Das erste Spiel stellte alles auf den Kopf
Möglingen (jsv) – Die Handballer des CVJM Enzweihingen haben sich bei den deutschen Meisterschaften in Möglingen achtbar aus der Affäre gezogen. Am Ende sprang Platz sechs heraus. Ganz zufrieden war Trainer Frank Blessing letztlich aber doch nicht mit dem Ergebnis. Den Titel holte Bernhausen durch einen 14:10-Erfolg über Elverdissen.
„Da wäre mehr drin gewesen“ , sagte Frank Blessing gestern. Denn bei der deutschen Meisterschaft im Verband Eichenkreuz hatten der Trainer des CVJM Enzweihingen und seine Mannschaft mit einigen Unwägbarkeiten zu kämpfen, die so nicht eingeplant waren. Es war aber nicht die Tatsache, im Vorfeld als Geheimfavorit gehandelt worden zu sein. Dies hatten Blessing und seine Truppe bei der Ankunft in Möglingen zu ihrer Verwunderung erfahren.
Nein, es war das erste Spiel, das den kompletten Enzweihinger Turnierverlauf auf den Kopf stellte, ärgerte sich der Coach. Denn gegen den späteren Endspielteilnehmer aus Elverdissen führten die Enzweihinger praktisch das ganze Spiel lang und auch Sekunden vor Schluss noch. „Wir waren auf dem besten Weg, Elverdissen zu schlagen, doch dann kam wieder einmal eine ominöse Schlussphase, die uns den Sieg gekostet hat“, so Blessing. 22:22 hieß es am Ende – für seine Mannschaft sei das eine gefühlte Niederlage gewesen.
Zumal sie fortan auch noch auf zwei Schlüsselspieler verzichten musste. Spielmacher Stefan Hesslinger versuchte es zumindest noch, sich das eine Spiel durchzubeißen. Und auch gegen Bernhausen lief er später noch auf. Es nützte aber nichts. Hesslinger hatte einen Schlag auf den Oberschenkel bekommen. „Verdacht auf Muskelfaserriss“, so Blessing. Auch für Linksaußen Simon Hess war der Auftritt gegen Elverdissen unerfreulich. Er fiel mit einem doppelten Nasenbeinbruch aus. „Wir waren auf dem besten Weg, doch moralisch hat uns das erste Spiel das Genick gebrochen“, fasste Blessing das Enzweihinger Unglück zusammen. In der zweiten Partie gegen Bernhausen setzte es prompt eine 14:27-Klatsche.
Es war allerdings noch nicht das Ende der Enzweihinger Halbfinal-Träume. Im letzten Spiel musste ein hoher Sieg gegen Oberwiehl her. Zudem musste Bernhausen gegen Elverdissen verlieren. Das erste traf ein – Enzweihingen siegte 30:18 – doch Bernhausen leistete keine Schützenhilfe und verlor 12:19.
Für Blessing und sein Team stand am darauffolgenden Tag lediglich noch das Spiel um Platz fünf auf dem Programm. Dabei wurde die personelle Not der Enzweihinger noch größer – auch die angeschlagenen Christoph Gebhardt und Swen Seemann fielen aus. „Wir haben es dann aber noch einmal gegen Gastgeber Möglingen versucht“, sagte der Trainer. Allerdings ohne Erfolg. Sein Team verlor 15:18 und landete auf Platz sechs.
„Ein Platz unter den ersten Vier wäre doch realistisch gewesen“, sagte der Trainer, der zuvor auf Platz fünf spekuliert hatte. Seine Truppe habe zudem die stärkere Gruppe erwischt, schließlich waren dort beide Finalisten vertreten.
Möglicherweise viel wichtiger als die Tatsache, Sechster geworden zu sein und erstmals bei den deutschen Meisterschaften dabei gewesen zu sein, seien einige andere Aspekte. „Wir haben das Maximale herausgeholt“, weiß Blessing. Außerdem habe seine Mannschaft viel gelernt und gesehen, dass es bei einem Turnier ganz anders zugeht, als in den bekannten Ligaspielen. „Da kommt es auf ganz andere Dinge an.“
Und wie geht es bei den Handballern des CVJM Enzweihingen jetzt weiter? „Wir werden im Juni ein großes Abschlussfest machen, auch mit unseren Fans“, verrät der Trainer. Nach Möglingen waren am ersten Finaltag knapp 100 Enzweihinger gekommen. „Aber handballerisch war es das nun erst einmal. Da steht jetzt eine Pause an“, so der Trainer weiter.
CVJM Enzweihingen: Migge – Riedmüller (7), Bauderer, Gebhardt (12), Sailer (5), Hees (11), Kettler (20), Frasch (10), Bauderer (1), Hesslinger (3), Fischer (4 ), Schmid, Seemann (8).
