Mädchen eifern den Nationalspielerinnen nach
Sersheim (rkü) – Rund 30 Mädchen in einheitlichen T-Shirts laufen über den Sersheimer Sportplatz, spielen Fange, stellen sich gegenseitig vor und versuchen, einen Fußball zu kontrollieren. Es ist der erste Abend des AOK-Treffs Fußballgirls.
Der VfR Sersheim ist der erste Verein in den Kreisen Ludwigsburg und Rems-Murr, bei dem ein solcher Treff angesiedelt ist, aber in den kommenden Wochen sollen weitere Vereine folgen. Ziel aller Beteiligten ist es, den Mädchenfußball als aufstrebende Sportart auch dort zu stärken, wo es bislang keine Angebote für Mädchen in den Fußballvereinen gibt. Dazu ziehen die örtlichen Vereine, die Gemeinden, die AOK und der Württembergische Fußballverband an einem Strang. So stellt beispielsweise der Fußballverband die Trainer für die ersten Trainingseinheiten.
Vorläufig fünf Termine stehen an, jeweils montags um 18 Uhr. Die Teilnahme an dem Treff ist auch möglich, ohne gleich in den Verein einzutreten. Sollten die Nachwuchskickerinnen aber Lust auf Sport in der Mannschaft bekommen, würde dies vom VfR Sersheim fortgeführt. Dessen Vorsitzender Thomas Gast kündigte an, dass bei entsprechendem Interesse künftig noch mehr für die Jugendarbeit getan werden solle. Vorbild für die Fußballmädchen seien die Spielerinnen der Nationalmannschaft, stellte der Fußball-Bezirksvorsitzende Hans-Jörg Arnold fest.
Darum solle bis zur Ausrichtung der Frauen-Weltmeisterschaft 2011 in Deutschland der Mädchenfußball noch weiter voran gebracht werden. Sersheims Bürgermeister Jürgen Scholz ergänzte: „Beim Frauenfußball wird ja auch sehr attraktiv gespielt und die Frauen spielen oft technisch sauberer als die Männer.“ Scholz stellte in Aussicht, Mädchenfußball als einen Punkt in die Ganztagesbetreuung der Schule zu integrieren.
Erst einmal wird trainiert. Unter Anleitung des Verbandstrainers Bernd Vollmer steht ein spielerisches Aufwärmen auf dem Programm. Dann kommen Fußbälle ins Spiel, doch sie werden nicht nur gekickt. Neben dem Dribbeln steht auch das Prellen auf dem Programm. Zwischendurch müssen die Mädchen sogar auf allen Vieren gehen und den Ball mit dem Kopf vor sich her rollen. Ballgefühl und Spaß am Sport ist die Devise. Die Fußball-Mädels aus Hochdorf sind von dem Konzept so begeistert, dass sie in Mannschaftsstärke nach Sersheim gekommen sind.
