27/04 2010
VSG Gündelbach gewinnt Stadtpokal
Einzweihingen (js). Kaum einer kennt ihn – doch am Samstag wurde in Enzweihingen bereits die dritte Auflage des Vaihinger Stadtpokals im Volleyball ausgetragen. Den Turniersieg sicherte sich die VSG Gündelbach vor Titelverteidiger und Gastgeber TSV Enzweihingen.
Eigentlich gibt es nur drei Teams im Stadtgebiet Vaihingen, die an einem regelmäßigen Volleyball-Spielbetrieb teilnehmen. Die VSG Gündelbach, der TSV Enzweihingen und der SV Riet. Und genau die haben – nicht ganz überraschend – die ersten drei Plätze des Turniers unter sich ausgemacht. Denn sie trafen ansonsten auf reine Hobby-Truppen. Umso erstaunlicher, dass es trotzdem bereits zum dritten Mal gelang, ein Achterfeld zusammenzubekommen. Naja, ganz ist es nicht gelungen. Schließlich komplettierte der TV Schützingen als Gastmannschaft die beiden Vierergruppen. Aber ganz so eng wird der Begriff Stadtpokal auch nicht gesehen. „Wir haben auch schon im Umfeld gefragt, beispielsweise in Nussdorf oder Sersheim“, erklärt Marcus Bischoff von der VSG Gündelbach, der für die sportliche Organisation verantwortlich zeichnet, und fügt gleich noch an: „Erweiterungsmöglichkeiten hätten wir auf jeden Fall.“
Der sportliche Erfolg des Turniers liegt sicherlich darin begründet, wie im Volleyball der Breitensport betrieben wird. Die Bewegung und die Gemeinschaft stehen deutlich vor dem Siegeswillen. Bestes Beispiel dafür sind die Jedermänner des TV Vaihingen, die bei ihrer dritten Turnierteilnahme zum dritten Mal Letzter geworden sind und dafür eine kleine rote Laterne überreicht bekamen. Genauso gut könnte man aber auch das Endspiel zwischen den beiden ehemaligen Siegern Enzweihingen und Gündelbach als Exempel hernehmen. „Natürlich ist in so einem Spiel auch ein bisschen mehr Ehrgeiz dabei. Das will man unbedingt gewinnen“, sagt Bischoff. Doch der Ehrgeiz führt nicht so weit, wie in anderen (Ball-)Sportarten, dass beinahe jede Entscheidung von der scheinbar benachteiligten Seite lang und breit mit dem Unparteiischen diskutiert wird. Nur ein einziges Mal gab es im Finale kurze Widerworte gegen eine Schiedsrichterentscheidung bei einem Ball, den die Enzweihinger im Aus gesehen hatten. Genauso schnell wie der Ärger aufgebraust war, war er aber auch wieder verflogen.
Trotz des scheinbar geringen Ehrgeizes bot das Turnier ein durchaus annehmbares sportliches Niveau mit zahlreichen packenden Ballwechseln. Besonders der erste Finalsatz war an Spannung kaum zu überbieten. Letztlich hatte Gündelbach mit 25:23 knapp die Nase vorn. Im zweiten Durchgang bauten die Gastgeber, die in der Vorrunde noch ein 1:1 gegen den neuen Stadtpokalsieger geholt hatten, dann ein wenig ab. So gewann die VSG schließlich den zweiten Durchgang mit 25:16 und damit das Turnier zum zweiten Mal nach dem Auftakt 2007 in eigener Halle.
Um alle Teams möglichst gleich zu behandeln, hatte man sich bei den Organisatoren ein paar besondere Regeln einfallen lassen. Anstatt über zwei Gewinnsätze zu 25 Punkten, wurde bis zu den Platzierungsspielen nur über zwei Sätze zu 20 Punkten oder maximal 25 Minuten je Satz gespielt. Bischoff: „Die Zeitbeschränkung mussten wir nur ein einziges Mal anwenden. So gesehen ging unser System voll auf.“ Auch die Regel, dass jedes Team mindestens eine Frau aufbieten muss und ansonsten ein Punktehandicap aufgebrummt bekommt, trug zu einem spannenden Wettbewerb bei. So gelang es dem reinen Frauenteam Glabbicher Mädels immerhin, den fünften Platz zu erobern.
Die vierte Auflage des Stadtpokals wird im nächsten Jahr möglicherweise wieder in Enzweihingen stattfinden. Ob der TSV dann auch wieder als Veranstalter auftritt, steht dagegen noch auf einem ganz anderen Blatt. „Die Halle ist frei, wir stellen sie gerne auch für einen anderen Veranstalter zu Verfügung“, verkündeten die Enzweihinger Volleyballer nach der Siegerehrung. Am wahrscheinlichsten ist jedoch, dass am Ende wieder in irgendeiner Form eine Gemeinschaftsproduktion wie in diesem Jahr herauskommt. Denn tatsächlich stellte der TSV nur die Halle und sorgte für die Bewirtung. Um den sportlichen Ablauf kümmerte sich die VSG Gündelbach. Ein weiterer Beleg dafür, dass im Breitensport Volleyball das Miteinander wichtiger ist als alles andere.
