Noch sechs Spiele – der Countdown beginnt
Vaihingen (ev) – Sechs Spiele, maximal 18 Punkte. Dann ist die Saison in der Fußball-Kreisliga A3 vorbei. Hellas Bietigheim hat als Tabellenführer die besten Karten, um aufzusteigen, doch Lomersheim, Roßwag, Löchgau II und Gemmrigheim lauern dahinter. Ein Überlick.
Platz 1: Hellas Bietigheim – 49 Punkte
Wer kann Hellas stoppen? Selbst von den Verfolgern traut sich das keiner zu. Auch Hellas-Betreuer Lukas Spiros denkt, dass seine Mannschaft am letzten Spieltag ganz oben stehen wird. Dabei sah es in der Vorrunde gar nicht danach aus, dass der Aufsteiger den Durchmarsch schafft. „Wir hatten ja auch einen kompletten Neuaufbau zu bewältigen“, sagt Spiros. Die neuen Spieler und die Einkäufe hätten zunächst nicht miteinander harmoniert. „Aber jetzt haben wir ein wunderbares Klima“, so der Betreuer.
Dafür, dass auch die Rahmenbedingungen stimmen, sorgt Lukas Spiros selbst. Die Trikots legt er vor dem Spiel auf die Plätze der Spieler. Auch sonst sorgt er beinahe für Profiflair: Banane, Kaugummi, Tee im Winter – er versucht seinen Spielern jeden Wunsch von den Augen abzulesen. Sorgen macht ihm da nur die Tatsache, dass Benjamin Rehm verletzt ist. Ob es sich nur um eine Zerrung handelt oder ob etwas Schlimmers dahinter steckt, ist noch nicht bekannt.
Trotzdem glaubt er nicht, dass die Mannschaft strauchelt. Kirchheim, Lomersheim, Sersheim, Gemmrigheim, Kleinsachsenheim und Wiernsheim – das ist das Restprogramm der Bietigheimer. Auf die leichte Schulter will er die Gegner aber nicht nehmen, denn jeder Ausrutscher könnte das Meisterschafts-Aus bedeuten.
Platz 2: Phönix Lomersheim – 47 Punkte
Von den Spitzenteams hat Lomersheim mit Abstand das schwerste Restprogramm: Löchgau II, Hellas Bietigheim, Bönnigheim, Roßwag, Nussdorf und Gündelbach. „Aber immerhin haben wir es selbst in der Hand“, sagt Phönix-Trainer Claus Piayda. Auch für ihn ist Hellas die überragende Mannschaft. „Vielleicht erwischen wir den Spitzenreiter auf dem falschen Fuß“, hofft er, schiebt aber nach, dass wohl Platz zwei realistischer sei.
Sein primäres Ziel ist deshalb auch die Absicherung nach hinten. Platz zwei – die Teilnahme an der Relegation: „Immerhin hätten wir dann die Chance, in die Bezirksliga zurückzukehren“, so Piayda. Das war insgeheim schon der Wunsch zu Saisonbeginn, doch nach dem Abstieg hätte doch niemand gewusst, wo die Mannschaft steht.
Das Restprogramm der Lomersheimer hat es zwar in sich, doch immerhin können die Lomersheimer die letzten sechs Spiele nahezu in Bestbesetzung angehen. „Und das ist gut so, denn wir sind die Gejagten. Darauf müssen wir uns einstellen“, so Iacobelli.
Platz 3: FV Roßwag – 42 Punkte
„Zu Platz eins wird es wohl nicht mehr reichen“, meint Roßwags Abteilungsleiter Edgar Schmidt etwas zerknirscht. Aus sechs Punkten Vorsprung in der Winterpause sind sieben Punkte Rückstand geworden. Nur das Spiel gegen Häfnerhaslach gewann der FVR – sonst blieb das Team sieglos. Das Ende der Negativserie ist eigentlich nicht in Sicht. Zu der misslichen Lage kommt, dass Robin Gittinger und Patrick Pätzold ausfallen. Etliche andere Spieler sind angeschlagen. Doch Schmidt hofft, dass es trotzdem noch zu Platz zwei reicht. Vielleicht gerade deshalb, weil die anderen Mannschaften den angeschlagenen Lila-Weißen nun nichts mehr zutrauen.
Das Restprogramm der Roßwager: 08 Bissingen, Illingen, Kirchheim, Lomersheim, Sersheim und Gemmrigheim. „Vor allem das Spiel gegen Lomersheim ist ein Sechspunktespiel“, sagt Schmidt. Jetzt gelte es, den Kopf wieder freizubekommen. Der Wille sei ja da. „Das Problem ist eine reine Kopfsache.“
Platz 4: FV Löchgau II – 41 Punkte
„Eigentlich hätten wir ja drei Punkte mehr auf dem Konto“, sagt Spielleiter Timo Iacobelli. Das Spiel gegen Kirchheim wurde beim Stand von 4:1 abgebrochen (siehe untenstehender Artikel). Sein Ziel ist die Relegation. Da freue er sich drauf, auch wenn die Mannschaft erst vor einem Jahr in den Entscheidungsspielen gescheitert ist. Nur der Meister steigt direkt auf, „aber an Hellas führt kein Weg vorbei. Die sind für diese Klasse einfach zu gut besetzt.“
Neben Sersheim, Gemmrigheim, Kleinsachsenheim, Wiernsheim und Häfnerhaslach muss die FVL-Zweite auch noch gegen Lomersheim ran. „Das ist das wichtigste Saisonspiel. Wenn wir da verlieren, ist es vorbei. Wenn wir gewinnen, sind wir dick dabei“, meint Iacobelli. Auch wenn Lomersheim der einzige Top-Gegner im Restprogramm ist, graut ihm auch vor dem Teams aus dem Tabellenkeller. Erstens, weil die im Abstiegskampf „um ihr Leben rennen“ und zweitens, weil seine Mannschaft jung sei und Teams, die hinten stehen, leicht unterschätze. Aber immerhin habe seine Mannschaft einen bestechlichen Vorzug: „Sie spielt klasse. Schnell und direkt nach vorne. Das ist unser Vorteil.“
Platz 5: VfL Gemmrigheim – 38 Punkte
Der Abstand des VfL Gemmrigheim ist groß. Trotzdem meint Hellas-Betreuer Lukas Spiros, dass die Mannschaft neben Löchgau II die besten Chancen habe, den Relegationsplatz zu ergattern. VfL-Abteilungsleiter Gunter Schlayer sieht es anders. „Nach dem 0:0 gegen Kleinsachsenheim ist das Rennen um die Aufstiegsplätze wohl gelaufen.“ Die anderen Teams müssten doch kräftig daneben langen und Gemmrigheim die Spiele gegen Wiernsheim, Häfnerhaslach, Löchgau II, Hellas Bietigheim, Bönnigheim und Roßwag gut über die Bühne bringen. „Vielleicht überholen wir noch Roßwag. Mehr ist nicht drin. Aber es ehrt uns, dass Hellas uns das zutraut“, meint Schlayer.
