Torwart Tobias Rieth hält den Derbysieg fest
Eberdingen (rkü) – Das zweite Ortsderby zwischen den Fußballvereinen aus Eberdingen und Hochdorf in der Kreisliga B3 ist gestern mit 1:0 zugunsten des TSV Hochdorf ausgegangen. Es handelte sich um ein reines Glücksspiel mit Chancen auf beiden Seiten und einem gehaltenen Elfmeter kurz vor dem Abpfiff.
Die 80 Zuschauer, die gestern Nachmittag die Begegnung in familiärer Atmosphäre verfolgten, sahen ein freundschaftlich geführtes Spiel der Nachbarvereine. Von einem hart umkämpften Derby war die Partie weit entfernt. Der etwas holprige Rasenplatz am Strudelbach sorgte immer wieder dafür, dass Spieler beider Teams vom plötzlichen Richtungswechsel des Balls überrascht wurden, wenn er aus einem Loch wieder aufsprang. Grobe Fouls waren in der ersten Halbzeit Fehlanzeige und auch nach dem Seitenwechsel kam Schiedsrichter Albert Tahiraj mit einer Verwarnung aus.
Allerdings entschied er in der 89. Minute auf Elfmeter für die Gastgeber. Es hatte eine Berührung im Strafraum stattgefunden, danach war der Vatan-Angreifer zum Torschuss gekommen – ohne Erfolg. Beim Foulelfmeter bekam er eine zweite Chance. Hochdorfs Torwart Tobias Rieth wunderte sich bei den Vorbereitungen zum Strafstoß, dass der Ball so nah vor ihm positioniert wurde und protestierte beim Unparteiischen. Dieser schritt die Distanz zwischen Tor und Elfmeterpunkt ab und benötigte dafür tatsächlich nur neun Schritte. Daraufhin wurde der Ball zwei Meter weiter weg gelegt, beinahe auf die Linie, die eigentlich den 16-Meter-Raum begrenzen sollte.
Nach diesem Zwischenspiel trat der eingewechselte Ibrahim Davaz den Strafstoß, doch Rieth war auf Zack und begrub den Ball kurz vor der Torlinie unter seinem Körper. Damit war er für die Hochdorfer der Mann des Tages und wurde von seinen Mitspielern über den Platz getragen. Schon zuvor hatte der TSV Hochdorf mehrfach Grund gehabt, sich bei Rieth zu bedanken. Das Spiel bot zwar nur wenige Höhepunkte, doch mehrfach hatte Hochdorfs Hintermannschaft Glück, dass ihr Schlussmann zur Stelle war.
In der 20. Minute hatten Sebastian Bengel gleich zweimal die Chance, Hochdorf in Führung zu bringen. Beim ersten Abschlussversuch kam er etwas zu spät an den Ball, bei der anschließenden Ecke standen mehrere Vatan-Spieler auf der Torlinie und konnten das Spielgerät gerade noch über die Latte lenken. Probleme hatten beide Mannschaften gestern mit der Abseitsstellung. Immer wieder kam es vor, dass die Verteidigung sich auf der sicheren Seite wähnte, weil ein Stürmer ihrer Meinung nach abseits stand – doch dann blieb der Pfiff aus und es wurde brenzlig. Tore entstanden aus solchen Situationen allerdings weder hüben noch drüben.
Der einzige Treffer in dem Ortsderby entstand aus einer etwas unübersichtlichen Situation heraus. In der 80. Spielminute hatten sich wieder einmal viele Akteure vor dem Tor der Gastgeber versammelt, als David Jovanovic das Leder mit einem Drehschuss von der Strafraumgrenze in die Maschen beförderte. In der Schlussphase wurde das Spiel wesentlich lebendiger als zu Anfang. Die Gastgeber drängten darauf, einen Punkt zu retten, doch ebenso gut hätte noch der Treffer zur 2:0-Führung für Hochdorf fallen können.
Abseits des sportlichen Geschehens auf dem Platz wunderte sich gestern so mancher Beobachter, dass es weder zum Strudelbach noch zur Landstraße hin eine Abgrenzung gab. So war es für die Gastgeber nur lästig, den Ball immer wieder aus dem Bach fischen zu müssen. Gefährlicher wurde es, wenn die Lederkugel auf die Straße flog. Einmal hatte ein Motorradfahrer gerade noch Glück, als der Ball von einem Leitpfosten abgelenkt wurde.
VfB Eberdingen Vatan: Murat Akay – Muharrem Celik, Yolacan, Oktay Sönmez, Turan Davaz, Bahri Sönmez, Menderes, Burhan Erdogan (75. Ibrahim Davaz), Emrullah Bozkurt, Emrah Bozkurt, Mesut Davaz.
TSV Hochdorf: Rieth – La Vecchia (85. Seidel), Schuh, Meißner, Foitzik, Dreibach (75. Tischer), Bengel, Pflugfelder, Berg, Graf (55. Marx), Jovanovic.
