Donnerstag, 24. Mai 2012

Aller guten Dinge sind drei?




08/04 2010

Aller guten Dinge sind drei?

Fuba
Stefan Witt (links) trug vergangene Saison noch das Trikot des TSV Nussdorf. Zunächst bis zum Saisonende bestimmt er zusammen mit Uwe Girstl die Geschicke des Fußball-A-Ligisten an der Seitenlinie. Foto: Simecek/Archiv

Nussdorf (nac). Drei Spiele, 0:14 Tore, keine Punkte – der Einstand von Frank Stäbener als Trainer beim TSV Nussdorf ist gehörig in die Hose gegangen. Bei den Spielern regte sich Unmut. Der Trainer zog die Konsequenzen und trat zurück. Die Nachfolge wurde intern geregelt: Uwe Girstl und Stefan Witt sollen den Abstieg verhindern.

An Weihnachten im vergangenen Jahr übernahm Frank Stäbener den Fußball-A-Ligisten TSV Nussdorf als Trainer. Kurz vor Ostern, wie jetzt herauskam, hat er hingeschmissen. „Er ist zurückgetreten, obwohl er beim TSV viel Potenzial vor allem wegen der guten Jugendarbeit sieht“, erklärt Abteilungsleiter Jochen Scudlo. „Das Hauptproblem war die Zeit.“

Nussdorf hat den Trainer in einer Situation verpflichtet, als sich der TSV bereits mitten im Abstiegskampf befunden hat. Scudlo: „Wir wollten frühzeitig ein Zeichen setzen und ein Konzept erstellen. Von der C-Jugend bis zur ersten Mannschaft der Aktiven sollten alle Teams die gleiche Spielform spielen.“ Das sollte „moderner Fußball“ (Stäbener) mit einer Vierer-Abwehrkette sein. Doch dann kam der lange Winter, die Vorbereitung fand hauptsächlich in der Halle statt. Zum Einüben der Abstimmung in der Defensive blieb keine Zeit.

In den ersten vier Spielen nach der Weihnachtspause präsentierte sich der TSV Nussdorf in einer desolaten Verfassung – 0:5 gegen 08 Bissingen II, 0:4 gegen die SpVgg Bissingen und 0:5 in Gemmrigheim. „In den drei Spielen haben wir nur vier Torschüsse gehabt“, schimpft Spielleiter Uwe Girstl. Stäbener hat sich dennoch nicht von seinem System, wie der TSV Fußball zu spielen hat, abbringen lassen. „Stäbener hat klare Visionen und Konzepte, wie ein Rad ins andere greifen soll. Von denen will er auch nicht abweichen“, erklärt Scudlo. „Und er hat Kritik geäußert.“ Girstl ergänzt: „Die Ansichten waren nicht schlecht, aber im Abstiegskampf nicht angebracht.“ Zwischen Mannschaft und Trainer schob sich ein Keil. Die Kluft wurde immer größer.

Nun übernimmt Spielleiter Girstl zusammen mit Stefan Witt zunächst bis Saisonende das Traineramt beim TSV. Bereits unter Gerd Hausmann, der zu Weihnachten seinen Platz an der Seitenlinie räumen musste, hatte Girstl das Training in Eigenregie gemacht, wenn Hausmann verhindert war. Und Witt genießt als ehemaliger Aktiver des TSV Nussdorf bei den Spielern hohes Ansehen. Girstl: „Stefan ist ein erfahrener Spieler, der über Jahre Leitfigur beim TSV war. Es ist wichtig, dass so ein Mann mitmacht.“

Die Hoffnung der Verantwortlichen in der Abteilungsleitung, aber auch im Spielerrat ist nun, dass „wieder Ruhe einkehrt“, sagt Scudlo. „Die Jungs sollen sich rein auf Fußball und ihre Aufgabe konzentrieren, den Abstieg zu verhindern.“ Diese wird schwer genug. Der TSV hat als A-3-Schlusslicht bereits sieben Punkte Rückstand auf den Abstiegsrelegationsplatz. „Das erste Ziel ist es, die Relegation zu erreichen. Alles andere wird sich zeigen“, sagt Co-Trainer Stefan Witt. Girstl sieht dagegen zuversichtlicher in die Zukunft: „Mit der jungen Truppe ist einiges möglich. Wir müssen aber wieder den Spaß im Training wecken. Wir sind in den letzten Wochen in taktischen Sachen erstarrt. Und dann müssen die Spieler auch wieder Fehler machen dürfen.“




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