Donnerstag, 24. Mai 2012

Ein Spiel mit dem gewissen Kribbeln




Vaihingen – Deutschland gegen die Schweiz – heute Abend findet in Vaihingen ein Länderspiel statt. Ab 18 Uhr stehen sich die Faustball-Nationalspieler gegenüber. Mit dabei sind auch zwei Vaihinger: Marco Lochmahr und Andreas Rothmaier.

„An den Vaihingern führt momentan, vor allem was das Engagement betrifft, kein Weg vorbei“, sagt Christian Löwe, Co-Trainer der deutschen Nationalmannschaft. Vier TVV-Spieler stehen im Kader der Nationalmannschaft, zwei dürfen heute Abend auch im Länderspiel ran.

Aber warum nicht alle? „ Weil wir sonst Vaihingen gegen die Schweiz gespielt hätten“, antwortet Nationaltrainer Olaf Neuenfeld. Da er das aber nicht wollte, nominierte er nur Andreas Rothmaier und Marco Lochmahr. „Was Kolja Meyer und Michael Marx unter Wettbewerbsbedingungen leisten können, haben wir bereits bei der EM in Stammheim gesehen“, sagt Neuenfeld. Lochmahr konnte damals wegen einer Verletzung nicht antreten, Rothmaier hatte es nur knapp nicht in den Kader geschafft.

Deshalb dürfen sich nun die beiden ihrem eigenen Publikum im Nationaltrikot zeigen. „Ich freue mich schon riesig darauf und hoffe auf eine tolle Stimmung und viele Zuschauer“, sagte zum Beispiel Andreas Rothmaier zu seiner Nominierung.

Löwe kann gut nachvollziehen, wie es in den Spielern aussieht. „Es ist ein besonderes Erlebnis. Sie spielen zwar auf dem eigenen Platz, aber unter ganz anderen Umständen“, sagt er und geht davon aus, dass beide zu Beginn nervös sein werden. „Aber das werden sie in Leistung umsetzen können.“ Auch der Vereinstrainer der beiden Vaihinger, Werner Blechschmidt, erwartet, dass die beiden ihre Nominierung bestätigen können. „Sie müssen sich einfach auf ihre Stärken konzentrieren.“

Blechschmidt wird beim Länderspiel ebenfalls dabei sein – als Schiedsrichter. Trotzdem ist die Partie eine offizielle Angelegenheit und beim Verband angemeldet. Spielerischen Glanz wird es nach Einschätzung von Löwe so früh in der Saison noch nicht geben. Dafür erwartet er ein engagiertes Auftreten beider Teams, immerhin stehen die World Games dieses Jahr noch auf dem Programm und alle Spieler wollen ein Ticket.

Die letzten beiden Partien gegen die Schweiz hat Deutschland mit 0:3 und 0:4 verloren. „Das wird ein harter Brocken für uns. Wenn wir gewinnen, wäre das eine Überraschung“, meint Neuenfeld. „Allerdings waren die Sätze bei den Niederlagen knapp. Uns fehlte nur ein bisschen was. Die Schweiz ist schlagbar“, so sein Kollege Löwe. Heute wird übrigens auf fünf Gewinnsätze gespielt.

Löwe wird das deutsche Team heute Abend betreuen, da Neuenfeld aus beruflichen Gründen nicht rechtzeitig nach Vaihingen kommt. Der Bundestrainer wohnt in Schneverdingen in der Nähe von Hamburg. „Wir haben es schon ein paar Mal so gemacht, dass er der Nordtrainer ist und ich der Südtrainer bin“, so Löwe, der in der Nähe von Böblingen wohnt. Wen er in die Startformation nimmt, ist noch nicht klar. Sicher ist allerdings, dass alle sieben nominierten Spieler zum Einsatz kommen werden. Das Trainer-Duo legt beim Spiel heute Abend viel Wert auf den Spielaufbau und ein technisch gutes Spiel.

Die Vaihinger sind auf jeden Fall fit für die Partie. „Es beeindruckend, wie viel die Spieler für ihren Sport leisten“, sagt Löwe. Wahrscheinlich lief der Lehrgang vor einer Woche für die vier deshalb so gut. Kolja Meyer sei zwar noch nicht so stark wie in der vergangenen Saison, aber Marco Lochmahr, Andreas Rothmaier und Michael Marx seien auf ihren Positionen führend. An den Vaihingern führt momentan eben kein Weg vorbei.

Eva Wirth




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