Illingen (ev) – Zwei souveräne Sieger gab es am Samstag bei der sechsten Auflage des Illinger Citylaufs. Raphael Arnold und Christine Schleifer gewannen das Rennen. Insgesamt waren in Illingen nur rund 300 Läufer am Start und damit weniger als in den Jahren zuvor.
31:52 Minuten benötigte Raphael Arnold, (Fitness Club fit4life Stockach), um die 10000 Meter zu bewältigen. Christine Schleifer (Tri-Team Heuchelberg), die schnellste Frau in Illingen, brauchte nur unwesentlich länger (34:39 Minuten). Mit der Zeit waren beide Athleten zufrieden. Arnold: „Da es heute doch sehr warm war und ich vorne ganz alleine gelaufen bin, bin ich zufrieden.“ Die Lokalmatadorin Schleifer aus Mühlacker hatte sich am Samstag gar keine Ziele gesteckt und war von ihrer Zeit im Ziel positiv überrascht.
Sekunden und Minuten – darum ging es in Illingen. Egal, ob bei den Topathleten, die neue Bestzeiten erlaufen wollten oder bei den Hobbysportlern, die unter 60, 50 oder 40 Minuten laufen wollen – am Ende zählte nur die Zeit.
Oder doch nicht? Die kleine Nele sah das etwas anders. Die Dreijährige nahm beim Bambinirennen über 400 Meter teil. Dort ging es zwar auch ums Schnellsein, aber die Zeit wurde nicht gestoppt und jedes Kind bekam am Ende eine Trinkflasche. Das kam Nele gerade recht. Sie kam als letzte der 22 Kinder auf die Zielgerade. An der Hand von Petra Hafner, die mit dem Fahrrad hinter dem Feld herfuhr, damit niemand verloren ging. Das Publikum klatschte und rief dem kleinen Mädchen Anfeuerungsrufe zu. Und Nele? Die war so begeistert, dass sie kurz vor der Ziellinie mit offenem Mund stehen blieb und die Zuschauer betrachtete.
Auch bei den Älteren war nicht immer die Zeit entscheidend. Beim Fünfkilometerlauf waren unter den Startern knapp 40 Schülerinnen der Ferdinand-Steinbeis-Realschule Vaihingen. Mit Ohrringen, Ballerinas und Make-up im Gesicht machte sich manch eine von ihnen auf die Strecke. Auch wenn nicht alle die sportlichsten Klamotten trugen, Lehrerin Sybille Peter war stolz: „Das ist ein absoluter Teilnehmerrekord.“ Schon das ganze Schuljahr über trainieren die Siebtklässlerinnen Ausdauer, haben dafür auch eine Sportstunde mehr. Ziel ist es, an einem Lauf, wie in Illingen, teilzunehmen. „Wichtig ist, dass die Schüler mitmachen und einigermaßen durchhalten“, erklärt die Lehrerin. Die Zeit sei dann am Ende egal. Eine Eins für die Teilnahme haben alle bekommen.
Selbst beim Hauptlauf über zehn Kilometer ging es nicht immer um Sekunden. Als Sechser im Lotto bezeichnete Organisator Harald Feierabend vom Team Sport-evolution die Teilnahme des Triathleten Sebastian Kienle (TuS Grießheim). Er hatte sich kurzfristig entschlossen mitzulaufen. Allerdings eher zu Übungszwecken, da in den nächsten Wochen noch einige andere Herausforderungen auf den Senderstädter warten.
Er ließ Raphael Arnold davonrennen und machte dafür das Tempo für seine Freundin Christine Schleifer. Ein Vorteil, sagt sie, denn am Samstag sei es doch sehr windig gewesen. „Da war es gut, dass ich ab und zu im Windschatten laufen konnte.“ Konkurrenz bei dem Damen war in Illingen nämlich Mangelware. Dies sei die Athletin allerdings auch von anderen Veranstaltungen gewohnt, da es wenig Frauen gibt, die diese Zeiten laufen.
Konkurrenz hatte auch Arnold wenig. Er lief vom Start an vorne weg. Spannung war da wenig geboten, denn zwischen den Rängen eins, zwei und drei war jeweils viel Abstand. Und als Vierte kam dann schon Christine Schleifer. Zweiter wurde Fabian Lafrenz (Team Roy Sports) in 33:06 Minuten. Lokalmatador Ralf Reidenbach (TSV Enzweihingen) belegte den dritten Rang in einer Zeit von 34:01 Minuten. Er hat in den vergangenen Wochen bereits öfter die Erfahrung gemacht, dass bei Zehnkilometerläufen immer weniger Topläufer am Start sind.
In Illingen kam erschwerend hinzu, dass die baden-württembergischen Volkslaufmeisterschaften und etliche andere Freizeitläufe gleichzeitig stattgefunden haben. „Allein die Volkslaufmeisterschaft hat uns bestimmt 100 bis 150 Teilnehmer gekostet“, meint Feierabend. Außerdem war der Citylauf nicht mehr Teil der Volkslaufserie der Sparkasse Pforzheim-Calw. Somit waren am Samstag beim Hauptlauf nicht einmal 160 Läufer am Start. Ins Ziel kamen 123. 2005 hatte der Lauf über 10000 Meter noch rund 800 Teilnehmer. Insgesamt liefen über 1000 Leute mit.
Dieses Mal dürften es nur rund 300 gewesen sein. Harald Feierabend war trotzdem nicht deprimiert. „Termin und Qualität des Laufes bleiben auch in Zukunft gleich“, sagt er. Doch im nächsten Jahr will er eventuell noch eine kürzere Strecke für Schüler anbieten. Zu den 2,5 Kilometern soll noch eine 1,25-Kilometer-Strecke hinzukommen.
