Iptingen (rkü). Das Hundesportturnier auf der Höhe über Iptingen ist ein kleines Juwel. Bei den Teilnehmern kommt es gut an. Der Platz liegt weit weg vom Ort, ist aber gut erschlossen. Fast 100 Gespanne aus Hund und Hundeführer gingen an den Start. Dazu kamen 20 CSC-Teams aus je drei Gespannen.
Die Teilnehmer kamen aus Iptingen, Mühlacker und Löchgau ebenso wie aus Heilbronn, Mannheim und Aalen. In der kurzen Zeit seines Bestehens hat sich der Verein der Hundefreunde (VdH) Iptingen schon eine große Fangemeinde erschlossen. „Bis zum Sommer knacken wir die Marke von 200 Mitgliedern“, sagte der Vorsitzende Uwe Gunzenheimer am Rand des Turniers. Der Verein besteht seit neun Jahren.
Aus sportlicher Sicht haben die Iptinger schon ungewöhnliche Erfolge erzielt. So wurde die Jugend-CSC-Mannschaft 2007, 2008 und 2009 Süddeutscher Meister. Trainerin Elke Bemsel holte vierte und achte Plätze bei den deutschen Meisterschaften im Vierkampf. Allein schon die Teilnahme war ein großer Erfolg – startberechtigt waren nur die 20 bundesweit besten Gespanne aus Hund und Hundeführer. In Iptingen gab es derlei Startbeschränkungen nicht. Die sportlichen Leistungen waren dennoch beachtlich. Am Start war unter anderem die Iptinger CSC-Jugend, die fast vier Sekunden schneller war als der Zweite, der VdH Niefern. In der am stärksten besetzten Altersklasse 19 W führte Tatjana Bemsel (Iptingen) mit ihrem Border-Collie-Mischling Casey die dreiköpfige Spitzengruppe an und holte sich den Pokal. Weitere Ergebnisse siehe Spalte links.
Die Wettkämpfe, denen sich Hund und Hundeführer stellen mussten, ließen keine Langeweile aufkommen. Hürdenlauf, Slalom und Hindernislauf bildeten gemeinsam mit einer vorangestellten Gehorsamsprüfung den Vierkampf. Außerdem wurden der CSC-Mannschaftswettbewerb und der Hindernislauf angeboten. Nett anzuschauen waren auch die Trainingsläufe für den Hindernislauf. Die Bahn war für den Wettkampf vorbereitet und durfte von den Teilnehmern schon einmal probehalber genutzt werden. So mancher Hund, der noch keine große Turniererfahrung hatte, nahm den weniger beschwerlichen Weg um das Hindernis herum und wartete schwanzwedelnd auf Herrchen oder Frauchen. Andere Hunde sprangen übers Hindernis, machten dann kehrt und sprangen gleich noch einmal zurück. Anfeuerungsrufe halfen oft, aber auch nicht immer. Beim Wettkampf dagegen warfen vor allem kleinwüchsige Hunde ihre Beine so schnell hinter sich, dass sie wie ein fliegendes Wollknäuel über die Hindernisse oder durch den Parcours schnellten.
Der Parcours war auf einer eingeebneten Wiese auf dem Zwergberg zwischen Iptingen und Serres aufgebaut. In unmittelbarer Nachbarschaft liegt der Iptinger Fußballplatz, so dass den Turnierteilnehmern im Vereinsheim des SV Iptingen ausreichend Toiletten zur Verfügung standen. Auf Dauer will der VdH ebenfalls eine feste Unterkunft. „Der erste Schritt wäre mal ein Zaun“, sagt der Vorsitzende. „Der würde mehr Sicherheit bringen. Wir wollen nicht das gesamte Gelände einzäunen, sondern nur die Seite zur Landstraße und die zu den Zuschauerplätzen.“ Die Zaunpfähle stehen schon, nur die Genehmigung liegt noch nicht vor – es handelt sich um ein Gelände im Außenbereich, für das es laut Gunzenheimer keinen Bebauungsplan gibt. „Dafür müsste erst noch der Flächennutzungsplan geändert werden und das dauert. Wenigstens haben wir schon fließendes Wasser am Gelände und seit Ende 2009 auch einen Stromanschluss.“
Was die Hunderassen angeht, ist man beim VdH Iptingen offen: „Da haben wir keine Einschränkungen“, sagt der Vorsitzende. Vom kleinen Terrier oder Havaneser bis hin zum riesigen Türkischen Kangal, einem 70 Kilogramm schweren Herdenschutzhund, gibt es in Iptingen alle Größenordnungen. Kurse für Welpen und Junghunde bietet der Verein ebenfalls an. Nur an Turnieren teilnehmen dürfen Hunde frühestens im Alter von 15 Monaten. Gunzenheimer: „Voraussetzung für die Turnierteilnahme ist die Begleithundeprüfung und die kann erst mit 15 Monaten abgelegt werden.“
