VfR Sersheim steht mit dem Rücken zur Wand
Sersheim (rkü) – Trainer Thomas Marbach versucht sich in Zweckoptimismus: „Wir müssen gewinnen und wir werden gewinnen“, lautet seine Ansage vor dem Spiel des VfR Sersheim gegen den TSV Kleinsachsenheim. Beide Teams stehen im Tabellenkeller der Fußball-Kreisliga A3. Für den Verlierer wird es im Abstiegskampf eng.
„Am Dienstag haben wir eine kleine Sitzung gehabt“, berichtet der VfR-Trainer. „Ich habe den Spielern gesagt, dass wir mit dem Rücken zur Wand stehen.“ Dabei habe er auch die Frage aufgeworfen, ob er noch lange Trainer der Mannschaft sein werde. Große Lust, alles hinzuschmeißen, hat Marbach aber offensichtlich nicht: „Ich bin überzeugt, dass es nicht an mir liegt.“ Die Mannschaft habe es in der Hinrunde versäumt, die notwendigen Punkte für den Klassenerhalt zu holen, weil sie mit großen Verletzungsproblemen zu kämpfen hatte. „Ich habe schon vor der Saison gesagt, dass unser Kader zu klein ist“, erinnert Marbach. Allerdings habe man die Situation damals nicht entschärft. Vor Beginn der Saison hätten sich vier Spieler, die eigentlich zur Mannschaft des VfR hätten stoßen sollen, in letzter Minute für andere Vereine entschieden. Als die dünne Personaldecke durch verletzungsbedingte Ausfälle zusätzlich dezimiert wurde, rutschte der VfR Sersheim schnell in den Tabellenkeller der A3. Dort hat er sich festgesetzt und liegt nur einen Platz vor Schlusslicht Häfnerhaslach.
Gegen den TSV Kleinsachsenheim, mit zwei Punkten mehr als Sersheim Zwölfter, muss also am Sonntag (5. März) unbedingt ein Sieg her, findet Marbach. „Das gibt dann auch endlich mal wieder Selbstvertrauen und Auftrieb für die Mannschaft.“ Marbach schätzt die Chancen für den VfR gar nicht schlecht ein. „Kleinsachsenheim hat in den vergangenen fünf Spielen viermal verloren und einmal unentschieden gespielt – die haben kein Selbstvertrauen mehr.“ Allerdings sei den Spielern aus Kleinsachsenheim ebenso wie den Sersheimern klar, dass der Schlüssel zum Klassenerhalt im direkten Vergleich am Sonntag liege. „Mit der Brechstange dürfen wir da nicht rangehen“, warnt Marbach. „Jetzt gilt’s, ganze Kerle zu sein.“ Die Mannschaft des VfR trete wohl in Bestbesetzung an, freut sich der Trainer und verkündet: „Alle dabei.“ Fragezeichen stünden allenfalls hinter dem Einsatz seines Sohns Daniel, der wegen einer Knieverletzung am Dienstag nicht trainieren konnte. Dominik Brandschert habe über Beschwerden mit den Bandscheiben geklagt, doch bis Sonntag sollen beide wieder fit sein.
Im Abstiegskampf sind kürzlich nach dem 0:0 gegen den SV Illingen die Emotionen beim VfR Sersheim hoch gekocht. Der Verein und Trainer Thomas Marbach wurden vom Sportgericht zu Geldstrafen verurteilt. Anlass waren verbale Auseinandersetzungen zwischen Trainer und Schiedsrichter sowie ungehaltene Zuschauer, die mit den Leistungen des Unparteiischen nicht zufrieden waren. Auch Marbach ließ kein gutes Haar an dem Schiedsrichter, der die Situation verzerrt dargestellt habe und vor dem Sportgericht ein Stück weit zurückgerudert sei. Gegenüber der VKZ stellte der VfR-Trainer klar, dass er die Leistung vieler Schiedsrichter hoch schätze. „Vergangene Woche haben wir verloren, aber dem Schiedsrichter nach dem Spiel für seine gute Leistung gratuliert.“ Außerdem unterstreicht Marbach, dass er jetzt erst zum dritten Mal in seiner 25 Jahre dauernden Trainerlaufbahn zu einer Strafe verurteilt worden sei. Er musste 50 Euro berappen, der Verein 100 Euro. Sogar der Schiedsrichter der Begegnung Sersheim gegen Illingen wurde mit 50 Euro zur Kasse gebeten, weil er selbst ausfällig geworden war.
Fürs Wochenende erwartet Marbach ein Unentschieden in der Begegnung des SV Illingen mit dem FV Löchgau II. Auch Kirchheim und Häfnerhaslach dürften sich die Punkte teilen. Marbach tippt auf einen klaren Sieg von Hellas Bietigheim im Auswärtsspiel gegen 08 Bissingen II. „Meister wird Hellas. Die sind ganz stark und haben jetzt auch das Pokalspiel gegen den Bezirksligisten SV Freudental mit 5:0 gewonnen.“
Beim FV Roßwag, bis vor kurzem Tabellenführer der A3, sei ein deutliches Schwächeln zu erkennen. Im Derby gegen den TSV Nussdorf, der um den Klassenerhalt kämpft, werde es wohl ein Unentschieden geben. „Wenn Roßwag aufgestiegen wäre, hätte ich es ihnen gegönnt“, sagt Marbach. „Aber ich glaube, die wären in der Bezirksliga der gleiche Spielball gewesen wie der VfB Vaihingen.“
Heimsiege erwartet er in den Begegnungen Gündelbach gegen Bönnigheim und Lomersheim gegen Wiernsheim. „Wiernsheim ist im freien Fall. Das ist das dritte Mal, dass sie in der Hinrunde ganz vorne mitspielen und in der Rückrunde gerade noch um die Abstiegszone drumrum kommen.“ Der FV Löchgau hat für seine zweite Mannschaft Evangelos Sbonias als Trainer verpflichtet. Er kommt vom FSV 08 Bissingen II und soll zur neuen Saison Nachfolger von Michael Schlack werden. Der VfL Gemmrigheim hat am Wochenende spielfrei.
