Donnerstag, 24. Mai 2012

Steelers geben im Finale die Führung aus der Hand




1:1 - Das Play-off-Finale der zweiten Bundesliga zwischen Bietigheim (links) und München ist ausgeglichen. Foto: Simecek

Bietigheim-Bissingen (js) – Völlig offen ist die Finalserie der zweiten Eishockey-Bundesliga zwischen den Bietigheim Steelers und dem EHC München. Zum Auftakt gewann Bietigheim zu Hause mit 3:2, verlor dann aber in München nach Penaltyschießen mit 1:2. Bereits heute Abend (20 Uhr) geht die Best-of-Five-Serie im Bietigheimer Ellental weiter.

Erst zum zweiten Mal in dieser Saison war die Eishalle im Ellental mit 3250 Zuschauern restlos ausverkauft, als der EHC München zum ersten Finalspiel zu Gast war. Die Stimmung war entsprechend gut, wurde jedoch früh durch die durchwachsene Leistung von Schiedsrichter Marcus Brill (Zweibrücken) getrübt. Denn als Kasper Degn begünstigt durch einen Fehler von EHC-Schlussmann Sebastian Elwing nach 5:14 Minuten ein glasklares Tor erzielte, verweigerte Brill die Anerkennung. Selbst Münchens Coach Pat Cortina gab nach der Partie zu Protokoll: „Ich habe keine Ahnung, warum dieses Tor nicht gezählt hat.“ Brill erklärte dagegen lapidar: „Meine Linesmen und ich haben etwas im Tor gesehen, konnten es aber nicht eindeutig als Puck identifizieren. Deshalb konnte ich das Tor nicht geben.“ Der Großteil der Zuschauer hatten es besser gesehen als die Unparteiischen, obwohl diese näher am Geschehen waren. Entsprechend lautstark war ihr Pfeifkonzert.

Anstatt selbst 1:0 vorne zu liegen, gerieten die Steelers plötzlich in Rückstand. In der achten Minute wurde Marcel Neumann von David Wrigley überlaufen. Wrigley bediente Dylan Gyori und der ließ Steelers-Schlussmann Sinisa Martinovic keine Chance. Durch diesen doppelten Nackenschlag kamen die bis dahin spielbestimmenden Gastgeber aus dem Tritt. Fortan hatte München Oberwasser, konnte die Überlegenheit jedoch nicht in gefährliche Chancen oder Tore ummünzen. Mit der ersten Strafe gegen München kam das Team von Christian Brittig zurück ins Spiel. Martin Schymainski musste in der 14. Minute auf der Strafbank Platz nehmen und 73 Sekunden später hatte Andrej Kaufmann die numerische Überlegenheit in den Ausgleich umgemünzt.

Mit neuem Schwung bestimmten die Steelers den Rest des ersten Drittels und das gesamte zweite Drittel. Doch wie zuvor die Gäste, konnten auch die Gastgeber ihre Überlegenheit nicht in gefährliche Aktionen umsetzen. So dauerte es bis zur 46. Minute, ehe das nächste Tor fiel. Wieder waren die Steelers in Überzahl, als Brent Walton von halbrechts abzog. Die Scheibe wurde unhaltbar für Elwing abgefälscht. Das Schiedsrichtergespann hatte Justin Kelly als Urheber der Richtungsänderung gesehen und brachte damit Walton um seinen dritten Treffer in den Play-offs. Der Führungstreffer verlieh den Steelers neuen Elan und nur 47 Sekunden nach Walton legte Dominik Hammer auf Zuspiel von Dirk Wrobel zum 3:1 nach.

Bietigheim verlegte sich nun zunehmend auf die Sicherung des eigenen Tores. München baute immer mehr Druck auf, doch der Anschlusstreffer durch Florian Kettemer in der 57. Minute fiel praktisch aus dem Nichts. Danach blieben Chancen Mangelware. Nur einmal stockte den Bietigheimer Fans der Atem, als Martinovic die Scheibe fallen ließ. Marcel Neumann reagierte jedoch blitzschnell und schob sie seinem Goalie unter die Schoner. „Wir haben insgesamt sehr kompakt gespielt und verdient gewonnen“, resümierte Coach Christian Brittig nach der Partie.

Mit einer ähnlichen Taktik versuchte es der Steelers-Coach dann auch beim Auswärtsspiel. Bereits nach wenig mehr als drei Minuten hatte Andrej Kaufmann die Steelers vor 4811 Zuschauern in Führung gebracht und dabei ähnlich wie Kasper Degn beim vermeintlichen 1:0 am Freitag von einem Fehler Elwings profitiert. Für Christian Brittig war die Führung das Zeichen, schon extrem früh die Schotten dicht zu machen. In den folgenden 37 Minuten ließ Bietigheim die Gastgeber erfolglos gegen ein nahezu lückenloses Abwehrbollwerk anrennen. München kam erst in der 48. Minute durch David Wrigley zum Ausgleich. Dieser war aufgrund der letzten zwanzig Minuten auch verdient. Somit ging es in die Verlängerung, die trotz eines sehr guten Überzahlspiels der Steelers zwischen der 71. und 73. Minute ohne Tor blieb. Im Penaltyschießen trafen Justin Kelly und David Wrigley jeweils für ihr Team, während bei den anderen vier Schützen jeweils die Torhüter Sieger blieben. Mit dem sechsten Münchner Schützen nahte schließlich die Entscheidung. Während Martinovic den ersten Penalty von Brandon Dietrich noch mit einer unglaublichen Parade herausgefischt hatte, blieb Dietrich beim zweiten Mal Sieger. Andrej Kaufmann hatte anschließend noch die Chance zum Ausgleich, scheiterte jedoch an Elwing.

Der Heimsieg der Münchner stellt gleichzeitig die erste Play-off-Niederlage der Steelers in dieser Saison dar. Damit steht auch fest, dass es am Freitag noch ein zweites Spiel im Münchner Olympiapark geben wird. Frühestens dann wird die Meisterschaft entschieden, egal wie die Partie heute Abend ausgehen wird.




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