Vaihingen – TSV Bietigheim oder TV Vaihingen? Tennistrainer Armin Maute will ab Mai beide Vereine trainieren. Wie er das zeitlich sowie organisatorisch hinbekommt und was er macht, wenn Bietigheim auf Vaihingen trifft, hat er im Interview erzählt.
15 Jahre sind Sie nun schon Trainer beim TV Vaihingen. Bisher hat Ihnen das gereicht. Wieso übernehmen Sie nun zusätzlich einen zweiten Verein?
Als hauptberuflicher Tennislehrer kann ich mit meiner Tennisschule ohne Weiteres mehrere Vereine betreuen. Außerdem ist noch nicht klar, wie es mit der Tennishalle in Vaihingen weitergeht. Vielleicht gibt es sie in dieser Art bald gar nicht mehr.
Und wieso übernehmen Sie gerade den TSV Bietigheim?
Ich hatte auch andere Angebote. Allerdings hätte ich da wegziehen müssen. Durch meine Frau bin ich aber mittlerweile in Vaihingen verwurzelt. Auch die Tennisabteilung des TVV liegt mir am Herzen. Bietigheim ist nicht weit weg und der Verein ist von der Größenordnung ähnlich aufgestellt wie Vaihingen. Es ist eine reizvolle Aufgabe.
Als Cheftrainer sind Sie beim TV Vaihingen für alle Jugendteams und für die aktiven Mannschaften zuständig? Die gleichen Aufgaben bekommen Sie in Bietigheim. Wie wollen Sie das bewältigen?
Ich stelle dafür einen weiteren Trainer ein. In meiner Tennisschule arbeiten bereits vier hauptamtliche Trainer. Wir haben auch schon in der Vergangenheit andere Teams betreut.
Trainieren Sie in der kommenden auch noch andere Vereine, außer Vaihingen und Bietigheim?
Ja, in der bevorstehenden Saison werden es Kleinglattbach, Nussdorf und Oberriexingen sein. Ich erledige die organisatorischen Aufgaben und schicke einen meiner Trainer in die Vereine.
Wer ist denn der neue Trainer?
Timo Schwarzmeier. Er ist 27 Jahre alt und staatlich geprüfter Tennislehrer mit einem B-Trainerschein. Er kommt aus Pforzheim, zieht aber nach Ensingen, weil sonst die Entfernung zu groß wäre.
Mit ihm betreuen Sie den TSV Bietigheim und den TV Vaihingen. Wie teilen Sie sich die Aufgaben?
Wie gesagt, ich bin in beiden Vereinen Cheftrainer und übernehme die komplette Organisation. Zudem werde ich in beiden Vereinen das Jugendtraining, die Herrenmannschaft sowie die Damenmannschaften betreuen. Alles andere ist davon abhängig, an welchem Tag und zu welchem Zeitpunkt trainiert wird. Außerdem wird Petra Dobusch wie bisher auch für den TVV arbeiten. Sie unterstützt mich bereits seit Jahren beim Jungendtraining.
Wie hat denn die TVV-Tennisabteilung Ihre Entscheidung aufgenommen?
Ich habe mit Abteilungsleiter Markus Naujack ein Gespräch geführt. Schließlich bin ich vertraglich gebunden. Ich habe gefragt, ob das geht und der Verein ist mir sehr entgegengekommen. Die Problematik ist ja bekannt.
Und wie haben Ihre Schüler reagiert?
Begeistert waren Sie natürlich nicht. Ich habe es ihnen erklärt und deutlich gemacht, dass ich nicht weg bin.
Glauben Sie nicht, dass es Neider geben wird, die sagen „Der ist doch viel öfter im anderen Verein!“?
Damit muss ich wohl leben.
Und wenn Spieler so denken?
Dem kann ich entgegenwirken. Für die, die das mit Bietigheim bereits wissen, sind meine Gründe plausibel. Allerdings ist es mir wichtig, dass sich niemand im Stich gelassen fühlt.
Ist Ihr Engagement beim TSV Bietigheim ein schleichender Abschied vom TVV?
Nein. Wenn ich weg wollte, hätte ich das gleich gesagt und eines der anderen Angebote angenommen. Indem ich einen neuen Trainer eingestellt habe und mich bei der letzten Versammlung offiziell zum Sportwart habe wählen lassen, habe ich doch gezeigt, dass ich nicht auf dem Absprung bin.
Was tun Sie eigentlich, wenn es zum Duell Bietigheim gegen Vaihingen kommt?
Dann bin ich im Urlaub (lacht).
Normalerweise gibt ein Trainer vor und während eines Spiels Tipps. Werden Sie das tun?
Nein. Ich werde bei den Spielen dabei sein, aber mich neutral verhalten. Tatsächlich wird es die Partie Vaihingen gegen Bietigheim geben. Zum Beispiel bei den Frauen in der Bezirksoberliga und bei den Herren II des TVV gegen die Herren I aus Bietigheim, die ebenfalls in der Bezirksoberliga aufeinander treffen. Da könnte es sogar das entscheidende Spiel um den Aufstieg werden.
Was wollen Sie mit den Vereinen erreichen?
In Vaihingen möchte ich das Leistungstennis erhalten. Wir haben mittlerweile aber auch in der Breite etwas getan und das wollen wir weiter ausbauen. In Bietigheim muss ich mir erst ein genaues Bild machen. Ich möchte dort im Leistungsbereich etwas bewegen und auf jeden Fall die Jugendarbeit ausweiten, indem wir in Schulen und Kindergärten gehen.
Aber Aufbauarbeit kostet doch Zeit.
Organisatorisch ist es durchaus möglich, dass ich am Anfang mehr Zeit in den TSV investiere. Das betrifft allerdings nicht das Training.
Was ist eigentlich, wenn es in zwei Jahren keine Tennishalle in Vaihingen mehr geben würde?
Dann hätte die Tennisabteilung ein großes Problem, vor allem was die Jugendarbeit betrifft. Die Erwachsenen könnten Plätze in anderen Hallen mieten, doch die Kinder kommen dort ohne einen größeren Aufwand nicht hin. Momentan können sie mit dem Fahrrad ins Training kommen. Ohne ein Wintertraining ist es eigentlich kaum möglich, das Leistungstennis weiter zu fördern.
Und wie sähe es dann bei Ihnen aus? Wären Sie weg?
Da kann ich noch keine Aussage treffen. Meine Zukunft ist soweit abgesichert. Klar ist, dass es dann ein Konzept geben müsste, wie es bei der TVV-Tennisabteilung weitergehen soll.
Fragen von Eva Wirth
