Abschlussschwäche trifft auf Willenlosigkeit
Oberriexingen (sv) – Eine Punkteteilung der schlechteren Art boten der SV Iptingen und der TSV Oberriexingen. Mit einem Sieg hätten die Gastgeber nur noch sechs Punkte Rückstand auf die Gäste gehabt, die derzeit auf Platz zwei stehen. Von dieser Brisanz war im Spiel aber nichts zu sehen.
Zweiter gegen Dritter. Das vermeintliche Topspiel der Kreisliga B5 spiegelte besonders am Ende nicht die Tabellensituation wider, in der sich beide Teams befinden. Fest steht nach diesem Spiel: Spitzenreiter Großglattbach kann seinen Vorsprung auf den Zweitplatzierten SV Iptingen auf vier Zähler ausbauen. Für Oberriexingen ist der Aufstiegszug wohl abgefahren. Durch das torlose Unentschieden verringerte sich der Abstand auf die Gäste nicht. Und neun Punkte in sechs verbleibenden Spielen aufzuholen, traut auch Trainer Wolfgang Schüle seinen Gelb-Schwarzen nicht zu.
„Wir haben uns nie Gedanken um diesen Relegationsplatz zwei gemacht“, gab Schüle nach Abpfiff der Begegnung zu verstehen. „Unsere Ambition am Anfang der Saison war es, nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben.“ In diesem Sinne kann man den Oberriexingern nur gratulieren. Den Klassenerhalt haben sie mit dem gestrigen 0:0 wohl gefestigt.
Auch wenn es zynisch klingt, gerade in der ersten Halbzeit agierten die Platzherren tatsächlich wie ein Abstiegskandidat und nicht wie der Drittplatzierte der Staffel. In der Oberriexinger Abwehr lief erstaunlich wenig zusammen und die Offensivabteilung der Gastgeber war in Hälfte eins praktisch nicht vorhanden. Wirklich im Spiel waren auf dem neuen Oberriexinger Sportplatz nur 12 Kicker – 11 Iptinger und der Schlussmann der Hausherren, Colin Zech. Er musste mehr als einmal die Fehler seiner Vorderleute ausbügeln.
Den Grün-Weißen gelang es trotzdem nicht, den Ball hinter die Torlinie zu drücken. Chancen dazu hatten sie genug. So hielt Zech Benjamin Rapps Torversuch nach 120 Sekunden fest. Zwei Minuten später ging Julian Schreders Schuss knapp vorbei und nach 24 Zeigerumdrehungen hielt ein Verteidiger der Heimmannschaft mit einem Rettungskopfball auf der Linie sein Team im Spiel. Um es kurz zu machen: Für die Gastgeber war dieser Halbzeitstand mehr als schmeichelhaft, für Iptingen war das Pausenresultat zu wenig.
Nach dem Seitenwechsel verflog die eindeutige Überlegenheit des SVI. Die Schüle-Elf, bei der zur Halbzeit Dominik Bauer und Patrick Schüle eingewechselt worden waren, begann in Ansätzen zu zeigen, dass sie die Partie gewinnen sollte, um in der Tabelle an die Gäste anzuschließen. So drückend wie Iptingen im ersten Durchgang waren die Platzherren allerdings zu keiner Zeit. Irgendwie fehlte bei beiden Teams der unbedingte Wille, aus diesem direkten Duell drei wichtige Punkte für den Aufstiegskampf mitzunehmen.
Möglichkeiten für Oberriexingen, ein Tor zu erzielen, waren ab Minute 46 zwar da. Das Oberriexinger Offensivspiel erweckte aber nicht selten den Eindruck von mangelnder Cleverness. Benjamin Langhans und Gökhan Yerlikaya, das als eigentlich brandgefährlich bekannte Sturmduo, lockten Iptingens Torhüter Alexander Ulm zwar einige Male auf den Boden. Zu Glanzparaden zwangen die beiden ihn aber nicht. „Vorletzte Woche hätten wir die Chancen wohl rein gemacht“, haderte Schüle mit dem Glück.
Es war wohl Ironie des Schicksals, dass die größte Gefahr für das Iptinger Tor von Gästeakteur Benjamin Rapp ausging. Er wollte in Minute 65 auf Nummer sicher gehen und den Ball zum Eckstoß klären. Das Spielgerät allerdings flog nach seinem Klärungsversuch nur wenige Zentimeter über das Gehäuse von Torhüter Ulm.
Die Angriffsbemühungen seiner Vorderleute nach dem Seitenwechsel beschränkten sich auf wenige unspektakuläre Chancen. Die Mannschaft zeigte im zweiten Durchgang nicht mehr den Elan, der sie noch in Hälfte eins ausgezeichnet hatte und ging so quasi einen Nichtangriffspakt mit den Platzherren ein.
Eine gegen Ende unansehnliche Nullnummer hat im Rennen um den Relegationsplatz zwei nichts geändert. Nicht mehr und nicht weniger.
TSV Oberriexingen: Zech – Sebastian Schüle, Ziesel (46. Bauer), Streicher, Triantafillidis, Pfeiffer, Gyenes (46. Patrick Schüle), Langhans, Kunz, Gökhan Yerlikaya.
SV Iptingen: Ulm – Glashauser, Andreas Gerhard, Dertinger, Benjamin Rapp, Cebeci (62. Drexler), Glauner, Schreder, Michael Knödl, Nowotny, Heiko Knödl (79. Jonas Rapp).
