Donnerstag, 24. Mai 2012

Steelers überraschen in Schwenningen




09/04 2010

Steelers überraschen in Schwenningen

Eis
Martin Morczinietz (rechts) vertrat den im zweiten Drittel verletzten Steelers-Goalie Sinisa Martinovic im Bietigheimer Kasten gut. Foto: Simecek

Bietigheim-Bissingen (js). So langsam gehen Steelers-Trainer Christian Brittig die Superlative über die Leistung seiner Mannschaft aus. „Der absolute Wahnsinn“, jubelte er Mittwochabend nach dem 4:3-Auswärtssieg nach Verlängerung der Bietigheimer zum Auftakt der Play-off-Halbfinalserie der 2. Eishockey-Bundesliga in Schwenningen.

So schlimm waren die Personalsorgen von Brittig noch nie, wie vor dem Halbfinal-Auftakt der Play-offs in der 2. Eishockey-Bundesliga. Neben den vielen Verletzten musste er auch noch auf den gesperrten Doug Andress verzichten. Doch Brittig wäre nicht Brittig, hätte er nicht noch irgendeinen Trumpf im Ärmel. Dirk Wrobel ersetzte den baumlangen Kanadier in der Verteidigung, dafür kam Junioren-Spieler Fabian Calovi zu seinem ersten Einsatz in der ersten Mannschaft. Schon nach 67 Sekunden bedankte er sich für das Vertrauen des Trainers. Nachdem Tommy Goebel an der Bande hinter dem Schwenninger Tor den Puck erobert hatte, netzte Calovi das Zuspiel zur Führung ein.

Schwenningen zeigte sich jedoch wenig beeindruckt, setzte das Tor der wieder einmal defensiv agierenden Steelers gehörig unter Druck. An Sinisa Martinovic war aber nahezu kein Vorbeikommen. Immer wieder scheiterten die Wild Wings am Bietigheimer Goalie. Einmal musste allerdings auch er hinter sich greifen, als Marcel Neumann nach einem Pass von Justin Kelly den Puck verlor und Schwenningens Torjäger Brock Hooton alleine aufs Bietigheimer Tor zusteuerte (14. Minute). Doch Bietigheim schlug 51 Sekunden vor der Pausensirene zurück. Kelly scheiterte noch an Steve Silverthorn, wurde jedoch von Guy Lehoux auf den Torhüter gecheckt, so dass das halbe Tor völlig frei für Alexander Serikows Nachschuss war. Glück hatten die Steelers Mitte des zweiten Drittels. Als Bietigheims Kapitän Mike Smazal bei einem Break Hooton von den Beinen holte, entschied Hauptschiedsrichter Ulpi Sicorschi auf eine Zeitstrafe statt auf Strafstoß. Bei dieser Aktion verletzte sich zudem Martinovic schwer, als die beiden auf ihn rutschten. „Unterhalb des Kopfes ist eigentlich alles betroffen. Genaues wissen wir erst nach einer Kernspin-Tomographie“, verkündete Steelers-Pressesprecher Oliver Mayer.

Für Martinovic kam Martin Morczinietz in den Kasten und musste gleich einmal ein Powerplay der Schwenninger überstehen. Kaum war Bietigheim wieder komplett, nahmen kurz nacheinander zwei Schwenninger auf der Strafbank Platz. Tommy Goebel bedankte sich für so viel Freiraum mit einem Treffer (32.). Nur 80 Sekunden später durften allerdings auch die Gastgeber jubeln. Marc St. Jean hatte abgezogen, Jason Pinizzotto die von der Bande zurückspringende Scheibe versenkt.

Im Schlussdrittel sah alles nach einem Bietigheimer Sieg aus. Schwenningen konnte längst nicht mehr den Druck des ersten Drittels aufbauen. Doch vier Minuten vor dem Ende holte sich Stefan Schrimpf eine ziemlich dumme Strafe ab. Vier Sekunden bevor er aufs Eis zurück durfte, nutzte Hooton die Überzahl zum Ausgleich. Bietigheim kam deutlich aggressiver aus der Kabine in die Verlängerung. Kasper Degn erkämpfte sich im gegnerischen Drittel gegen zwei Schwenninger die Scheibe. Er scheiterte zwar an Silverthorn, doch für Kelly netzte den Abpraller ein. Nach nur 42 Sekunden war die Verlängerung damit beendet.

Voraussichtlich ohne Stammtorhüter Martinovic, dafür aber wieder mit Verteidiger Andress geht es für die Steelers bereits heute Abend mit dem ersten Heimspiel weiter. Spielbeginn ist um 20 Uhr. Zum nächsten Auswärtsspiel im Schwarzwald tritt das Team von Christian Brittig am Sonntag an. Das Eröffnungsbully wird hier um 18 Uhr gespielt.




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