"Mir ist eine ganze Halde Steine vom Herzen gefallen"
12/04 2010
"Mir ist eine ganze Halde Steine vom Herzen gefallen"
Nussdorf (nac). Trainerwechsel wirken Wunder. Das hat sich auch beim TSV Nussdorf bestätigt. Manuel Hopf reagierte in der Nachspielzeit am schnellsten und drückte den Ball zum 3:2-Siegtreffer über die Linie. Der Rest war Jubel pur – inklusive Bierdusche für alle Spieler.
Es lief bereits die Nachspielzeit. Eine Flanke landete genau auf dem Kopf eines Nussdorfers. Den Kopfball parierte aber Alexander Ulm im Iptinger Tor mit einer klasse Reaktion. Doch gegen den Nachschuss von Manuel Hopf war auch der SVI-Schlussmann chancenlos. Der Nussdorfer Mittelfelfspieler reagierte am schnellsten und drückte den Ball aus vier Metern über die Linie.
Den Anstoß ließ Schiedsrichter Dusan Raseta gar nicht mehr ausführen. Uwe Girstl stand nach dem Schlusspfiff freudestrahlend mitten unter seinen Spielern. Immer wieder musste der neue Verantwortliche an der Seitenlinie Glückwünsche entgegennehmen. „Mir ist heute eine ganze Halde Steine vom Herzen gefallen, als der Siegtreffer fiel“, sagt der Nussdorfer Trainer mit einem Strahlen in den Augen. „Wir haben aber auch verdient gewonnen.“ Das genaue Gegenteil war Alfred Eberle. Noch Minuten nach dem Schlusspfiff stand er konsterniert in seiner Coachingzone. „Ich bin von meiner Mannschaft überrascht – negativ“, erklärt der Iptinger Übungsleiter. „Wenn man gegen einen Gegner spielt, der es wissen will und muss und alles gibt, reicht es nicht, mit angezogener Handbremse zu spielen.“
Trotz der Ergebnisse der vergangenen Wochen spielten die Nussdorfer von Beginn an mutig und engagiert nach vorne. „Wir waren von der ersten Minute an präsent“, analysierte Girstl. Doch die besseren Chancen hatten die Gäste. In der 15. Minute lenkte TSV-Torwart Börn Rapp einen Schuss von Eftal Cebici von der Strafraumgrenze um den Pfosten. Bei der anschließenden Ecke unterlief der Nussdorfer Keeper den Ball. Doch der Iptinger Spieler am langen Pfosten war zu überrascht, um die Chancen zu verwerten. Bei einem Distanzschuss von Steffen Glauner war Börn Rapp allerdings auf dem Posten.
Erst nach einer halben Stunde kamen die Nussdorfer gefährlich vor das Iptinger Tor. Eine Flanke von Jochen Stahn legte Robert Ristomanov auf Sinan Yilmaz ab, der aber nur das Außennetz traf (30. Minute). Nur sieben Minuten später setzte sich Mirko Scheuermann auf dem Flügel durch und legte quer. Doch Stahns Schuss parierte Iptingens Keeper Ulm mit dem Fuß. Der Befreiungsschlag erreichte Cebici. Der SVI-Stürmer umkurvte noch einen Abwehrspieler und ließ Börn Rapp im Nussdorfer Kasten aus spitzem Winkel keine Chance – 1:0 (38.). Danach hätte Julian Schreder noch zweimal nachlegen können (45. und 45.+3).
In der zweiten Halbzeit spielte nur noch eine Mannschaft – Nussdorf. „Ich habe den Spielern in der Kabine nur gesagt, dass wir nicht schlecht gespielt haben und weiter Druck machen müssen“, berichtete Girstl. Bereits in der 48. Minute tauchte plötzlich Yilmaz frei im Iptinger Strafraum auf. Seinen Querpass brauchte Tobias Benz nur noch über die Linie schieben. Zwischen der 69. und 71. Minute hatten die Nussdorfer Chancen sogar im Minutentakt. Doch Hopfs Pass fand keinen Abnehmer vor dem Tor, Ristomanovs Schuss ging knapp über selbiges, und Hopf hämmerte einen Schuss aus der zweiten Reihe knapp neben den Iptinger Kasten.
Wie aus heiterem Himmel fiel in die Sturm- und Drangphase der Hausherren die erneute Iptinger Führung. Stephan Gerhard wurde lang geschickt und ließ Börn Rapp im Nussdorfer Tor keine Chance. Doch die Blau-Gelben ließen sich nicht beirren. Ihre Angriffsbemühungen wurden aber erst in der 84. Minute belohnt. Ulm im Iptinger Kasten flog unter einer Ecke von Hassan Lamari hindurch. Der Ball sprang vom langen Pfosten zurück vor das Tor. Dort schaltete Yilmaz am schnellsten und drückte den Ball per Kopf über die Linie zum Ausgleich. Und dann kam die Nachspielzeit.
TSV Nussdorf: Börn Rapp – Schmid, Frank (71. Lamari), Manuel Rapp – Stahn, Hopf, Yilmaz, Ristomanov (87. Mustafa), Benz – Scheuermann, Johannes Wizemann.
SV Iptingen: Ulm – Michael Knödl, Dertinger, Glashauser – Binder, Heiko Knödl (59. Matthias Gillé), Jonas Rapp, Benjamin Rapp (66. Gerhard), Glauner – Schreder, Cebici.
Tore: 0:1 Eftal Cebici (38.), 1:1 Tobias Benz (48.), 1:2 Stephan Gerhard (75.), 2:2 Sinan Yilmaz (84.), 3:2 Manuel Hopf (90.+1).
Spieler des Tages: Johannes Wizemann (Nussdorf).
Schiedsrichter: Dusan Raseta (Stuttgart).
Zuschauer: 200.
