Iptingen (jsv) – Den Fußballern des SV Iptingen scheint auf der Zielgeraden die Luft auszugehen. Im Nachholspiel der Kreisliga B5 verschenkte die Truppe von Trainer Wolfgang Schenkel beim 1:1 (1:0) gegen die SF Großsachsenheim zwei Punkte.
Iptingens Trainer Wolfgang Schenkel ging nach dem Schlusspfiff sofort auf Schiedsrichter Rolf Gopferich (Bauerbach) zu und diskutierte mit ihm. Er habe kein Foul gesehen, sagte er später. Und das habe er dem Unparteiischen auch noch einmal deutlich machen wollen. Dennoch, „wir sind selbst an diesem Ergebnis schuld“, resümierte Schenkel das 1:1-Remis gegen Großsachsenheim.
Es lief die 85. Minute, als das Unheil für die Hausherren seinen Lauf nahm. Den sicher geglaubten und schon eingeplanten Sieg gaben sie da letztendlich aus der Hand. SF-Stürmer Ali Akyuz startete einen der wenigen Gäste-Angriffe und kam im Laufduell mit Thorsten Dertinger im Iptinger Strafraum zu Fall. Gopferich zweifelte keine Sekunde und entschied auf Strafstoß. Diesen verwandelte SF-Torhüter Daniel Manthey sicher zum 1:1.
Auf einmal wurde es wieder hektisch. „Schnell, den Ball her“, riefen die Iptinger Spieler beim Einwurf oder Eckball. Sie waren auf einmal wieder aus ihrer Lethargie erwacht. Es half aber nichts mehr, denn auch die beiden letzten Chancen durch Stephan Gerhard (92.) und Eftal Cebeci (93.) landeten nicht im Gäste-Tor.
„Schade, aber so ist das nun einmal“, sagte Schenkel. Wer im Fußball seine Chancen nicht nützt, wird am Ende dafür bestraft, besagt eine alte Fußballerweißheit. Sie griff auch in Iptingen, denn eigentlich spielte dort nur eine Mannschaft und das war der SVI. Das sah auch Großsachsenheims Trainer Markus Oehler so, der sich wegen zahlreicher verletzungsbedingter Ausfälle aufgestellt hatte und einen klassischen Libero spielte. „Der Punkt war glücklich, aber wir haben ihn uns erkämpft“, meinte er.
Spielerisch hatten die Gäste den Iptingern nichts entgegenzusetzen. Während sich die Gastgeber bemühten zu kombinieren, droschen die Großsachsenheimer praktisch jeden Ball nach vorne. Und das sei auch so gewollt gewesen, erklärte Oehler. „Hinten sicher stehen, das war die Zielsetzung.“ Sie ging auf. Vor allem aber deswegen, weil sich die Iptinger zu umständlich anstellten. „Oftmals wollen wir den Ball ins Tor tragen“, meinte Schenkel. Außerdem sei seine Truppe nicht konstant genug und unterlaufe stets Leistungsschwankungen.
Davon war ab der zehnten Minute nicht viel zu sehen. Nach ausgeglichenem Beginn dominierten die Hausherren. Sie setzten Großsachsenheim mächtig unter Druck und kamen zu einigen guten Torgelegenheiten Die erste davon hatte Geburtstagskind Heiko Knödl, der 24 wurde. Sein Warnschuss aus 18 Metern ging aber noch übers Tor. Auch Michael Knödl hatte nach einer Viertelstunde kein Glück und schoss knapp neben das Tor. Sekunden später scheiterte Eftal Cebeci an Manthey.
Es spielte nur eine Mannschaft. Folgerichtig fiel in der 19. Minute das 1:0. Zunächst verfehlte Julian Schreder eine Hereingabe noch per Kopf, doch Heiko Knödl stand goldrichtig, um das Leder aus sechs Metern in die Maschen zu befördern.
Großsachsenheim zeigte noch keine Reaktion – Iptingen war weiter am Drücker. Es dauerte bis zur 28. Minute, als die Gäste ihre erste Chance hatten. Doch Akyuz verzog aus 16 Metern. Auch Thomas Ganzer (37.) schoss neben das Iptinger Tor.
Nach dem Wechsel verflachte die Partie zunächst. Stephan Gerhard (55.), Cebeci (57.) und Marc Nowotny (58.) brachten dann mit drei Gelegenheiten wieder Leben auf den Platz – aber eben nicht die Entscheidung. Die hatte Schreder nach 65 Zeigerumdrehungen auf dem Fuß. Nach einem Zuspiel von Nowotny stand er plötzlich mutterseelenalleine vor dem SF-Gehäuse; und schoss vorbei.
Einige Iptinger Zuschauer tobten ob der vergebenen Möglichkeit, die die Begegnung sicher entschieden hätte. Das meinten auch die beiden Trainer. Oehler: „Das wär's gewesen.“ Schenkel wollte der Chance nicht hinterhertrauern. „Damit müssen wir leben.“ Zumal es ja nicht nur diese eine Gelegenheit war, die seine Truppe leichtfertig vergab. „Wir haben den Gegner stark gemacht“, bemängelte er. Wie er dem in Zukunft entgegenkommen will? „Reden, reden, reden. Schließlich ist das ja noch eine ganz junge Truppe.“
SV Iptingen: Ulmer – Rapp, Andreas Gerhard, Michael Knödl, Dertinger, Keller, Stephan Gerhard, Schreder (71. Bach), Cebeci, Heiko Knödl, Nowotny.
SF Großsachsenheim: Manthey – Liontos (75. Philipp), Kolb, Eisenbeiß, Kusterer, Oehler, Sünder (60. Isaia), Ganzer, La Rocca (67. Brenner), Neagu, Akyuz.
