiegend gehapert hat.
Die Unberechenbarkeit beim Toreschießen sei hingegen eine Stärke seiner Truppe. „Die Tore verteilen sich bei uns auf zehn Spieler, da treffen nicht nur zwei oder drei offensive Leute, sondern auch einmal ein Abwehrspieler“, so Marbach. Auf den Saisonstart am 27. August freut er sich ganz besonders. Da geht es nämlich zum Aufsteiger nach Gündelbach. „Das ist gleich ein brisantes Derby und ein Highlight.“


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