Donnerstag, 24. Mai 2012

Vaihingen bewegt sich: Nordic Walking – Die vierte Stunde




Gymnastik gehört beim Nordic Walking mit dazu, die Stöcke leisten auch hierbei gute Dienste. Foto: Arning
Gymnastik gehört beim Nordic Walking mit dazu, die Stöcke leisten auch hierbei gute Dienste. Foto: Arning

Vaihingen (aa) – Kurt Haubennestel sorgt sich um seine Truppe. „Hat jemand vom letzten Mal ein Zipperlein?“, fragt er standardmäßig in die Runde. Niemand meldet sich. Schön. Dem Nordic-Walking-Vergnügen Nummer 4 steht also nichts mehr im Weg. Auch in der Woche nach Ostern sind fast alle da. Nur die beiden Hunde-Damen aus dem Hause Haberer-Knodel mussten heute Abend daheim bleiben.

Bei sommerlichen 25 Grad haben manche die kurzen Hosen aus dem Schrank geholt. Sie frieren garantiert nicht an diesem Mittwochabend. Ab geht’s wieder in vier Gruppen. „Die Langsameren bleiben bei mir“, empfiehlt Haubennestel. Der Rhythmus ist schnell gefunden. In der Gruppe von Jochen Neff soll es etwas schneller voran gehen. Doch er hat sich getäuscht; auch die Teams um Iris und Boris sind ganz offensichtlich von der Frühlingsluft beflügelt. „Den Bauchnabel bewusst rein ziehen, auf Spannung achten“, empfiehlt Neff. Und: „Die Stöcke weiter vorne einsetzen, da verbraucht man mehr Kalorien.“

„Nicht so mit dem Oberkörper wackeln“, wird dem VKZ-Mann von Iris empfohlen. „Die Hände vorne ganz schließen, die Stöcke nicht nur dezent mit zwei Fingern umfassen. Und nach hinten ganz öffnen.“ Man steht regelrecht unter Beobachtung. Jochen legt am Hammelbergweg wieder eine kleine Gymnastikpause ein. Schrittstellung, Arme mit den Stöcken waagrecht nach vorne, am vorne stehenden Fuß die Zehen nach oben ziehen. „Ist man tatsächlich so unbeweglich?“, geht es einem durch den Kopf. Und warum klappt es nicht, durch die herunterhängenden Arme über die Stöcke zu steigen? „Üben Sie mal“, lacht Iris.

Der Vorteil beim Nordic-Walking: nebenher kann geschwätzt werden. Das Ehepaar Lauber aus Kleinglattbach hat den Start fast verpasst. Hans-Peter Lauber stand auf der Autobahn, weil er von Stuttgart aus noch schnell eine Baustelle in Pforzheim besuchten wollte. Schnell war aber nicht am Mittwoch. Da wurde es höllisch knapp mit halb sechs.

Solche Sorgen haben die Eheleute Hotz aus Ensingen nicht. Ludwig Hotz hat sich von seiner Frau zum Kurs überreden lassen. „Sie ist richtig süchtig“, meint Hotz, mit 69 Jahren einer der ältesten in der Gruppe. Dreimal die Woche mache sich seine Angetraute mit Ensinger Frauen zu einer Tour auf. Auch Ludwig Hotz hat Gefallen an der Sache gefunden. Gelassen stockelt er der Gruppe hinterher. So nebenbei erfährt man auch etwas von Radausflügen des sportlichen Rentnerpaares nach Holland oder an den Neusiedler See.

Auch das Ehepaar Nepstad aus Hochdorf ist mit Begeisterung dabei. „Wir würden doch sonst nur faul rumhocken“, meint Brigitte Nepstad und erzählt begeistert, dass sie auch noch das Chi-Balance bei der Sportschule Scheiber gebucht haben. „Da lernt man seine Muskeln ganz neu kennen“, findet sie. Am Dienstag sei es richtig zur Sache gegangen.

Die Abschlussgymnastik zelebriert diesmal Iris mit jugendlichem Schwung. Kurt Haubennestel ist indessen um ein Bild der ganzen Gruppe besorgt. „Das machen wir am letzten Kurstag am 29. April“, wird versprochen. Da soll es auch die T-Shirts geben. Hoffentlich hat dann niemand ein Zipperlein.

„Aktiv und fit in der Region“ ist eine Aktion der VKZ, der Krankenkasse Barmer, Intersport Sämann und des Gesundheitszentrums Sportschule Scheiber, in Zusammenarbeit mit dem TV Vaihingen.




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