Donnerstag, 24. Mai 2012

0:5 – Da versagt auch die La-Ola-Welle




0:5 – Da versagt auch die La-Ola-Welle
Die deutsche Faustball-Nationalmannschaft verliert mit 0:5 gegen die Schweiz.

Vaihingen (ev) – Am Ende war das Faustball-Länderspiel zwischen Deutschland und der Schweiz eine klare Angelegenheit. Die Eidgenossen gewannen mit 5:0. Deutschlands Co-Trainer Christian Löwe hatte mehr erwartet, auch von den Vaihingern Andreas Rothmaier und Marco Lochmahr.

Vaihingen. Deutschland gegen die Schweiz – 450 Zuschauer wollten sich das Faustball-Länderspiel auf dem Sportplatz am Alten Postweg nicht entgehen lassen. Vom Auftritt ihrer eigenen Mannschaft durften sie dabei allerdings wenig angetan gewesen sein. Viel zu harmlos präsentierte sich das Nationalteam, das zwar zweimal in die Nähe eines Satzgewinns kam, am Ende aber eine deutliche 0:5-Pleite nach Sätzen einstecken musste.

Auch Christian Löwe, Co-Trainer der deutschen Faustball-Nationalmannschaft, sah nach dem Spiel, das nach gut einer Stunde vorüber war, nicht gerade zufrieden aus. „Ich habe mir mehr erhofft“, meinte er. Von dem, was er in der Kabine gefordert hätte, wäre nicht viel umgesetzt worden.

Deutschland lag im ersten Satz nach kurzer Zeit mit 3:8 hinten
Reinkommen und Druck aufbauen – das wollte Löwe von der Mannschaft. Stattdessen verpasste Deutschland den Start ins Spiel und lag nach kurzer Zeit mit 3:8 hinten. Dementsprechend war auch die Stimmung auf dem Sportgelände. „Hoop Schwiiz“, „Gut Andi“, „Kurz“ und kurze Musikeinspieler – das war es auch schon. Die Zuschauer verhielten sich eher wie bei einem Schachturnier als bei einem Faustballspiel. TVV-Angreifer Kolja Meyer, der in die Rolle des Moderators geschlüpft war, mühte sich redlich, Stimmung zu erzeugen. „Deutschland braucht eure Unterstützung“, sagte er. Eine La-Ola-Welle, die er im zweiten Satz während einer Auszeit auf die Reise schickte, schaffte allerdings gerade einmal eineinhalb Runden.
Im ersten Satz kam Deutschland zwar noch einmal an die Schweiz ran – 9:9. Am Ende hieß es aber 9:11.

Den zweiten Satz verlor die Mannschaft um die Vaihinger Andreas Rothmaier und Marco Lochmahr deutlich mit 4:11. Viel zu viele Fehler leisteten sich die Deutschen, sie agierten zu harmlos und profitierten am ehesten von den Fehlern der Schweizer, die so kurz vor Saisonbeginn auch noch nicht in Top-Form waren.
Rothmaier und Lochmahr blieben eher unauffällig, leisteten sich jedoch keinen großen Schnitzer.

Für Rothmaier war nach dem dritten Satz Schluss. Löwe, der den beruflich verhinderten Nationaltrainer Olaf Neuenfeld vertrat, hatte bereits vor dem Spiel angekündigt, dass alle Spieler zu Einsätzen kommen werden. Im letzten Satz mit Rothmaier-Beteiligung war Deutschland dran, lag sogar mit 4:1 vorne. Die Schweizer kamen aber wieder auf 5:5 heran und gewannen schließlich nach dem zweiten Satzball, der durch einen Leinenfehler verursacht wurde, mit 12:10.

Dann zeigte sich jedoch wieder, dass den Deutschen noch ein gutes Stück fehlt, um die Mannschaft aus der Schweiz zu schlagen. Der vierte Satz ging nach zwischenzeitlicher 6:3- und 8:4-Führung mit 11:6 an die Gäste.

Der letzte Durchgang war dann eine Vaihingen-freie Angelegenheit, da auch Lochmahr ausgewechselt wurde. Das Team führte bereits mit 4:0 und 5:1, war dann allerdings nicht abgeklärt genug, kassierte den Ausgleich (8:8) und erzielte keinen Punkt mehr.

„Die Schweizer waren williger und engagierter als die Deutschen“
Werner Blechschmidt, Vaihingens Trainer und Schiedsrichter der Partie, brachte es nach dem Spiel auf den Punkt: „Die Schweizer waren williger und engagierter als die Deutschen. Das hat mich ein wenig enttäuscht.“ Die Bedingungen wären durch die tiefstehende Sonne und den Wind nicht einfach gewesen, aber während die Schweizer trotzdem 85 Prozent ihrer Zuspiele gleichmäßig im Drei-Meter-Raum platzierten, seien es bei den Deutschen gerade einmal 15 Prozent gewesen.
„Wir waren nicht beweglich und aggressiv genug und haben die Verantwortung weitergereicht“, sagte Löwe. Er war auch mit den Vaihingern nicht zufrieden. Große Fehler hätten sie zwar nicht gemacht, „aber ich erwarte mehr von ihnen“. Zum Beispiel, dass sie Leben ins Spiel bringen. „Beide sind eigentlich bekannt dafür, dass sie agil und laut sind. Ich erwarte mehr Präsenz und dass sie das Spiel ankurbeln“, meinte er.

Alles in allem sei die 0:5-Pleite aber kein Grund zum Heulen. „Wir wissen, was Andreas Rothmaier, Marco Lochmahr und die anderen können.“ Das Spiel dürfe man nicht überbewerten, vor allem nicht hinsichtlich der World Games in Taiwan im Sommer, bei denen auch die Vaihinger gerne mitspielen würden.

Deutschland: Schmutzler, Erlenmayer, Marco Lochmahr, Debus, Andreas Rothmaier, Hoffrichter, Haas.

Schweiz: Schreiber, Jäger, Gugerli, Sieber, Eicher, Berger, Frischknecht, Baumann.




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