01/04 2010
Knodel übernimmt das Kommando
Vaihingen (nac). Die Suche nach einem neuen Trainer hat nicht lange gedauert. Am Dienstagabend hat Markus Knodel die erste Einheit der Erstligamannschaft des TV Vaihingen geleitet. „Wir sind der Meinung, dass wir mit ihm wieder an die goldenen Zeiten anknüpfen können“, sagt Pressewart Michael Marx.
Markus Knodel kennt sich aus. Bereits seit Jahren ist er Abteilungsleiter beim TVV. Nachdem er in Obernhausen selbst lange in der Bundesliga gespielt hatte, ist er nun bei den Männern 35 in Vaihingen aktiv. „Er kennt uns schon so lange, ist bei fast jedem Spiel und bei vielen Trainingseinheiten dabei. Außerdem hat er uns schon einmal während der Feldsaison 2008 zusammen mit Werner Blechschmidt kurzzeitig trainiert“, berichtet Pressesprecher Michael Marx. „Er weiß genau, was uns fehlt, um an alte Leistungen anzuknüpfen, die uns Goldmedaillen bringen.“
Und Knodel geht die Sache professionell an. Die erste Trainingseinheit am Dienstagabend bestand nur aus Leistungstests – Sprints über neun und 25 Meter, Sprungkraft, Schlagkraft, Ausdauer und Kraftübungen wie beispielsweise Sit-ups. „Er hat uns erklärt, er will einfach Werte haben“, sagt Marx. So etwas kennen die Vaihinger Faustballer bisher nur von der Nationalmannschaft. Marx: „Olaf Neuenfeld macht auch immer wieder Leistungstests. Da kann man relativ gut ablesen, ob ein Spieler sich verbessert hat oder nicht.“ Außerdem hat Knodel bereits angekündigt, dass zweimal Training pro Woche nicht ausreichen wird, um an alte Erfolge anzuknüpfen. „Er erwartet, dass wir zusätzlich zum Mannschaftstraining noch etwas machen“, erklärt Marx. „Das heißt Laufen gehen. Ich verhandle aber auch gerade mit einem Fitnessstudio.“
Die Entscheidung für Knodel ist in den vergangenen Mannschaftssitzungen schnell gefallen. „Wir hatten uns im Team Gedanken gemacht und eine Liste mit Namen erstellt. Aber nur einen davon, von dem wir wussten, dass er es machen würde, haben wir angerufen“, erzählt Marx. „Als sich Markus Knodel aber angeboten hat, war für uns die Suche abgehakt.“
In der Feldrunde kann der neue Trainer allerdings nur auf sechs, maximal sieben Spieler zurückgreifen. Der Kader der Erstligamannschaft ist beachtlich geschrumpft. Andreas Rothmaier weilt ein halbes Jahr in England (Marx: „Die Sommerrunde ist komplett unrealistisch.“). Sein Bruder Daniel tritt kürzer, weil er nicht absehen kann, wie er beruflich eingespannt sein wird. Christian Erlenmayer kehrt zu seinem Heimatverein TV Unterhaugstett zurück. Ihm folgt Ingo Lochmahr, der in Vaihingen zuletzt nicht mehr zum Zug kam und eine neue Herausforderung sucht. Zugänge gibt es keine. Zur TVV-Stammmannschaft gehören nur noch Kolja Meyer, Michael Krauß, Marco Lochmahr, Daniel Wörsinger und Marx. Als Ersatzspieler hat sich Björn Rink gemeldet. Rink hat die vergangenen Jahre nicht mehr gespielt, sich aber beim TVV fit gehalten. Als Ergänzungsspieler zählt der A-Jugendliche Tobias Rommel zum Kader. Der Abwehrspieler wird aber vor allem in der dritten Mannschaft zum Einsatz kommen.
Der kleine Kader hat aber auch Auswirkungen auf den gesamten Verein. Marx: „Die erste Mannschaft wird zukünftig oberste Priorität haben.“ In der Vergangenheit haben Spieler immer wieder bei Partien in der 1. Bundesliga Süd gefehlt, weil sie ein Jugendteam oder bei den Frauen coachen mussten. „Wenn sich nun etwas überschneidet, wird bei der Jugend oder den Frauen der Trainer fehlen, wenn sich kein Ersatz findet“, stellt Marx klar. „Bei nur zwei Angreifern und vier Abwehrspielern können wir uns keinen Ausfall erlauben, wollen wir wieder um die deutsche Meisterschaft mitspielen.“ Denn die Finalrunde ist auch in der Feldrunde 2010 das Ziel, auch wenn die Saison beim TVV eher als Übergangsjahr angesehen wird.
