Donnerstag, 24. Mai 2012

Ein "positiv Fußball-Verrückter"




14/04 2010

Ein "positiv Fußball-Verrückter"

Fuba
Ruhig auf der Bank hält es Jochen Folk (Mitte) nur selten. „Ich bin ein sehr engagierter Trainer“, sagt der 38-Jährige über sich selbst. Foto: Simecek

Gündelbach (nac). Das Bäumchen-wechsel-dich-Spielchen nimmt langsam Fahrt auf. Nachdem Ensingen einen neuen Trainer für die Saison 2010/2011 gefunden hatte, präsentiert nun auch der FC Gündelbach einen neuen Übungsleiter: Jochen Folk tritt die Nachfolge von Markus Posch an.

Jochen Folk lebt Fußball. „Ich bin nicht einer, der ein Spiel 90 Minuten an der Seitennlinie nur anschaut. Ich bin ein emotionaler Trainer“, sagt der 38-Jährige. Viele – aber auch er selbst – bezeichnen ihn als „positiv Fußball verrückt“, erzählt er. Im Sommer tritt der Inhaber der C-Trainerlizenz die Nachfolge von Markus Posch beim Fußball-A-Ligisten FC Gündelbach an.

„Markus Posch hat zum Ende der Wintervorbereitung geäußert, dass er als Trainer in der nächsten Saison nicht mehr zur Verfügung steht“, berichtet Gündelbachs Abteilungsleiter Steffen Rohloff. Der zeitliche Aufwand sei mit seinem Beruf nur noch schwer zu vereinbaren. Daraufhin haben sich Rohloff und der ehemalige FCG-Abteilungsleiter Erich Baumgärtner Gedanken gemacht, welcher Trainer als Nachfolger in Frage käme. Das Anforderungsprofil: Er muss sich in der Liga auskennen und er muss das Umfeld des Vereins kennen.

Schnell fiel die Entscheidung auf Folk, der vor dieser Saison angekündigt hatte, dass im Sommer für ihn beim TSV Kleinsachsenheim Schluss sei. Bei einem Gespräch wurde schnell klar, beide Seiten sind sich sympathisch. Rohloff: „Das war ein sehr angenehmes und konstruktives Gespräch.“ Und Folk ergänzt: „Wir waren schnell auf einer Linie. Und genauso schnell hat sich ergeben, dass wir das machen.“ Die Zusammenarbeit ist zunächst auf ein Jahr angedacht. „Eine weitere Zusammenarbeit ist aber nicht ausgeschlossen“, sagt Rohloff. „Beide Seiten haben Lust auf die Zusammenarbeit. Dann werden wir schauen, wie lange beide Lust haben.“ Der Vertrag gilt sowohl für die Kreisliga A3 als auch im Falle eines Abstiegs des FCG für die B-Klasse.

„Nach sechseinhalb Jahren in Kleinsachsenheim reizt mich eine neue Aufgabe.“ Folk freut sich bereits auf den FC Gündelbach. Beim TSV hat er in seiner Zeit fast alles erlebt: Zweimal ist er mit der Mannschaft von der B- in die A-Liga aufgestiegen. Zweimal ging es postwendend wieder retour. Folk: „Da waren wir ein bisschen Fahrstuhlmannschaft. Wir sind nach dem Aufstieg jeweils schwächer geworden, weil wir wichtige Spieler verloren hatten.“ Doch auch die Rückschläge steckte der 38-jährige Löchgauer weg. In dieser Saison spielt Kleinsachsenheim erneut um den Aufstieg. Der Relegationsplatz ist das Minimalziel.

Folk ist ein Verfechter des modernen Fußballs. „Ich favorisiere ein 4-4-2, was wir auch in Kleinsachsenheim spielen“, erklärt der Übungsleiter. Als Systemfanatiker gilt er aber nicht. Folk: „Die Spieler müssen das System umsetzen können. Und ich brauche die Spieler erst einmal im Training, um das System einzuüben. In der Vorbereitung schaue ich dann, welches System am besten zur Mannschaft passt. Das wird gespielt.“ In Kleinsachsenheim wechselt er zwischen dem 4-4-2 und einem 3-5-2 – je nach Gegner.

Dass der FCG um den Klassenerhalt spielt und derzeit auf dem ersten Abstiegsplatz steht, macht Folk nicht nervös. „Es wäre natürlich schön, wenn Gündelbach die Klasse halten würde. Ich würde lieber in der A-Liga arbeiten, weil da das Niveau höher ist“, berichtet der 38-Jährige. „Aber es wäre auch kein Beinbruch bei einem Abstieg.“ Egal, in welcher Klasse der FCG in der nächsten Saison um Punkte kämpft, will Folk eine schlagkräftige Truppe formen. Als „Korsettstangen“ (Folk) sieht er Markus Posch, der als Spieler weitermacht, Andreas Bahmer und Jochen Menge (Folk: „Ich habe schon mit ihm gesprochen, ob er wieder einsteigt.“).




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