Donnerstag, 24. Mai 2012

Ist die Kadergröße die FCG-Achillesferse?


Fußball kreisliga A 3
Aufsteiger Gündelbach (links) peilt in der A-Liga einen Tabellenplatz im Mittelfeld an. Foto: Wirth

Gündelbach (ev) – Mit einer tadellosen Bilanz in der vergangenen Saison ist der FC Gündelbach in die Kreisliga A3 aufgestiegen. Dort ist das Ziel im ersten Jahr nun ein gesicherter Platz im Mittelfeld. Das scheint eine lösbare Aufgabe zu sein – wäre da nicht der kleine Kader.
Keiner hat das Meisterteam verlassen. Auch das Gesicht der zweiten Mannschaft bleibt so wie in der vergangenen Saison. Dafür können die Gündelbacher drei Neuzugänge präsentieren: Cem Kücuck (SpVgg Zaisersweiher), Simon Stierle (VfB Neckarrems) und Ralf Meyer (TSV Oberriexingen). „In erster Linie sind wir froh, dass wir mit den Neuen unseren Kader erweitert haben“, meint Reiner Kussmaul, der sich mit Markus Posch das Traineramt teilt. Viele Spieler stehen dem FCG nämlich trotz des neuen Trios nicht zur Verfügung. „In der vergangenen Saison mussten wir in der zweiten Mannschaft oft AH-Spieler einsetzen“, erklärt Kussmaul. Vielleicht müsse man nun nicht mehr so oft auf die „Fußball-Ruheständler“ zurückgreifen. Die Größe des Kaders scheint allerdings trotzdem die Achillesferse des FC Gündelbach zu sein. Sollten in der ersten Mannschaft Leistungsträger ausfallen, finden die Trainer in der zweiten Reihe keinen gleichwertigen Ersatz. Und die Gündelbacher Stürmer Michael Schmid und Andreas Bahmer laborieren schon jetzt an Wehwehchen. Deshalb macht Kussmaul auch eine Einschränkung: „Wir können den Platz im Mittelfeld schaffen, wenn alle gesund bleiben.“ Bereits in der vergangenen Saison habe die Mannschaft im Bezirkspokal einige Male gezeigt, dass sie höherklassige Mannschaft schlagen kann – wenn alle an Bord sind.
Als Prunkstücke bezeichnet der Spieltrainer Sturm und Abwehr. Die Vorderleute erzielten in der Saison 2007/2008 119 Treffer, doch laut Kussmaul sei die Abwehr noch ein bisschen besser aufgestellt, vor allem könnte in der Hintermannschaft auf gleichwertige Spieler zurückgegriffen werden. Verteidiger Markus Oberrauch hat bisher übrigens noch nicht ins Training eingegriffen. Er hat sich beim Vaihinger Stadtpokal einen Syndesmosebandriss zugezogen. Wann er wieder fit sein wird, ist noch nicht absehbar.
„Einen Abgang gab es doch“, wirft Kussmaul ein. Volker Walz wird nicht mehr als Spielleiter fungieren. Er möchte mehr Zeit mit seiner Familie verbringen. Steffen Rohloff übernimmt seine Aufgabe.
In der vergangenen Woche begann die Vorbereitung für die Blau-Weißen. Grundlagenausdauer steht gerade auf dem Trainingsplan. Am Samstag gibt’s das erste von drei geplanten Testspielen – gegen Enzweihingen (Kreisliga B). Die weiteren Gegner (SpVgg Feuerbach und VfB Vaihingen) sind Bezirksligisten. Drei Test – reicht das? „Wir haben ja noch das Pokalspiel gegen Freudental“, meint Kussmaul. Und das sei ja auch ein Bezirksligist. Die zweite Gündelbacher Mannschaft wird übrigens nicht – wie im Spielplan eingetragen – an der Pokalspielrunde teilnehmen. „Da muss es wohl ein Missverständnis gegeben haben. Wir haben unsere Zweite nicht angemeldet“, sagt Kussmaul. Was aber schief gelaufen ist, weiß auch er nicht. Klar ist auf jeden Fall, dass Gündelbach II nicht in Oberstenfeld antreten wird. Ein Trainingslager ist indes nicht geplant. „Wir wollen dafür unter der Woche ein bisschen mehr Gas geben“, erklärt Kussmaul. Nicht einfach, denn gerade ist Urlaubszeit. Auch einige Gündelbacher fehlen und die Spieler der Zweiten zeigten sowieso nicht das größte Trainingsengagement.
Die erste Saison in der Kreisliga A3 sieht Kussmaul als Herausforderung: „Ich kenne zwar nicht viele Mannschaften, aber ich schätze die Staffel stark ein, auch wenn es keine Horrorgruppe zu sein scheint.“ Gerade deshalb wird es auch keine Systemumstellung in der höheren Spielklasse geben. 08 Bissingen II, Roßwag und vor allem Phönix Lomersheim werden seiner Meinung nach oben mitspielen.
Und was ist mit Gündelbach – ist nicht doch ein Durchmarsch wie beim VfB Vaihingen möglich? „Nein“, sagt Kussmaul ganz klar. Warum? „Wegen des kleinen Kaders.“


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