Donnerstag, 24. Mai 2012

Häfnerhaslach gewinnt Derby




Nelson Caldas und Thorsten Dinkel (von rechts) spielten den Ball zwar für Häfnerhaslach nach vorne, trafen dann aber nicht ins Tor. Foto: Küppers
Nelson Caldas und Thorsten Dinkel (von rechts) spielten den Ball zwar für Häfnerhaslach nach vorne, trafen dann aber nicht ins Tor. Foto: Küppers

Häfnerhaslach (rkü). Der TSV Häfnerhaslach hat im Abstiegskampf gegen Schlusslicht Großsachsenheim mit 3:1 gewonnen. Damit schob sich die Elf von Trainer Nazario Manduzio auf den elften Tabellenplatz der Kreisliga B5 vor.

Das war Abstiegskampf pur. Der TSV Häfnerhaslach, mit 16 Punkten auf Rang zwölf ins Spiel gegangen, empfing den Tabellenletzten SF Großsachsenheim (9 Punkte, Rang 14). Überraschend wenige Besucher verfolgten das stadtinterne Sachsenheimer Derby, in dem es für beide Vereine ums nackte Überleben in der Kreisliga B5 ging. Unrühmlicher Höhepunkt der Partie war eine Tätlichkeit des Häfnerhaslacher Torschützen Ömer Keskin. In der 42. Minute, nach einem Foul des Großsachsenheimers Lars Brenner, trat Keskin nach. Dieser Tritt war für den am Boden liegenden Brenner besonders schmerzhaft, weil er genau zwischen die Beine traf. Er konnte nach der Halbzeitpause nur noch wenige Minuten spielen, klagte dann über Übelkeit und musste ausgewechselt werden. Zum Foul, das Schiedsrichter Rudi Keck mit der Roten Karte ahndete, sagte Häfnerhaslachs Spielleiter Reiner Schneider: „Nachtreten in den Unterleib – wirklich unschön. Da gibt es auch nichts zu beschönigen.“

Bis zu seiner Hinausstellung war Keskin eine der tragenden Säulen in der Offensivabteilung der Gastgeber. Gemeinsam mit Hakan Hayirli und Kai Rösinger trug er immer wieder Angriffe vor. Keskin rannte in der sechsten Spielminute allein auf Sportfreunde-Schlussmann Daniel Manthey zu, scheiterte aber ebenso wie in der siebten Minute an dessen Reflexen. Keskin war auch an der Vorbereitung des ersten TSV-Treffers in der 14. Minute beteiligt. Torschütze war aber Hayirli, der den Ball aus einer etwas unübersichtlichen Situation heraus ins Gehäuse beförderte. Kurze Zeit später schoss Keskin den Ball dem gegnerischen Torwart in die Arme.

Nach einer Ecke von Marcel Hirsch setzte Rösinger das Leder per Kopf an die Querlatte. Keskin erzielte den viel bejubelten Treffer zum 2:0 nach Vorarbeit von Rösinger in der 36. Minute. Im Gegenzug wurde Häfnerhaslachs Keeper Bozkurt Boylu geprüft. „Endlich“, wie Großsachsenheims Trainer Thomas Scholl nach der Partie feststellte. Denn er sagte über die Leistung seiner Elf bis zu diesem Zeitpunkt: „Wir waren die ersten 30 Minuten nicht auf dem Feld. Häfnerhaslach hat nach dieser Zeit verdient mit 2:0 geführt.“ Dann kam es auf der Seite der Gastgeber zu einem Missverständnis zwischen Nelson Caldas und Thorsten Dinkel. Der Angriff brachte keinen Erfolg, der Ball ging ins Aus. Mit dem nächsten Spielzug ein ähnliches Bild – die Häfnerhaslacher brachten den Ball nicht im gegnerischen Gehäuse unter, verloren ihn sogar an ihre Gäste. Die ließen sich nicht lange bitten, sondern trafen im Gegenzug durch Lorenzo Candiello zum 1:2-Anschluss. Dies war in der 41. Minute, es folgte das Foul, das zur Roten Karte gegen Keskin führte.

In der Halbzeitpause gab es auf beiden Seiten viel Gesprächsbedarf. In der 65. Minute zappelte der Ball nach einer Ecke plötzlich im Tor der Gastgeber. Doch der Unparteiische gab den vermeintlichen Ausgleichstreffer nicht, da er zwischen dem Eckball und dem Torschuss ein Foulspiel gesehen hatte. Besser machte es Rösinger in der 82. Minute, als er bei einem Konter aus dem Gewühl heraus auf 3:1 erhöhte. Kurios ging es in der 87. Minute zu, als Hayirli nach einer Verwarnung ausgewechselt werden sollte. Doch weil der Spieler den Platz für den Geschmack des Schiedsrichters zu langsam verließ, zückte Letzterer Gelb-Rot, als Hayirli noch etwa drei Meter vom Spielfeldrand entfernt war.
Gästetrainer Scholl, dessen Elf weiterhin auf dem letzten Platz steht, seufzte danach mit Blick auf den Klassenerhalt: „Das war’s dann ziemlich. Nein, das war’s dann.“

TSV Häfnerhaslach: Boylu – Grau, Caldas, Rösinger, Bangert, Tötz (65. Isaja), Hirsch, Schütz, Dinkel (80.Nakis), Hayirli, Keskin.

SF Großsachsenheim: Manthey, Fiedler, Eisenbeiß, Brenner (53. Kreischer), Stransky, Stigler (30. Kolb), Sünder (81. Altiparmak), Sbonias, Buchholzer, Dadakos, Candiello.

Tore: 1:0 Hakan Hayirli (14.), 2:0 Ömer Keskin (36.), 2:1 Lorenzo Candiello (41.), 3:1 Kai Rösinger (82.).

Karten: Rote Karte Ömer Keskin (42.), Gelb-Rote Karte Hakan Hayirli (87.).

Spieler des Tages: Kai Rösinger (Häfnerhaslach).

Schiedsrichter: Rudi Keck (Dürrn).

Zuschauer: 110.




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