Donnerstag, 24. Mai 2012

Ein Doppelpack von Stefan Hellwig entscheidet das Derby


Derby-Sieg für Hohenhaslach.
Stefan Hellwig (am Boden) wurde zum Matchwinner. Foto: Vöhringer

Großsachsenheim (jsv) – Der SC Hohenhaslach hat sich gestern mächtig Luft im Abstiegskampf verschafft. Durch den 2:1 (0:1)-Erfolg im Derby über den TSV Häfnerhaslach haben die SCler wieder den Anschluss ans breite Mittelfeld geschafft. Mann des Tages war dabei Stefan Hellwig, der beide Tore seiner Mannschaft erzielte.
Jens S. Vöhringer
Stefan Hellwig war die Anstrengung anzusehen. „Ich bin überglücklich“ , schnaufte der Kapitän des SC Hohenhaslach Sekunden nach dem Schlusspfiff tief durch. Wenige Minuten zuvor hatte er das entscheidende Tor für seine Mannschaft im Derby gegen den TSV Häfnerhaslach markiert. 2:1 gewannen die SCler. Das war sicherlich etwas glücklich, aber aufgrund ihres Kampfeswillen nicht unverdient. Zumal sich die Gäste auf dem Hartplatz in Großsachsenheim beinahe selbst schlugen und durch eine regelrechte Dummheit dezimiert hatten.
Bedröppelt stand TSV-Trainer Erich Wirth noch lange nach Spielende an der Außenlinie. „Das ist eine Frechheit. Das hat uns das ganze Spiel kaputt gemacht“, ließ er seinem Ärger freien Lauf. Wirth meinte nicht, wie so oft bei solchen Aussagen, Schiedsrichter Egon Jeschke (Bad Friedrichshall), sondern seinen Spieler Alexander Emer. Denn der hatte seiner Meinung nach das Spiel sozusagen auf dem Gewissen, als ihn in der 59. Minute auf einmal alle guten Geister verließen.
Nach einem Foul an Daniel Nissan sah er an der Mittellinie die Gelbe Karte. Und daraufhin brüllte er den Schiedsrichter an: Gelb-Rot. Zu diesem Zeitpunkt führte Häfnerhaslach noch und hatte die Begegnung auch im Griff. „Wir haben dann aber auch nicht mehr dagegen gehalten“, bemängelte Wirth. Das Spiel kippte. Doch nicht sofort, es war ein eher schleichender Prozess.
Gemächlich hatte der erste Akt der Partie auch begonnen. In diesem waren die Gäste am Drücker. Auf dem schwer bespielbaren Boden dauerte es allerdings bis zur 19. Minute, ehe es zum ersten Aufreger kam. Der TSVler Hagri Ceylan spielte zu Thorsten Dinkel, der jedoch im Abseits stand. Thorsten Dinkel war es auch, der zweimal mit Distanzschüssen sein Glück versuchte (32., 35.), allerdings jeweils das Tor verfehlte.
Distanzschüsse, lange Bälle und viel Hektik – so ließ sich die erste Hälfte am besten beschreiben. Ein Tor gab es aber auch. Thorsten Dinkel zeichnete hierfür verantwortlich. Einen langen Ball von Emer konnte Marino Majer an der Mittellinie nicht klären. Der TSV-Stürmer machte sich auf und davon Richtung gegnerisches Tor. Als SC-Keeper Philipp Kummer auf ihn zu stürmte, brauchte er das Leder nur noch an ihm zum 1:0 vorbeizuschieben.
Nach dem Wechsel kamen die Hausherren, deren eigener Platz noch nicht bespielbar ist, besser ins Spiel, die Chancen hatten aber immer noch die Gäste. Einen Schuss von Kai Rösinger aus zwölf Metern hielt Kummer (49.), nach einer Ecke köpfte Marco Herbst knapp neben das Gehäuse (52.). Es folgte der Platzverweis von Emer und somit praktisch auch der zweite Akt in diesem Spiel. „Ich finde man hat nicht gemerkt, dass wir einer mehr waren“, sagte zwar Hohenhaslachs Spielertrainer Dieter Kurz, dennoch waren er und seine Mannen nun präsenter auf dem Platz. Vor allem wegen ihrer größeren Einsatzbereitschaft. Chancen gab es nun vermehrt auf beiden Seiten, das Derby stand auf des Messers Schneide. Hagri Ceylan (62.) und Omer Keskin (63.) vergaben für die Gäste, Nissan (69.), die bis dahin beste SC-Gelegenheit, als er nach einer Flanke von Stefan Hellwig volley übers Tor schoss. Erneut Nissan köpfte nach Hellwig-Flanke an den Pfosten (74.).
Nach einem Abschlag des SClers Majer war es dann soweit. Der Ball gelangte zum Kapitän und der sah, dass Häfnerhaslachs Keeper Raffaelle Alessandro zu weit vor seinem Tor stand und lupfte das Leder zum 1:1-Ausgleich in die Maschen. Daraufhin verflachte die Partie etwas. Kein Team wollte verlieren, das merkte man deutlich.
Doch kurz vor dem Schluss war es wieder Stefan Hellwig, der für die Entscheidung sorgte. Er setzte sich gegen Herbst durch, stand frei vor und fackelte nicht lange. „Den musste ich machen“, sagte er hinterher. „Wir sind wieder im Spiel“, freute sich Coach Kurz. Wirth war hingegen weiter bedient und sieht nicht allzu freudig in die Zukunft. „Ich mache mir schon Sorgen“, meinte er. „Denn eigentlich sind wir es nicht gewohnt, gegen den Abstieg zu spielen.“

SC Hohenhaslach: Kummer, Zorn, Majer, Best, Kurz, Schinella, Wirth (55. Tobias Hellwig), Will, Gögel, Nissan, Stefan Hellwig.
TSV Häfnerhaslach: Alessandro – Dominik Hirsch, Miksic, Herbst, Emer, Marcel Hirsch, Andre Dinkel, Kai Rösinger, Ceylan, Thorsten Dinkel (46. Nagel).


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